Sons of Anarchy ist eine US-amerikanische Dramaserie von Kurt Sutter über den fiktiven Motorradclub Sons of Anarchy Motorcycle Club Redwood Original (wird in der Serie oft als SAMCRO abgekürzt oder weiter zu Sam Crow verballhornt). Die Handlung der Serie ist lose an Shakespeares Drama Hamlet angelehnt.

Handlung Die grundsätzliche Handlungskonstellation von Sons of Anarchy ist inspiriert von Hamlet, einem Drama von William Shakespeare – genauer: dem dort thematisierten Konflikt zwischen Throninhaber und Thronfolger. Schauplatz der Handlung ist Charming, eine fiktive Kleinstadt nahe Oakland in Nordkalifornien. Hauptakteur der Serie ist Jackson „Jax“ Teller, zu Beginn noch der Vizepräsident des Motorradclubs (MC), der beginnt, die Methoden und Sichtweisen des Clubs und dessen Präsidenten Clay Morrow, der gleichzeitig Jax’ Stiefvater ist, in Frage zu stellen. Zur Tarnung seiner umfangreichen kriminellen Aktivitäten und als Operationsbasis betreibt der Motorradclub in Charming eine seriöse Kfz-Werkstatt für Autos und Motorräder. Hier unterhält der Club auch sein Vereinsheim mit angegliedertem Konferenzraum für offizielle Besprechungen und Abstimmungen. Zu den regelmäßigen Einnahmequellen des Clubs gehören Begleitschutzdienstleistungen für Lkw-Transporte und Schutzgelderpressungen. Außerdem betätigt sich der Club im illegalen Waffenhandel in der gesamten Region, wobei die Waffen u. a. von der Real Irish Republican Army geliefert werden. Die für die Bekämpfung des illegalen Waffenhandels zuständige Bundesbehörde ATF ermittelt deshalb gegen den Club. Neben den Konflikten der einzelnen Personen untereinander ist das Thema Krieg unter rivalisierenden Banden ein tragender, die Handlung bestimmender Aspekt in der Serie. Hauptfiguren in Sons of Anarchy sind auf der einen Seite Clay Morrow und seine Frau Gemma, die zwar als Frau kein Club-Mitglied sein kann, innerhalb der Gruppe aber so etwas wie die Rolle einer im Hintergrund agierenden Matriarchin einnimmt. Auf der anderen Seite stehen Jax Teller und seine Freundin, die Krankenhausärztin Tara Knowles. Um diese herum gruppieren sich weitere tragende Personen der Handlung – insbesondere die restlichen Kernmitglieder des Clubs sowie deren Freundinnen und Frauen.Sons of Anarchy. Biker-Drama mit Anleihen von Shakespeare, serienjunkies.de, aufgerufen am 10. Juni 2013

Überdurchschnittlich komplex aufgebaut ist die Serie auch in Bezug auf die Anzahl handlungsrelevanter Nebenrollen. Dramaturgie und Darstellung werden bestimmt vom Wechsel zwischen harter Action und Soap-ähnlichen Elementen. Stimmungsvertiefende, von Musik untermalte Momentaufnahmen, welche meist am Ende einer Folge angesiedelt sind, vertiefen die emotionale Wirkung und verdeutlichen wichtige Stationen im Verlauf der Handlung.Sons of Anarchy, Episodenguide bei fernsehserien.de, aufgerufen am 10. Juni 2013 Die vergleichsweise realistische Darstellung des Biker-Milieus – inklusive der dort herrschenden Differenzierung in unterschiedliche Ortsgruppen, Ableger und so weiter – erzielte Serienautor Kurt Sutter unter anderem durch Recherchegespräche mit echten Hells Angels sowie durch das Einbinden einzelner Mitglieder in die Serienproduktion.Fernsehserie „Sons of Anarchy“: Rockerärsche auf Globalgrundeis, de:bug, 14. Juni 2011 So spielten ehemalige und noch aktive Members der Hells Angels Nebenrollen – Angels-Mitbegründer Sonny Barger die des Lenny „The Pimp“ Janowitz (einem im Gefängnis einsitzenden Mitglied, der so etwas wie eine „graue Eminenz“ der Gruppe darstellt), David Labrava die von „Happy“ (einem zum Redwood-Original-Chapter übergewechselten Ex-Mitglied des Nomads-Chapters) und Rusty Coones die von Quinn (Präsident des Nomads-Chapters).

Staffel 1 Die erste Staffel der Serie führt einige der serientragenden Konfliktlinien ein: die Feindschaft mit den Mayans, einer rivalisierenden Latino-Biker-Gang, den mit Hilfe der Real IRA betriebenen Waffenhandel im weiteren Umland und an der US-Westküste sowie die Ermittlungen überregional operierender Bundesbehörden, welche bereits in den ersten Folgen auf den Plan treten. Im Unterschied zu diesen – meist als korrupt und/oder karrierebesessen dargestellten – Bundesbeamten stehen die örtlichen Behördenvertreter mehr oder weniger zwischen den Fronten. Dies sind vor allem Deputy Chief David Hale (Taylor Sheridan) sowie der krebskranke, vor der Pensionierung stehende Chief Wayne Unser. Insbesondere Unser zeigt gegenüber der Gruppe ein starkes Loyalitätsgefühl und agiert im weiteren Verlauf der Serie fast wie ein assoziiertes Familienmitglied. In den ersten Folgen stehen private Ereignisse im Vordergrund. Jax trennt sich von der Mutter seines frühgeborenen Sohns, der drogenabhängigen Wendy Teller (Drea de Matteo), und wendet sich mehr und mehr der Ärztin Tara zu, seiner alten Jugendliebe. Bedroht ist die Liebe zwischen Jax und Tara nicht nur durch Jax’ Nochfrau Wendy und Clays Frau Gemma, die Tara gern von Jax fernhalten möchte; zusätzlich auf den Plan tritt auch ein Stalker in Form eines ATF-Agenten, der Tara nach Charming gefolgt ist und ihr dort nachstellt.

Die Komplikationen im Waffengeschäft, mit dem sich die Gruppe hauptsächlich finanziert, führen jeweils zum nächsten Eskalationsschritt: zur Übernahme eines befreundeten MC in Nevada, zu einem Gefälligkeitsmord für die irischen Waffengeschäftspartner und zu einer RICO-Ermittlung wegen des Verdachts einer kriminellen Vereinigung. Geleitet werden diese Ermittlungen von der in der Wahl ihrer Mittel wenig wählerischen ATF-Agentin June Stahl (Ally Walker), die eine Intrige gegen die Gruppe in Gang setzt. Infolge der von ihr als Kooperation inszenierten Freilassung des festgenommenen Clubmitglieds Opie kommt es zu einem Auftragsmord innerhalb der Gruppe. Versehentlich trifft dieser Opies Frau. Eine wichtige, für den weiteren Verlauf der Handlung bestimmende Hintergrundfigur ist „Big“ Otto Delaney, gespielt von Serienautor Kurt Sutter. Im Gefängnis einsitzend und sich mehr und mehr zur tragischen Figur entwickelnd, verhält er sich loyal zur Gruppe und beteiligt sich situationsbedingt an der Gewährung von Schutz sowie der Durchführung von Auftragsgewalttaten.

Staffel 2 Die zweite Staffel der Serie rückt vor allem die Verschärfung des Konflikts zwischen Jax und Clay in den Mittelpunkt. Der eskalierende Machtkampf zwischen den beiden zieht zunehmend das Gefüge des Motorradclubs in Mitleidenschaft. Als neuer Gegner tritt die sogenannte Liga amerikanischer Nationalisten auf den Plan – eine Neonazi-Partei, die mit einer örtlichen Gang weißer Rassisten sowie der Aryan Brotherhood kooperiert. Mit nachdenklich stimmenden Bildern beginnend, wirft die erste Folge die Frage auf, in welche Richtung sich die einzelnen Figuren entwickeln werden. Der Konflikt mit der Liga eskaliert bald. Ein Teil der Gruppe muss aufgrund einer fehlgeschlagenen Vergeltungsaktion ins Gefängnis. Gemma wird von Liga-Mitgliedern in eine Falle gelockt und vergewaltigt. Da die Vergewaltigung eine Warnung an Clay, den Sons-President, ist, hält sie sie vor ihrem Mann und Jax geheim. Weil die Real IRA ebenfalls mit der Liga Waffengeschäfte tätigt und auch das ATF weiter an dem Fall dran ist, gerät die Gruppe mehr und mehr in einen Strudel aus Intrigen, Undercover-Aktionen, Erpressung und nicht mehr überblickbaren Geschäften. Die innere Balance der Gruppe wird durch eine Serie von Aussprachen und Geständnissen oberflächlich wiederhergestellt. Um zu verhindern, dass ihr Sohn zu dem (nicht ortsgebundenen) Nomads-Chapter überwechselt, erzählt Gemma Clay und Jax von der Gruppenvergewaltigung. Clay wiederum gibt zu, aufgrund falscher Informationen den Auftragsmord an Opies Frau (der eigentlich Opie galt) initiiert zu haben. Die Informationen führen neben einem Aufschub der internen Auseinandersetzungen dazu, dass Jax beim Redwood Original-Chapter verbleibt. Mit Opie und dessen Vater Piney hat Clay nunmehr zwei erklärte Feinde innerhalb des Clubs. Eine Vergeltungsaktion der Sons endet desaströs: ATF-Agentin Stahl hängt Gemma den Mord an dem Sohn des IRA-Waffenverkäufers Cameron an, den sie selbst begangen hat. Cameron kidnappt als „Ausgleich“ Jax’ Sohn Abel und flieht mit diesem nach Nordirland. Weston, der Liga-Mann fürs Grobe (gespielt von dem Hardcore-Punk-Musiker Henry Rollins), findet im Zug der ausufernden Gewalt ebenfalls den Tod.

Staffel 3 Die dritte Staffel wirft mithilfe einer Reihe ruhiger, die Stimmung betonender Eingangssequenzen die Frage auf, in welche Richtung sich die einzelnen Figuren entwickeln werden. Gemma ist aufgrund des Haftbefehls, den Agent Stahl gegen sie erwirkt hat, untergetaucht, stellt sich bald. Mit Unterstützung von Tara flieht sie allerdings kurz nach ihrer Verhaftung aus dem Polizeigewahrsam, um sich in Nordirland an der Suche nach Abel zu beteiligen. Nebenhandlungsstrang von Staffel drei ist die Entführung von Tara durch den Anführer einer den Mayans nahestehenden, kleineren Gang. Im Zentrum der Staffel steht die Reise eines Teils der Gruppe nach Belfast. Waffenhändler Cameron ist innerhalb der Real IRA mehr und mehr ins Abseits geraten und wurde zwischenzeitlich hingerichtet. In Nordirland kommt es bald zum Showdown. Involviert sind nicht nur unterschiedliche Mitglieder der Real IRA – allen voran der skrupellos agierende Jimmy O’Phelan (Titus Welliver), auf dessen Konto auch die Zerstörung der Familie des aus Schottland stammenden Sons-Mitglieds Chibs geht. Als Gegner erweist sich auch das Belfaster Charter der Sons of Anarchy. Zum Schluss gelingt es der Gruppe, Abel zu befreien und sich sowohl O’Phelan als auch die ATF-Agentin Stahl endgültig vom Hals zu schaffen. Allerdings hat der Nordirland-Trip eine weitere unliebsame Folge. Gemma erfährt nicht nur, dass ihr verstorbener Ex-Mann John in Nordirland eine zweite Familie unterhalten hat. Johns zweite Frau Maureen steckt Jax zudem Briefmaterial zu, aus dem hervorgeht, dass Clay und Gemma in John Tellers Tod stärker involviert waren, als diese nach außen zugeben.

Staffel 4 Die vierte Staffel der Serie beginnt mit der Haftentlassung der Gruppe 14 Monate später. Hauptkonfliktlinie sind die sich verschärfenden Spannungen innerhalb der Gruppe. Als neue Figuren treten der ruhig und überlegt vorgehende Staatsanwalt Lincoln Potter (gespielt von Ray McKinnon), der neue Deputy Chief Eli Roosevelt (Rockmond Dunbar) sowie der mexikanische Waffenhändler Romero „Romeo“ Parada (Danny Trejo) auf. Zu Beginn vereinbaren Clay und Jax einen Waffenstillstand. Inhalt: Jax unterstützt Clay unter der Bedingung, dass dieser ihm den Ausstieg aus der Gruppe ermöglicht. Der kriminelle Handlungsstrang wird mehr und mehr zu einem Spiel über Bande mit mehreren Beteiligten: lokalen Ablegern der russischen Mafia, der Real IRA, dem Galindo-Kartell von „Romeo“ Parada, dem Konkurrenzsyndikat Lobo-Sonora-Kartell sowie dem desolaten Chapter der Sons of Anarchy im benachbarten Bundesstaat Arizona. Beim entscheidenden Zugriff der Bundespolizei stellt sich allerdings heraus, dass eines der Kartelle direkt vom US-amerikanischen Geheimdienst CIA betrieben wird. Der interne Konflikt innerhalb der Gruppe spitzt sich zu – unter anderem aufgrund der Informationen, die Maureens Briefe enthalten. Clay ermordet ein Gruppenmitglied, damit seine Beteiligung am Tod von John Teller nicht publik wird. Am Ende der Staffel liegt neben dem persönlichen auch ein ermittlungstechnischer Scherbenhaufen: Staatsanwalt Potter hat sein Ziel, das Charming-Chapter der Sons of Anarchy dingfest zu machen, nicht erreicht.

Staffel 5