Das Internationale Schlagerfestival der Ostseeländer (1962–etwa 1970), Schlagerfestival der Ostseestaaten (etwa 1971–1975), Internationales Liederfestival Menschen und Meer (1976–1989) war ein jährlicher Musikwettbewerb in Rostock.

Geschichte Internationales Schlagerfestival der Ostseeländer/Ostseestaaten 1962–1975 Ab 13. Juli 1962 wurde erstmals das Internationale Schlagerfestival der Ostseeländer als Teil der jährlichen Ostseewoche veranstaltet. Es nahmen je ein Sänger und eine Sängerin aus der DDR, Polen, Finnland, Norwegen, Schweden und Dänemark teil. Die Sieger wurden durch Publikumsabstimmung ermittelt. Dadurch gewannen die beliebten DDR-Sänger Bärbel Wachholz und Fred Frohberg.

Deshalb wurde ab 1963 eine Jury gebildet, die etwas neutraler die Qualität der Musik und der Interpretation bewerten sollte. Darin waren Sachverständige aus allen Ostseeanrainerstaaten vertretern, darunter Kulturverantwortliche, Künstler, Vertreter von Schallplattenfirmen und andere. 1967 gehörten Seymor Österwall, Musikchef der schwedischen Volksparkorganisation, Jorma Weneskowski, finnischer Orchesterleiter und Wilhelm Penndorf, Chefredakteur für Musik bei Radio DDR dazu.5 Jahre Internationales Schlagerfestival der Ostseeländer Vinyl, mit Informationstext der Schallplatte von 1967 Daneben gab es weiterhin einen Publikumspreis, der aus einem Bernsteinteller bestand, sowie Sonderpreise der Festivalleitungen der befreundeten Schlagerfestivals von Sopot und Opole in Polen. Es durften nur Titel vorgestellt werden, die nicht älter als ein halbes Jahr waren.

Ab 1965 gab es nur noch einen Wettbewerb für Sänger und Sängerinnen gemeinsam. Ab 1966 waren die Mehrzahl der vorgestellten Titel Erstaufführungen, die extra für das Festival komponiert worden waren.

Spätestens seit 1971 hieß der Wettbewerb Schlagerfestival der Ostseestaaten. 1975 fand er letztmalig statt, da die Ostseewoche danach eingestellt wurde. Seit 1976 gab es die Rostocker Sommerfesttage.

Internationales Liederfestival Menschen und Meer 1977–1989 Seit 1977 wurde das Internationale Liederfestival Menschen und Meer durchgeführt. Dieses wurde von der Konzert- und Gastspieldirektion Rostock, dem Ostseestudio des DDR-Fernsehens und der Ferienwelle von Radio DDR weiterhin an jedem zweiten Juliwochenende in der Sport- und Kongreßhalle Rostock durchgeführt. Seitdem nahmen Sänger und Gruppen aus jeweils 18 bis 20 Ländern teil, darunter aus Irland, Kuba und Libanon.

1982 gab es eine Publikumswertung (am 8. Juli), eine Jurywertung (am 9. Juli) und einen Galaabend mit den Gewinnern (am 10. Juli), wahrscheinlich war es in den anderen Jahren ähnlich.Kulturpalast Theaterarchiv Dresden, Programm des Schlagerfestivals Dresden 1981 mit Vorschau des Rostocker Liederfestivals Menschen und Meer 1982 (als Schlager-Grand Prix 1981, in Archiv Schwarze, PDF 16) 1989 wurde das Festival Menschen und Meer zum letzten Mal veranstaltet.

Preisträger Internationales Schlagerfestival der Ostseeländer/Ostseestaaten 1962: Bärbel Wachholz, DDR, mit Das kann ich niemals vergessen 1962: Fred Frohberg, DDR, mit Am Kai wartest du 1963: Jane Swärd, Schweden, mit Jeg savner dig 1963: Tadeusz Wozniakowski, Polen, mit Olla-la Mandolina 1964: Jette Ziegler, Dänemark, mit Zum Tanzen gehören vier Beine 1964: Otto Brandenburg, Dänemark, mit Sangen om dig 1965: Wencke Myhre, Norwegen, mit Menn er menn (Männer sind Männer) 1966: Regina Thoss, DDR, mit Die erste Nacht am Meer 1967: Monika Hauff, DDR, mit Du glaubst mir nicht 1968: Benny Borg, Schweden, mit Erinnerst Du Dich an den Frühling 1969: Ray Adams, Norwegen, mit Wer wird der Nächste sein 1970: Dagmar Frederic und Siegfried Uhlenbrock, DDR, mit Tanz in der Sommernacht 1971: Jukka Kuoppamäki, Finnland, mit Pieni Mies (Kleiner Mann) 1972: Jukka Kuoppamäki, Finnland, mit Sininen ja valkoinen (Blau und Weiß) 1973: Chris Doerk, DDR, mit Keinen Tag 1974: Zbigniew Wodecki, Polen, mit Allein wie eine Vogelscheuche 1975: Thomas Lück, DDR, mit KunigundeWebsite von Thomas Lück, abgerufen am 3. Oktober 2010

Internationales Liederfestival Menschen und Leute 1977: Jan Høiland, Norwegen 1978: Monica Aspelund, Finnland 1979: Sammy Clark, Libanon 1979: Peter Cyon, Niederlande 1980: Alicja Majewska, Polen 1981: Ami Aspelund, Finnland 1982: Maja Catrin Fritsche, DDR 1983: Coco York, Niederlande 1984: Silvia Kottas, DDR 1985: Gene Summer, Belgien 1986: Júlia Postásy, Ungarn 1987: Imants Vanzovičs, UdSSR (Lettland) 1988: Jeffrey Garth, Niederlande 1989: Anke Lautenbach, DDR

Musikaufnahmen 1967 und 1972 wurde je eine Schallplatte mit den Siegertiteln der letzten fünf Jahre bei AMIGA herausgegeben. Darauf waren auch einige Informationen zur Geschichte und den Modalitäten der Festivals angegeben. Spätestens seit 1977 gab es Fernseh- und Rundfunkaufnahmen der Konzerte, die dann auch gesendet wurden.

5 Jahre Internationales Schlagerfestival der Ostseeländer, 19675 Jahre Internationales Schlagerfestival der Ostseeländer Vinyl, mit Informationstext, die Siegertitel der skandinavischen Länder sind aber nur in einer Instrumentalfassung enthalten Informationen zum Festival mit Titelliste der Amiga-LP bei wdr4.de WDR4 vom 22. Juli 2007, auch mit gesungenen Titeln der skandinavischen Länder, die auf der AMIGA-LP nur als Instrumentaltitel enthalten sind

Schlagerfestival der Ostseestaaten, 1972Schlagerfestival der Ostseestaaten Vinyl, mit Covertext

Literatur Lieder von Menschen und Meer. In Norddeutsche Neueste Nachrichten vom 10. Mai 2006, S. 17 Ostsee-Zeitung, Norddeutsche Neueste Nachrichten, Norddeutsche Zeitung, Der Demokrat, Neues Deutschland, Melodie und Rhythmus, 1962–1989, mit Berichten von den Festivals Archivmaterial im Stadtarchiv Rostock und im Bundesarchiv

Weblinks Dokumente über das Schlagerfestival der Ostseestasten in der Deutschen Digitalen Bibliothek

Einzelnachweise

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