Der Klagenfurter Athletik Club Sektion Floorball (kurz: KAC Floorball) ist ein österreichischer Floorballverein aus der Kärntner Landeshauptstadt Klagenfurt am Wörthersee. Er wurde 2002 gegründet und nahm im selben Jahr den Spielbetrieb auf. Die Teamfarben sind Rot und Weiß.

Der KAC Floorball ist Mitglied des Österreichischen Floorball Verbandes sowie des Kärntner Floorballverbandes und trägt seine Bundesliga-Heimspiele in der Sporthalle Waidmannsdorf aus.

Geschichte Premierentitel unter der Ära Niemi Der KAC Floorball wurde am 24. September 2002 von den Floorballspielern Torsten Lutter und Peter Marschik gegründet. Der erste Head Coach war der Finne Tero Niemi, der die Mannschaft als Spielertrainer anführen sollte. Peter Marschik war der erste Präsident der Vereinsgeschichte.

Das Team wurde in der ersten Saison mit drei Legionären besetzt, neben Niemi wurde auch dessen Landsmann Paso Valjakka sowie der Schwede Karl Jepsson in die Mannschaft geholt.

Bereits in der ersten Spielzeit seines Bestehens konnte Spielertrainer Niemi den KAC Floorball bis ins Finale der österreichischen Floorball-Bundesliga führen, wo in der Overtime mit einem 3:2-Sieg gegen die TVZ Wikings Zell am See der erste Meistertitel errungen werden konnte.

Nach der erfolgreichen Premierensaison verließ Karl Jepsson den Verein. Die Saison verlief stark, obwohl man die Hoffnungen auf eine Titelverteidigung nicht allzu groß waren. Trotzdem wurde der Einzug ins Finale erneut geschafft, wo der KAC allerdings den TVZ Wikings unterlag.

Schwierige Jahre und Abstieg in die 2. Liga

In den folgenden Jahren konnte der KAC Floorball an die Erfolge der ersten beiden Spielzeiten nicht anknüpfen. Trotz einer Kooperation mit dem FBV Klagenfurt, der zahlreiche Spieler an den KAC verlieh, sowie namhaften Neuverpflichtungen wie der ehemalige deutsche Nationalspieler Jochen Bathe vom UHC Zuger Highlands konnte in den Jahren 2005 bis 2008 jeweils nur das Halbfinale erreicht werden. Dies sorgte auch innerhalb der Mannschaft für gewaltige Unruhen.

Die Konsequenz folgte im Sommer 2008, als etwa drei Viertel der Spieler die Mannschaft verließen, unter anderem Meistertrainer Tero Niemi, der nach Finnland zurückkehrte. Somit zog der KAC Floorball seine Nennung für die Bundesliga zurück und absolvierte die Saison 2008/09 in der zweiten Liga. Torsten Lutter wurde neuer Spielertrainer, Thomas Kruggel sein Nachfolger als Kapitän. Um eine konkurrenzfähige Mannschaft stellen zu können, wurden zahlreiche Eigenbauspieler in die Kampfmannschaft befördert, um schließlich in der darauffolgenden Saison wieder in die Bundesliga einzusteigen.

Rückkehr in die Bundesliga und erster Finaleinzug nach dem Wiederaufstieg

Im Sommer 2009 bestätigte der KAC Floorball den Wiedereinstieg in die Bundesliga. Thomas Kruggel trat bereits nach einer Saison als Kapitän zurück, sein Nachfolger wurde Andreas Pfeifer. Aufgrund der geringen Erfahrung der Mannschaft wurde die Erwartungshaltung im Gegensatz zu den vergangenen Jahren relativ gering gehalten. Trotzdem qualifizierte sich der KAC Floorball gleich wieder für die Playoffs, wo im Halbfinale Schluss war. Auch in den Jahren 2011 bis 2014 wurde zwar stets das Halbfinale erreicht, der Kampf um den zweiten Meistertitel der Vereinsgeschichte blieb dem Verein aber zu diesem Zeitpunkt verwehrt.

Zur Saison 2014/15 trat Torsten Lutter als Spielertrainer zurück. Ihm folgte Andreas Pfeifer als Spielertrainer, der bereits im Jahr zuvor das Kapitänsamt an Michael Gritsch weitergegeben hat. Der KAC verstärkte sich zudem mit Nationalspieler Matthias Weigert vom UHC Linz.

Nachdem im Grunddurchgang der dritte Rang erreicht wurde, konnte in der Best-of-three-Halbfinalserie gegen Unihockey Vorarlberg durch einen 2:0-Seriensieg der dritte Finaleinzug der Vereinsgeschichte erreicht werden. Dort unterlag der KAC Floorball dem VSV Unihockey deutlich in drei Spielen der Best-of-five-Serie.

Lutters Abwahl und Neustrukturierung des Vereins Nachdem Präsident Torsten Lutter bei der Vorstandswahl 2015 abgewählt wurde, wurde auch nicht mehr mit ihm als Spieler geplant. Unter anderem führte dies zum Bruch zwischen dem KAC Floorball und Lutter, der das Angebot, weiterhin Funktionen im Verein zu übernehmen, ausschlug und daraufhin zum VSV Unihockey wechselte. Sein Abgang sorgte aber vor allem vereinsintern für große Tumulte, da Lutter nach seiner Abwahl als Präsident die Urheberrechte für das Vereinslogo beanspruchte. Der mit ihm befreundete Grafikdesigner Ralf Brunner hatte es im Zuge der Vereinsgründung 2002 entworfen. Das Angebot, das Logo zu kaufen, lehnte der Verein ab. So präsentierte der KAC Floorball im Herbst 2015 sein neues Logo.

Mit dem Ausscheiden von Torsten Lutter begann der neue Vorstand um Präsident Thomas Sterniczky, den Verein neu zu strukturieren. Vor die veraltete Infrastruktur wurde durch einen neu geführten Webauftritt und die Einführung von Merchandise-Artikeln erneuert. In der Bundesliga wurde vermehrt auf Eigenbauspieler gesetzt, unter anderem verließen Matthias Weigert und Torhüter Bernhard Schusser den Verein. Am Ende des Grunddurchganges belegte der KAC Floorball den dritten Tabellenrang und qualifizierte sich damit für die Playoffs, wo die Mannschaft allerdings im Halbfinale dem späteren Meister Wiener Floorball Verein unterlag.

Im Sommer 2016 präsentierte der KAC Floorball mit Ex-Spieler Oliver Pucher einen neuen Head Coach. Zudem wurde der in Klagenfurt ausgebildeten Nationalspieler Christoph Haimburger vom IC Graz an den Wörthersee transferiert. Mit Christian Dworzak und Georg Luschin verließen jedoch zwei wichtige Stützen der Kampfmannschaft den Verein und wechselten zum Wiener Floorball Verein.

Anschluss an die Ligaspitze Der KAC Floorball startete mit einer großen Überraschung in die neue Bundesliga-Saison, mit einem 4:3-Auswärtssieg gegen den VSV Unihockey konnte das erste Kärntner Derby nach mehr als 13 Jahren gewonnen werden. Dem folgte 7:2-Heimsieg über den amtierenden Meister Wiener Floorball Verein am dritten Spieltag, was den KAC Floorball mit einem Schlag zum Mitfavoriten auf den Titel machte. In der Halbfinalserie scheiterte die von Kapitän Alexander Kalles angeführte Mannschaft aber knapp am VSV Unihockey.

Vor der darauffolgenden Saison 2017/18 wurde mit Kari-Matti Ratsula ein ehemaliger finnischer Nationalspieler als neuer Co-Trainer präsentiert. Die Mannschaft belegte nach dem Grunddurchgang den zweiten Tabellenrang und traf in der Best-of-three-Halbfinalserie auf den favorisierten VSV Unihockey. Das erste Spiel wurde mit 2:7 verloren, wodurch die Hoffnung auf den vierten Finaleinzug der Vereinsgeschichte denkbar gering waren. Tatsächlich zeigte die Mannschaft im zweiten Halbfinalspiel ein komplett anderes Gesicht und siegte mit 8:5, um eine Woche darauf mit einem 6:2-Sieg ins Finale einzuziehen. Auch das erste Finalspiel in Wien konnte gewonnen werden, wodurch der KAC Floorball nun einen Matchball vor eigenem Publikum hatte. In einem Torspektakel unterlagen die Klagenfurter dem Wiener Floorball Verein allerdings mit 9:10, im Entscheidungsspiel am 21. April 2018 platzte der Traum nach dem zweiten Titel durch eine 6:10-Niederlage erneut.

Turbulente zwei Jahre in der IFL Im Sommer 2018 bestätigte der Österreichische Floorball Verband die Gründung einer Internationalen Liga, die gemeinsam mit dem Slowenischen Floorball Verband geführt wurde. Grund dafür war der große Niveauunterschied innerhalb der nationalen Ligen. Der KAC Floorball war neben dem VSV Unihockey, dem Wiener Floorball Verein, dem FBK Polanska Banda, dem FBC Borovnica und dem FBK Insport Škofja Loka eines der sechs Gründungsmitglieder der neuen International Floorball League, die schon in der Saison 2018/19 den Spielbetrieb aufnahm. Der Verein musste jedoch den Rücktritt von Head Coach Oliver Pucher hinnehmen, der Co-Trainer der österreichischen Nationalmannschaft wurde. Auf ihn folgte mit Kari-Matti Ratsula sein Assistent aus der vergangenen Spielzeit. Der KAC Floorball beendete den Grunddurchgang auf dem fünfte Platz und verpasste damit die Qualifikation für das Final-Four, in dem der FBK Insport Škofja Loka als erster IFL-Champion hervorging. Im Halbfinale der österreichischen Staatsmeisterschaften trafen die Klagenfurter erneut auf den VSV Unihockey, unterlagen aber trotz des gewonnenen Auftakspiels in drei Spielen der Best-of-three-Serie. Nach der Saison gab Trainer Ratsula bekannt, nach Finnland zurückzukehren.

In der Saison 2019/20 wurde die IFL mit drei Teams aus Ungarn (Phoenix Fireball, SZPK Komárom, Dunai Krokodilok) aufgestockt. Vor der Saison wurde mit Jochen Bathe ein ehemaliger KAC-Spieler als neuer Trainer vorgestellt. Philipp Horn wurde zum neuen Kapitän ernannt. Wenige Tage vor Saisonbeginn wurde der KAC Floorball jedoch von den Abgängen von Joseph Holl und Christoph Haimburger (zum VSV Unihockey) sowie von Torhüter Maximilian Obereder (zum Wiener Floorball Verein) überrascht. Trotz eines 8:5-Auftaktsieges gegen Polanska Banda verlief die Saison enttäuschend, der Grunddurchgang wurde mit nur zwei Siegen aus 16 Spielen auf dem vorletzten Rang beendet. Trainer Jochen Bathe wurde im Februar 2020 seines Amtes enthoben, Peter Mack führte die Mannschaft interimistisch als Spielertrainer in die letzten drei Spiele. Die noch zu absolvierenden österreichischen Playoffs wurden zudem aufgrund der COVID-19-Pandemie abgesagt, womit es im Jahr 2020 keinen österreichischen Meister gab.

Rückzug aus der IFL Aufgrund der unerfreulichen Resultate der vergangenen Saison und durch die COVID-19-Pandemie nach wie vor unsicheren Lage zog der KAC Floorball seine Mannschaft aus der IFL zurück und kehrte in die Bundesliga zurück. Der IC Graz, der den Platz des KAC in der internationalen Liga einnehmen sollte, verpflichtete daraufhin mit Alexander Kalles, Florian Hreniuk und Franz Niederleitner drei Stammspieler der Klagenfurter. Auch Kapitän Philipp Horn verließ die Mannschaft und schloss sich dem Wiener Floorball Verein an. Peter Mack, der nun offiziell als Spielertrainer in die neue Spielzeit ging, ernannte Fabian Hirm zum neuen Spielführer.

Vor der Saison nahm die Mannschaft zudem an der ersten Auflage des ÖFBV Super Cups teil, welchen man auf dem vierten Rang beendete. Die Bundesligasaison startete der KAC Floorball mit einem 6:5-Heimsieg nach Penaltyschießen gegen den IC Graz, der eigentlich an der IFL teilnehmen wollte. Diese wurde aufgrund der weiter andauernden COVID-19-Pandemie aber abgesagt, womit die Teams aus Graz, Villach und Wien mehr oder weniger außer Konkurrenz an der Bundesliga teilnahmen. Die Bundesligateams wurden in zwei Gruppen aufgeteilt (West: KAC Floorball, TVZ Wikings Zell am See, HotShots Innsbruck, VSV Unihockey II) und Ost (FBC Dragons, UHC Crossroads, IBC Leoben). Während die ursprünglichen IFL-Teilnehmer fix für die Staatsmeisterschafts-Playoffs qualifiziert waren, wurde der vierte Teilnehmer im Bundesliga-Final-Four ausgespielt, welches am 13. und 14. März 2021 in Maria Alm stattfand. Die beiden punktbesten Teams der Gruppen West und Ost nach dem Grunddurchgang qualifizierten sich für das Final-Four. Als Sieger der Gruppe West traf der KAC Floorball im Halbfinale auf den zweitplatzierten der Gruppe Ost, den UHC Crossroads, gegen den man mit 12:1 triumphierte. Das Finale gegen den FBC Dragons wurde mit 7:3 gewonnen, womit sich der KAC Floorball zum Bundesliga-Meister krönte. Im Halbfinale der österreichischen Staatsmeisterschafts-Playoffs traf der KAC Floorball dann auf den Wiener Floorball Verein, verlor die Best-of-three-Serie aber nach zwei Spielen.

Neustrukturierung des Vereins