Josef Wageck (auch Joseph Wageck; * 17. Juni 1905 in Mühlheim an der Eis; † 25. Juni 1985 in Wiesbaden) war ein deutscher Schauspieler und Hörspielsprecher.

Leben und Wirken Josef Wageck, als Sohn des Zimmermanns Joseph Wageck und dessen Frau Elisabeth, geb. Jutzi,Verbandsgemeinde Leiningerland, Geburtsregister Standesamt Mühlheim an der Eis, Nr. 3/1905. in Mühlheim an der Eis geboren, besuchte von 1916 bis 1922 das humanistische Gymnasium in Ludwigshafen am Rhein. Danach arbeitete er bis 1933 im familiären Hotel- und Restaurantbetrieb mit und war zeitweise Werbeleiter einer chemischen Fabrik, ehe er in den Jahren 1936 und 1937 seine künstlerische Ausbildung an der Städtischen Hochschule für Musik und Theater Mannheim erhielt.Bundesarchiv, Akten der Reichstheaterkammer, Personalakte Josef Wageck, R 9361-V/67036 (vgl. Eintrag im Archivportal-D).„Um ein Hundehaar“. Eine Lustspielaufführung der Mannheimer Schauspielschule. Aufführungskritik. In: Hakenkreuzbanner. NS-Tageszeitung für Mannheim und Nordbaden. Ausgabe vom 1. März 1937, Seite 2. Abgerufen am 17. November 2024„Leichte Kavallerie“ attackiert „Die Opernprobe“. Zwei heitere Opernaufführungen der Mannheimer Opernschule. Aufführungskritik. In: Hakenkreuzbanner. NS-Tageszeitung für Mannheim und Nordbaden. Ausgabe vom 28. Juni 1937, Seite 2. Abgerufen am 17. November 2024 Im Sommer 1937 gastierte er noch während seiner Ausbildung auf der Freilichtbühne Hardenburg als Deidesheimer Bürgermeister in dem Volksstück Der Kurfürst führt den Bock von Heinz Lorenz-Lambrecht.Der Kurfürst führt den Bock. Aufführungskritik. In: Neue Mannheimer Zeitung. Ausgabe vom 27. Juli 1937, Seite 4. Abgerufen am 17. November 2024 Im September 1937 spielte er in einer Studienaufführung der Schauspielschule Mannheim den Wirt im Lustspiel Die Mitschuldigen.Der Schauspielernachwuchs spielt Goethe. „Die Mitschuldigen“ als Studienaufführung der Schauspielschule. Aufführungskritik. In: Hakenkreuzbanner. NS-Tageszeitung für Mannheim und Nordbaden. Ausgabe vom 13. September 1937, Seite 2. Abgerufen am 17. November 2024

Zur Spielzeit 1937/38 wurde Wageck als Charakterkomiker an das Stadttheater Eisenach engagiert.Neuer Erfolg unserer Schauspielschule. In: Hakenkreuzbanner. NS-Tageszeitung für Mannheim und Nordbaden. Ausgabe vom 22. September 1937, Seite 3. Abgerufen am 17. November 2024 Im Sommer 1939 war er bei den „Freilichtspielen Gelnhausen“ engagiert. Josef Wageck. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1940. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 51. Jg., Hamburg 1940, S. 359 und 952 (Register). Im Juli 1939 gastierte er bei den „Hutten-Festspielen“ auf der Steckelburg.Hans Will: Die Steckelburger Hutten-Festspiele. In: Völkischer Beobachter vom 27. Juli 1939, Seite 7. Abgerufen am 17. November 2024 Es folgte ein Engagement am Stadttheater Harburg, an dem er im Oktober 1939 den Wagner im Urfaust spielte.Harburger Theater in Hamburg. Goethes „Urfaust“. Aufführungskritik. In: Harburger Anzeigen und Nachrichten. Ausgabe vom 5. Oktober 1939, Seite 5. Abgerufen am 17. November 2024 Zur Spielzeiteröffnung 1939/40 wirkte er am Stadttheater Harburg in dem Lustspiel Seltsamer 5-Uhr-Tee von Fritz Koselka mit.Stadttheater Harburg in Hamburg. Aufführungsnotiz. In: Wilhelmsburger Zeitung. Ausgabe vom 14. Oktober 1939, Seite 7. Abgerufen am 17. November 2024 Außerdem wirkte er in der Spielzeit 1939/40 als Glaser Steffen im Weihnachtsmärchen Rübezahl mit.Weihnachtsmärchen des Harburger Theater. Aufführungsnotiz. In: Harburger Anzeigen und Nachrichten. Ausgabe vom 1. Dezember 1939, Seite 6. Abgerufen am 17. November 2024Märchenzauber und Kinderjubel. Aufführungskritik. In: Harburger Anzeigen und Nachrichten. Ausgabe vom 4. Dezember 1939, Seite 2. Abgerufen am 17. November 2024 Ab Januar 1940 spielte Wageck am Harburger Theater den Regierungsrat Alfred Hintze in dem Lustspiel Die vier Gesellen.„Die vier Gesellen“ im Harburger Theater. Aufführungsnotiz. In: Harburger Anzeigen und Nachrichten. Ausgabe vom 6. Januar 1940, Seite 5. Abgerufen am 17. November 2024„Die vier Gesellen“. Aufführungskritik. In: Harburger Anzeigen und Nachrichten. Ausgabe vom 8. Januar 1940, Seite 2. Abgerufen am 17. November 2024 In der Spielzeit 1939/40 wirkte er am Stadttheater Harburg außerdem in der antisemitischen NS-Propaganda-Komödie Rothschild siegt bei Waterloo von Eberhard Wolfgang Möller mit.Erstaufführung zum 30. Januar 1940 im Harburger Theater. „Rothschild siegt bei Waterloo“. Aufführungskritik. In: Wilhelmsburger Zeitung. Ausgabe vom 29. Januar 1940, Seite 7. Abgerufen am 17. November 2024 Zum Ende der Spielzeit 1939/40 war Wageck am Stadttheater Harburg in der Erstaufführung des zeitgenössischen Lustspiels Das Ferienkind von Emmerich Ruß als „energischer, tonangebender“ Familienvater Kleinkemm zu sehen.Spielzeitschluß am Harburger Theater. In: Wilhelmsburger Zeitung. Ausgabe vom 25. April 1940, Seite 7. Abgerufen am 17. November 2024„Das Ferienkind“. Aufführungskritik. In: Harburger Anzeigen und Nachrichten. Ausgabe vom 27. April 1940, Seite 6. Abgerufen am 17. November 2024

1941 gastierte er am Badischen Staatstheater Karlsruhe als einfacher, tiefgläubiger Bauer Peter Meditsch in dem Schauspiel Der Leutnant Vary von Walter Erich Schäfer.Als Gast in „Leutnant Bary“. Kurzkritik. In: Badische Presse. Ausgabe vom 5. Februar 1941, Seite 6. Abgerufen am 17. November 2024 1944 wirkte er am „Oberschlesischen Schauspiel“ (Theater der Stadt Gleiwitz) in der Uraufführung des Kriminalstücks Der fremde Gast von Gerhard Metzner mit.Gerhard Metzner: „Der fremde Gast“. Uraufführung im Oberschlesischen Schauspiel. Kurzkritik. In: Kölnische Zeitung. Ausgabe vom 16. Mai 1944, Seite 6. Abgerufen am 17. November 2024 Kurz vor der kriegsbedingten Schließung aller reichsdeutschen Bühnen im Sommer 1944 wurde er noch ans Stadttheater Stettin engagiert.Bundesarchiv, Akten der Reichstheaterkammer, Freistellungen von Bühnenkünstlern, R 9361-V/75731 (vgl. Eintrag im Archivportal-D).

Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte Wageck seine Theaterkarriere fort, vornehmlich nun an Bühnen im Rhein-Main-Gebiet. In der Spielzeit 1947/48 war Josef Wageck am Staatstheater Wiesbaden engagiert.Josef Wageck. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1945/48. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 56. Jg., Berlin 1948, S. 385 und S. 639 (Register). In der Spielzeit 1948/49 wurde er bei der Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger als Schauspieler und Sänger ohne festes Engagement geführt.Josef Wageck. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1949. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 57. Jg., Berlin 1949, Seite 749 (Register). Auch für die Spielzeit 1949/50 lässt sich kein Engagement Wagecks nachweisen; die Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger vermerkt im Deutschen Bühnenjahrbuch bei Wageck nur: „Nicht engagiert, aber dem...[GDBA-]...Ortsverband angeschlossen.“Josef Wageck. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1950. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 58. Jg., Berlin / Hamburg 1950, S. 260 und S. 540 (Register).

Ab Anfang der 1950er Jahre spielte Wageck langjährig an Frankfurter Bühnen. In der Spielzeit 1950/51 war er am „Theater am Roßmarkt“ engagiert.Josef Wageck. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1951. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 59. Jg., Berlin / Hamburg 1951, S. 180 und S. 493 (Register). In der Spielzeit 1951/52 gehörte er neben Liesel Christ, Martha Marbo und Egon Zehlen zum Ensemble der „Hessischen Volksbühne“.Josef Wageck. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1952. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 60. Jg., Hamburg 1952, S. 170 und S. 479 (Register).

Ab der Spielzeit 1952/53 trat er bis zum Ende der Spielzeit 1963/64 mit nur kurzen Unterbrechungen über 10 Jahre am 1947 von Fritz Rémond junior gegründeten „Kleinen Theater im Zoo“ auf.Josef Wageck. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1953. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 61. Jg., Hamburg 1953, S. 176 und S. 494 (Register).Josef Wageck. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1957. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 65. Jg., Hamburg 1957, S. 209 und S. 550 (Register).Josef Wageck. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1959. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 67. Jg., Hamburg 1959, S. 292 und S. 604 (Register).Josef Wageck. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1961. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 69. Jg., Hamburg 1961, S. 232 und S. 622 (Register).Josef Wageck. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1962. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 70. Jg., Hamburg 1962, S. 222 und S. 618 (Register).Josef Wageck. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1963. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 71. Jg., Hamburg 1963, S. 225 und S. 637 (Register).Josef Wageck. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1964. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 72. Jg., Hamburg 1964, S. 253 und S. 674 (Register). Im Juli 1954 spielte er in einer Fernsehübertragung des Hessischen Rundfunks aus dem „Kleinen Theater im Zoo“ in der Komödie Spiel im Schloß von Franz Molnar, bei der Senta Wengraf, Otto Stern, Götz von Langheim und Ralf Wolter seine Partner waren.. Fernsehprogramm vom 18. Juli 1954 Im August 1955 spielte er bei einem Gastspiel des „Kleinen Theaters im Zoo“ im Funkhaus des Hessischen Rundfunks den Johann in der Groteske Der Hund im Hirn von Curt Goetz, u. a. mit Giselle Vesco als Partnerin.. Fernsehprogramm vom 9. August 1955 Am „Kleinen Theater im Zoo“ trat Wageck mit Inge Langen, Fritz Rémond junior und Götz von Langheim auch in Schillers Trauerspiel Kabale und Liebe auf.Edgard de Brito Chaves Júnior: Memórias e glórias de um teatro: Sessenta anos de história do Teatro Municipal. Companhia Editôra Americana, 1971, Seite 190. [Auszüge bei Google Books]

In der Spielzeit 1955/56 war er in Frankfurt am Main am „Theater am Roßmarkt“ und am „Intimen Theater“ verpflichtet.Josef Wageck. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1956. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 64. Jg., Hamburg 1956, S. 196 und S. 530 (Register). In der Spielzeit 1959/60 gastierte er am Schauspiel Frankfurt neben Emil Lohkamp, Peter Fricke, Elisabeth Wiedemann und Else Knott unter der Regie von Benno Besson in dessen Inszenierung der Komödie Die edlen Herren aus Verona von William Shakespeare (Neuübersetzung: Elisabeth Hauptmann).Die Edlen Herren aus Verona. In: Theater der Zeit. Band 14, Ausgabe 11, Henschel Verlag, Berlin 1959. Seite 26. [Auszug bei Google Books]