Serpuchow () ist eine russische Großstadt in der Oblast Moskau mit 134.000 Einwohnern (Stand: 2025). Sie liegt rund 90 km südlich von Moskau an der Oka.
Nach Serpuchow ist die geologische Stufe Serpukhovium benannt sowie ein Schiff der Bujan-Klasse.
Geschichte Die Stadt, die schon seit dem 14. Jahrhundert besteht, wurde im 16. Jahrhundert zur Festung ausgebaut, um Moskau von Süden her zu schützen. In diesem Zusammenhang entstand der Kreml als befestigtes Zentrum, während sich außerhalb der Possad als Siedlung von Handwerkern und Händlern entwickelte und bis heute Teile des Stadtbildes prägt. Bereits während des Stehens an der Ugra war die Stadt Stützpunkt des Heeres des Großfürstentums Moskau unter Großfürst Iwan III. gewesen. Spuren älterer Siedlungsstrukturen zeigen sich unter anderem in Namen wie Iwanowskije Dworiki (Kleine Höfe des Iwan). Nach dem Wachsen des Russischen Reiches nach Süden entwickelte sich Serpuchow zu einer Handelsstadt und zu einem religiösen Zentrum, unter anderem durch die beiden Klöster in ihrer Nähe: das Wladytschny- und das Wyssozki-Kloster. Die Textilindustrie hielt im 19. Jahrhundert Einzug, was sich bis heute unter anderem im Namen des Wohngebiets Krasny Tekstilschtschik (Roter Textilarbeiter) widerspiegelt. In der Zeit der Sowjetunion wurde die Industrie ausgebaut, die heute unter anderem Maschinenbau (z. B. den zeitweiligen Automobilhersteller SeAZ), Möbel- und Kleiderherstellung umfasst.
Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1897 30.571 1926 56.000 1939 90.727 1959 106.387 1970 124.293 1979 139.717 1989 143.618 2002 131.097 2010 127.041 Anmerkung: Volkszählungsdaten (1926 gerundet)
Infrastruktur Die Stadt hat mehrere Schulen und Bildungsinstitutionen. Sie liegt an der russischen Fernstraße M 2, die von Moskau nach Charkiw führt, sowie an der ringförmig um Moskau herum verlaufenden A 108. Zudem hat Serpuchow einen Bahnhof an der Bahnstrecke Moskau – Kursk.
Etwa 35 km nordöstlich von Serpuchow, in Kurilowo in der Oblast Kaluga liegt die Militärbasis Serpuchow-15. Hier leistete Stanislaw Jewgrafowitsch Petrow Dienst, als er sich bei dem Vorfall am 26. September 1983 entschied, einen von der Automatik fälschlich gemeldeten Angriff durch US-amerikanische Minuteman-Raketen als Fehlalarm zu werten und damit einen atomaren Erstschlag der Sowjetunion verhinderte.
Nach Serpuchow benannt wird auch manchmal das 15 km von Serpuchow in Protwino gelegene Institut für Hochenergiephysik (IHEP).
Söhne und Töchter der Stadt Michail Balakin (* 1961), Unternehmer Nikolai Bogolepow (1846–1901), Volksbildungsminister Nadeschda Bykowa (1907–1997), Architektin Wiktor Grischin (1914–1992), Politiker Tatjana Kortawa (* 1960), Linguistin und Hochschullehrerin Umar Kremljow (* 1982), Boxfunktionär Antonina Lasarewa (* 1941), Hochspringerin Stanisław Leśniewski (1886–1939), polnischer Philosoph, Mathematiker und Logiker Stepan Lewitski (1876–1924), Schachspieler Wiktorija Lomasko (* 1978), Künstlerin und Kuratorin Oleg Menschikow (* 1960), Schauspieler Alexander Muchin (* 2002), Fußballspieler Walentin Muratow (1928–2006), Turner Wiktor Prschijalkowski (1930–2016), Computeringenieur Gawrila Solodownikow (1826–1901), Kaufmann, Unternehmer, Philanthrop und Mäzen
Städtepartnerschaften Serpuchow listet folgende achtzehn Partnerstädte auf: StadtLandAlexin 15pxAntalya 15pxBalaklija 15pxBobigny 15pxCeadîr-Lunga 15pxÇeşmeDanilovgrad 15pxForssa 15pxIwano-Frankiwsk 15pxLindau 15pxMalojaroslawez 15pxMělník 15pxPrawezRichmondSaslauje 15pxSjewjerodonezk 15pxSluzk 15pxSousse 15pxVerona 15pxWraza 15pxZhanjiang
Einzelnachweise
Weblinks
Inoffizielle Website (russisch) Website der Serpuchow-Region (russisch) Serpuchow auf mojgorod.ru (russisch)
Kategorie:Ort in der Oblast Moskau