mini|hochkant|Henryka Krzywonos im Jahr 2015 Henryka Krystyna Krzywonos-Strycharska (* 27. März 1953 in Olsztyn als Henryka Krystyna Januszkiewicz) ist eine Aktivistin der polnischen Gewerkschaft Solidarność. Seit 2015 gehört sie dem Sejm in der VIII., IX. und X. Wahlperiode für die Platforma Obywatelska an.
Leben 1973 bis 1978 arbeitete sie als Straßenbahn-Fahrerin in Danzig, danach in der Danziger Leninwerft als Kranführerin, um 1979 zum Führerstand der Tram zurückzukehren.
Am 15. August 1980 hielt sie die Straßenbahn Nummer 15 vor der Baltischen Staatsoper an und teilte den Fahrgästen der Straßenbahn, die mit Bravo-Rufen reagierten, die Nichtweiterfahrt mit, ein Signal zur Fortsetzung des begonnenen Streiks der Arbeiter. Am 16. August begab sie sich zur Werft zu den Streikenden und verkündete ihren Gewerkschaftsbeitritt. Mit Alina Pienkowska, Anna Walentynowicz und Ewa Osowska gehörte sie zu den wichtigsten Figuren im Streikkomitee. Am 31. August gehörte sie zu den Unterzeichnern des August-Übereinkommens mit der Regierung.
Während des Kriegsrechts in Polen wurde sie während einer Hausdurchsuchung schwer geschlagen. Als Folge dieser Misshandlung verlor sie ihr ungeborenes Kind.wyborcza.pl
Von 1994 bis zu ihrer Pensionierung 2009 betrieb sie ein privates Kinderheim in Danzig.gdansk.naszemiasto.pl Ab 1995 gehörte Krzywonos der Unia Wolności an.„Gwiazda Henryki Krzywonos“ auf wiadomosci.wp.pl, abgerufen am 19. Mai 2026. Bei den Selbstverwaltungswahlen 2002 kandidierte sie für das Bürgerkomitee von Bogdan Borusewicz zum Stadtrat von Danzig, erhielt aber kein Mandat.Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 19. Mai 2026.
mini|hochkant|Wandbild „Frauen der Freiheit“ in Danzig (Henryka Krzywonos ist die Frau mit den blauen Haaren). Am 3. Mai 2006 erhielt sie für herausragende Leistungen in ihrer Arbeit für den demokratischen Wandel in Polen das Komturkreuz des Ordens der Wiedergeburt Polens, den Orden Polonia Restituta.tygodnik.onet.pl 2009 wurde sie vom Kongress der Polnischen Frauen ausgezeichnet. Henryka Krzywonos wurde ein Dokumentarfilm gewidmet: Świat bez tajemnic – Oni zrywali Żelazną Kurtynę – Polska. Henryka Krzywonos i narodziny Solidarności zu Deutsch: Als der Ostblock Geschichte wurde – Sie brachen den Eisernen Vorhang – Polen. Henryka Krzywonos und die Geburt der Solidarność, von Małgorzata Bucka (Frankreich 2008/2009). Im deutschen Fernsehen lief der Film unter dem Titel Henrykas Solidarität in der Filmreihe Als der Ostblock Geschichte wurde.
Bei der offiziellen Gedenkfeier zum 30. Jubiläum der Solidarność am 30. August 2010 ergriff sie kurz das Wort und verwahrte sich gegen nach ihrer Auffassung unsolidarisches und spalterisches Wirken einzelner Solidarność-Mitglieder. Bei der Europawahl 2014 bewarb sie sich vergeblich für die Platforma Obywatelska (PO), der sie inzwischen angehörte, um ein Mandat.Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 19. Mai 2026. Bei den Parlamentswahlen 2015Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 19. Mai 2026., 2019Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 19. Mai 2026. und 2023Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 19. Mai 2026. wurde sie jeweils für die PO in den Sejm gewählt.
Literatur Als Henryka ihre Straßenbahn stoppte. In: Berliner Zeitung, 6. Mai 2009
Weblinks
Henryka Krzywonos-Strycharska in der Solidarność-Enzyklopädie „Ciągle robię to samo – Ich tue weiter dasselbe“
Einzelnachweise
Kategorie:Sejm-Abgeordneter (Dritte Republik) Kategorie:UW-Mitglied Kategorie:PO-Mitglied Kategorie:Politiker (21. Jahrhundert) Kategorie:Bürgerrechtler (Polen) Kategorie:Solidarność Kategorie:Opfer der Diktatur der Volksrepublik Polen Kategorie:Person (Danzig) Kategorie:Träger des Ordens Polonia Restituta (Komtur) Kategorie:Pole Kategorie:Geboren 1953 Kategorie:Frau