Moschee baba ist ein umstrittenes Computerspiel aus dem Jahr 2010, welches im Wahlkampf zur Landtagswahl in der Steiermark 2010 zunächst auf den Websites der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ Steiermark) lanciert wurde. Das Computerspiel erregte im Wahlkampf österreichweit starke mediale Aufmerksamkeit und wurde vom österreichischen Bundespräsidenten Heinz Fischer als „Geschmacklosigkeit“ bezeichnet.Fischer: Anti-Minarettspiel "wirkliche Geschmacklosigkeit", Die Presse, vom 5. September 2010
Beschreibung In dem Webbrowser-Spiel geht es darum, möglichst viele Minarette, Moscheen und Muezzine, die zeitlich aufeinanderfolgend am Bildschirm erscheinen, zu stoppen. Kritiker sprechen von „abschießen“. Das Spiel sei menschenverachtend. Am Ende des Spiels erscheint der Hinweis, die Steiermark sei voller Minarette und Moscheen.Birgit Riegler in Der Standard online: Game "Moschee Baba": FPÖ-Werbung lässt Muezzins abschießen vom 31. August 2010 Entwickler des Computerspiels ist der deutsche Werber Alexander Segert von der Schweizer Werbeagentur Goal AG,Entwickler Segert spricht von Datenklau, Der Standard, 6. September 2010 welcher mit umstrittenen Minarett-Plakaten der Schweizerischen Volkspartei (SVP) sowie der originalen Version des Spiels, Minarett-Attack,FPÖ-Kurzmann: Anklage wegen Verhetzung, ORF, 25. Mai 2011 im Schweizer Minarettstreit mediale Aufmerksamkeit erzeugte., 25. Februar 2010
Am 2. September 2010 wurde nach einer Anzeige wegen „Verhetzung und Herabwürdigung religiöser Lehren“ von der Staatsanwaltschaft Steiermark im Nationalrat die Aufhebung der Immunität des steirischen FPÖ-Obmannes Gerhard Kurzmann beantragt und das Spiel von der Website der FPÖ Steiermark aufgrund einer einstweiligen Verfügung entfernt.Anti-Minarett-Spiel: Parteichef soll ausgeliefert werden, Die Presse, 2. September 2010Moschee baba: Justiz lässt Minarett-Spiel sperren, Die Presse, 3. September 2010 In der Folge wurde das Computerspiel auf die als neonazistisch eingestufte, auf US-amerikanischen Servern betriebene Website Alpen-Donau.info und andere Webserver übertragen, woraufhin die FPÖ Steiermark eine Klage wegen Verletzung des Urheberrechtes einbrachte.Moschee baba-Spiel: FPÖ bringt Copyright-Klage ein, Die Presse, 6. September 2010Anti-Minarett-Spiel der FPÖ wieder online, ORF, 5. September 2010Steirische FPÖ kündigt Copyright-Klage an, Der Standard, 6. September 2010
Am 14. Oktober 2011 wurden Gerhard Kurzmann und Alexander Segert vom Grazer Straflandesgericht vom Vorwurf der Verhetzung freigesprochen. Verhetzung: FPÖ-Kurzmann freigesprochen
Quellen
Kategorie:Computerspiel 2010 Kategorie:Shoot ’em up Kategorie:Browserspiel