Die Feuchtnasenprimaten,Geissmann: Vergleichende Primatologie. 2003, S. 41. Feuchtnasenaffen oder Nacktnasenaffen (Strepsirrhini oder Strepsirhini) sind eine Unterordnung der Primaten und werden den Trockennasenprimaten gegenübergestellt. Traditionell wurden sie dagegen mit den Koboldmakis als Halbaffen zusammengefasst.

Allgemeines Feuchtnasenprimaten unterscheiden sich in einer Reihe von Merkmalen von der anderen Unterordnung, den Trockennasenprimaten. Namensgebender Unterschied ist der Nasenspiegel (Rhinarium), der bei diesen Tieren wie bei den Katzen feucht ist, was sich auch im besser entwickelten Geruchssinn widerspiegelt. Weitere Unterschiede liegen im Daumen, der nur in einem schwächeren Ausmaß den anderen Fingern gegenübergestellt werden kann, einer vorhandenen Putzkralle an der zweiten Zehe und anderen anatomischen Merkmalen. Darüber hinaus kommen bei Feuchtnasenprimaten eher Mehrlingsgeburten vor, während bei den Trockennasenprimaten die Einzelgeburten überwiegen.

Verbreitung mini| Verbreitungsgebiete:

mini| Fünf der sieben Familien leben auf der Insel Madagaskar. Die beiden anderen kommen im mittleren und südlichen Afrika sowie in Süd- und Südostasien vor.

Systematik Man unterscheidet drei rezente Teilordnungen: Teilordnung Chiromyiformes mit nur einer Art auf Madagaskar Fingertier (Daubentonia madagascariensis)

Teilordnung Lemuren (Lemuriformes) mit vier lebenden und einer ausgestorbenen Familie, alle auf Madagaskar Gewöhnliche Makis (Lemuridae) Katzenmakis (Cheirogaleidae) Wieselmakis (Lepilemuridae) Indriartige (Indriidae) Megaladapidae †

Teilordnung Loriartige (Lorisiformes) mit zwei Familien in Afrika und Asien Loris (Lorisidae) Galagos (Galagonidae)

Eine weitere Gruppe, die Adapiformes, umfasst eine Reihe ausgestorbener Arten, die vom Eozän bis zum Miozän aus Nordamerika und Eurasien belegt sind.

Literatur Thomas Geissmann: Vergleichende Primatologie. Springer, Berlin 2003, ISBN 3-540-43645-6. Ronald M. Nowak: Walker’s Mammals of the World. The Johns Hopkins University Press, Baltimore 1999, ISBN 0-8018-5789-9.

Einzelnachweise

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