Stary Oskol () ist eine südrussische Stadt in der Oblast Belgorod. Sie liegt rund 500 km südlich von Moskau und 180 km nordöstlich der ukrainischen Stadt Charkiw am Fluss Oskol. Sie hat 216.000 Einwohner (Stand: 2025).
Geschichte Der Ort Oskol entstand aus einer Festung, die Teil des südlichen Festungswalls rund um Moskau war, und 1593 zur Sicherung des Russischen Reiches an der östlichen Grenze gegen die Angriffe der Krimtataren gegründet wurde. Die Stadt wurde 1617 von Polen erobert und niedergebrannt, um kurze Zeit später wiederaufgebaut zu werden. Da ab 1655 allerdings der Name Nowy Oskol, also Neu-Oskol, für eine weitere, flussabwärts gelegenen Stadt gebräuchlich war, wurde aus dem ursprünglichen Namen nun Stary Oskol, also Alt-Oskol.
Der Ort war Kriegsschauplatz im Russischen Bürgerkrieg. 1919 wurde die Stadt kurzzeitig der Ukraine zugesprochen. Im Zweiten Weltkrieg wurde Stary Oskol vom Sommer 1942 bis zum Februar 1943 von der Wehrmacht besetzt und im Zuge der Woronesch-Kastornoje-Operation von den Einheiten der Woronescher Front wieder befreit. Industrialisierung und Bevölkerungswachstum setzten im großen Ausmaß erst nach dem Zweiten Weltkrieg ein.
Am 5. Mai 2011 wurde der Stadt vom damaligen russischen Präsidenten Dmitri Medwedew per Ukas der Ehrentitel „Stadt des militärischen Ruhms“ verliehen. Sie ist Namensgeberin eines U-Boots.
Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1897 15.617 1939 10.946 1959 27.474 1970 51.533 1979 114.946 1989 173.917 2002 215.898 2010 221.085 Anmerkung: Volkszählungsdaten
Wirtschaft Stary Oskol ist eine bedeutende Bergbaustadt für Eisenerz; sie liegt am Rand der Kursker Magnet-Anomalie, einer der weltgrößten Erzlagerstätten. Mit dem Abbau von über acht Millionen Tonnen Eisenerz pro Jahr und der darauf folgenden Metallverarbeitung hat es Stary Oskol in den letzten 50 Jahren zu bescheidenem Reichtum gebracht. An der Planung und dem Aufbau der Maschinen zur Eisenerzgewinnung war die deutsche Salzgitter AG maßgeblich beteiligt. Daneben produziert die Industrie Bergbauausrüstung, Maschinenteile und Nahrungsmittel.
Entsprechend seiner Bedeutung in der Eisenerzindustrie gibt es in der Stadt eine Filiale des Staatlichen Instituts Moskau für Stahl und Legierungen.
Städtepartnerschaften Die Stadt Stary Oskol unterhält folgenden Städtepartnerschaften: , seit dem 10. September 1987 (ruht)Liste deutsch-russischer Partnerschaften des Deutsch-Russischen Forums (Stand September 2024) , seit dem 28. August 1988 , seit dem 2. September 1989
Söhne und Töchter der Stadt
Wladimir Machnowez (1869/1875–1921), Theoretiker des Ökonomismus und Revolutionär Nikolai Rattel (1875–1939), GeneralРаттэль (Раттель) Николай Иосифович, grwar.ru (russisch) Michail Klewenski (1904–1954), KonteradmiralКлевенский Михаил Сергеевич, nashapobeda.lv (russisch) Anatoli Anpilow (1914–1994), Generalmajor Michail Jemeljanow (* 1933), russischer DiplomatЕмельянов Михаил Павлович, eurasian-defence.ru (russisch) Denis Lebedew (* 1979), Profiboxer und seit 2012 Weltmeister der WBA im Cruisergewicht Alexander Jemeljanenko (* 1981), russischer Sambo- und MMA-KämpferСвободные бойцы: Александр Емельяненко, mixfight.ru (russisch)Alexander Emelianenko, boxrec.com Dmitri Poljanski (* 1989), Boxer Artjom Samsonow (* 1989), Fußballspieler Wladimir Nikitin (* 1990), Boxer Alexander Saplinow (* 1997), Fußballspieler Daniel Aghbaljan (* 1999), armenisch-russischer Fußballspieler
Siehe auch Liste der Städte in der Oblast Belgorod Stary Oskol (U-Boot)
Weblinks
Stary Oskol auf mojgorod.ru (russisch) Einzelnachweise
Kategorie:Ort in der Oblast Belgorod Kategorie:Gegründet 1593 Kategorie:Ort am Oskol