Ballstadt (fränkisch: „Balschdad“E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 44.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Lehrberg im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Ballstadt liegt in der Gemarkung Brünst.
Geografie Durch das Dorf fließt der Seebach und am Birkenfelser Graben, der dort als rechter Zufluss in den Seebach mündet. 1,25 km nordwestlich liegt der Heßberg () im Forst Birkenfels. Im Süden liegt das Waldgebiet Hintere Schönau, im Südosten der Birkenschlag. Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Brünst (1,7 km östlich), nach Lehrberg (2 km südwestlich) und zur Kreisstraße AN 21 südlich von Birkenfels (0,9 km nördlich).
Geschichte Der Ort wurde 1342 als „Balgstat“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist wohl der Scheltname Balg (s. a. Balg (Wiktionary)), den der Gründer der Siedlung getragen hat. 1439 wurde der Ort als „Walstat“ erwähnt, 1477 als „Palstat“, 1492 als „Balstat“, 1684 als „Baalstadt“ und 1732 als „Ballstatt“.
Im 16-Punkte-Bericht des Fürstentums Ansbach von 1684 wurden für Ballstadt 9 Mannschaften angegeben. Grundherren waren das Hofkastenamt Ansbach (1 Anwesen), der Bürgermeister und Rat zu Ansbach (1), der Geheime Rat Förster (1) und das eichstättische Vogtamt Lehrberg (6). Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft war strittig zwischen dem Hofkastenamt Ansbach und dem Vogtamt Lehrberg.Staatsarchiv Nürnberg, Ansbacher Salbuch 127, 347. Zitiert nach
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bildete Ballstadt mit der Walkmühle eine Realgemeinde bestehend aus 10 Anwesen und einem Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte weiterhin das Hofkastenamt Ansbach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das eichstättische Vogtamt Lehrberg inne. Grundherren waren das Fürstentum Ansbach (Hofkastenamt Ansbach: 1 Dreiviertelhof, 1 Walkmühle; Ansbacher Rat: 1 Gütlein) und das Hochstift Eichstätt (Propsteiamt Herrieden: 1 Halbhof, 1 Viertelhof, 4 Güter; Kantorei und Kapitel des Stifts Herrieden: 1 Gut).J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Band 1, Sp. 214. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Ballstadt dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Brünst und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Brünst zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–1817. Zitiert nach Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde diese am 1. Januar 1978 nach Lehrberg eingemeindet.
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2008 2014 Einwohner 56 65 82 80 64 60 71 121 89 68 58 48 41HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und von 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 12 12 12 13 11 12 14 16 Quellewww.lehrberg.de (4 Dez. 2012 15:28:30 UTC) auf archive.is Die Einwohnerzahl sämtlicher Ortsteile entspricht annähernd dem Einwohnerstand der Gesamtgemeinde für den 31. Dezember 2008. Die Differenz von 8 Einwohnern erklärt sich durch die Nichtauflistung der selbstständigen Ortsteile Dauers-, Fritz-, See- und Walkmühle.
Religion Ballstadt ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Margaretha (Lehrberg) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren zunächst nach St. Ludwig (Ansbach) gepfarrt, seit 1970 ist die Pfarrei Christ König (Ansbach) zuständig.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Geographie (Lehrberg) Kategorie:Ersterwähnung 1342