Karl Friedrich Ernst Eduard von Waldow und Reitzenstein (* 26. Januar 1858 in Königswalde; † 31. Januar 1945 ebenda)Walter von Hueck: Genealogisches Handbuch des Adels, Adelige Häuser A (Uradel) 1985, Band XVIII, Band 87 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1985, S. 444. . war Rittergutsbesitzer, Forstmann und Mitglied des Deutschen Reichstags.

Leben Karl von Waldow und Reitzenstein war der Sohn des Grundbesitzers Karl von Waldow und Reitzenstein (1818–1888) und der Elisabeth von Jacobs (1827–1878). Er besuchte das Gymnasium zu Potsdam, von 1874 bis 1878 die Klosterschule Roßleben, die Universität Göttingen und die Königliche Forstakademie Eberswalde. 1878 wurde er Mitglied des Corps Saxonia GöttingenKösener Korps-Listen von 1798 bis 1910. Eine Zusammenstellung aller Korpsangehörigen, Hrsg. Karl Rügemer, Verlag der Academischen Monatshefte, Druck Carl Gerber München, Starnberg 1910, 85, 332., 1880 dann während seines Studiums in Eberswalde Mitglied der Akademischen Schützenhaus-Gesellschaft (ASG). 1882 wurde er zum Forstreferendar und 1885 zum Forstassessor ernannt. In diesem Jahr heiratete Karl von Waldow und Reitzenstein auf Stennewitz die Tochter des dortigen Gutsherrn Johanna Treichel-Stennewitz.

1891 folgte die Ernennung zum Königlichen Oberförster. Er schied aus dem Staatsforstdienst aus und übernahm das Rittergut Königswalde. Er war Kreisdeputierter, Mitglied des Kreistages, des Kreisausschusses, des Bezirksausschusses für den Regierungsbezirk Frankfurt a. O. und der Landwirtschaftskammer für die Provinz Brandenburg.

Von 1898 bis 1903 war er Mitglied des Deutschen Reichstags für den Wahlkreis Regierungsbezirk Frankfurt 5 (Oststernberg, Weststernberg) und die Deutschkonservative Partei. Der einflussreiche Grundbesitzer stand wirtschaftlich in guten Umständen, so dass der Eintrag im Jahrbuch der Millionäre des Königreiches Preußen nicht näher bestimmt werden muss, aber auch nicht überbewertet werden kann.

Sein umfangreicher Gutsbesitz auf Königswalde und Reitzenstein im ostbrandenburgischen Kreis Ost-Sternberg gelegen hatte kurz vor der großen Wirtschaftskrise 1929 einen Umfang von mindestens 10800 ha. Er war somit einer der größten Gutsherren in der Provinz Brandenburg.

Karl von Waldow und Reitzenstein war aktiv im Johanniterorden, jener für den evangelischen Landadel so wichtigen Kongregation. Er war jahrelang Leiter des Konvents und Kommendator der Brandenburgischen Provinzial-Genossenschaft.

Kurz nach Vollendung seines 87. Lebensjahres wurde er in seinem Besitz von sowjetischen Truppen getötet.

Literatur Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser 1901. Der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel). 2. Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1900. Digitalisat Lebensbilder: Carl Friedrich Ernst Eduard v. Waldow und Reitzenstein (E 14), in: Die Geschichte derer v. Waldow unter Benutzung des von dem Kammerherrn Franz v. Waldow u. d. Staatsminister a. D. Wilhelm v. Waldow gesammelten Materials / bearb. von Willy Spatz, nach dessen Ableben vollendet von Willy Hoppe, Verlag R. Rohde, Berlin 1927, S. 157 ff. Adelhaid Gundermann, geborene v. Waldow, Hans-Peter Gundermann: Waldow-Post, Nr. 40/41, vom 31.12.2003, Das Nachrichten- und Familienblatt derer v. Waldow. Redaktion und Gestaltung im Auftrag des Waldow’schen Familienverbandes, Selbstverlag, Quickborn 2003. . Vorgänger: Familienverband derer von Waldow: Von Waldow’sche Familien-Nachrichten

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Einzelnachweise

Kategorie:Reichstagsabgeordneter (Deutsches Kaiserreich) Kategorie:Mitglied des Preußischen Herrenhauses Kategorie:Mitglied der Deutschkonservativen Partei Karl Kategorie:Kommendator (Johanniterorden) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1858 Kategorie:Gestorben 1945 Kategorie:Mann Kategorie:Corpsstudent (19. Jahrhundert)