Florshain ist ein Stadtteil von Schwalmstadt im nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis.
Geographische Lage Der aus einer hochmittelalterlichen Rodungssiedlung entstandene Ort liegt in einer Talmulde und ist von Westen nach Südosten von einem umschwingenden Feldrücken umgeben. Florshain ist über die Kreisstraße 101 von Mengsberg nach Treysa zu erreichen.
Geschichte Ortsgeschichte Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Florshain erfolgte unter dem Namen Florshain im Jahr 1549, als die Herren von Gilsa den Ort an einen Reinhard Rink verkauften. Vermutlich ist das Dorf wesentlich älter: zum einen wird es erst durch seinen Verkauf erwähnt, zum anderen stammt die Kirche bereits aus dem Jahr 1520 oder früher.
Ein ehemaliger Siedlungsplatz in der Gemarkung ist die Wüstung Biedenbach.
Im Zuge der Gebietsreform in Hessen fusionierten zum 31. Dezember 1970 die beiden Städte Treysa und Ziegenhain mit den umliegenden bis dahin selbständigen Gemeinden Ascherode, Florshain, Frankenhain, Niedergrenzebach, Rommershausen und Trutzhain auf freiwilliger Basis zur neuen Stadt Schwalmstadt. Dadurch wurde Florshain ein Stadtteil von Schwalmstadt. Verwaltungssitz wurde Treysa. Für die ehemals eigenständigen Städte und Gemeinden von Schwalmstadt wurde je ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Florshain angehört(e):
vor 1450: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Ziegenhain ab 1450: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Amt Ziegenhain ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Ziegenhain Die Zugehörigkeit des Amtes Ziegenhain anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: , und 1623–1638: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt (Pfandschaft), Amt Ziegenhain ab 1648: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Ziegenhain ab 1806: Landgrafschaft Hessen-Kassel,Infolge der Rheinbundakte löste sich das Heilige Römische Reich auf. Amt Ziegenhain 1807–1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra,Infolge der Napoleonischen Kriege. Distrikt Marburg, Kanton Treysa (Friedensgericht Treysa) ab 1814: Kurfürstentum Hessen,Infolge der Beschlüsse des Wiener Kongresses. Grafschaft Ziegenhain, Amt Ziegenhain ab 1821/22: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis ZiegenhainVerordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August. (kurhess GS 1821) S. 74 f.Trennung von Justiz (Justizamt Treysa) und Verwaltung. ab 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fritzlar ab 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Ziegenhain ab 1867: Königreich Preußen,Infolge des Deutschen Krieges. Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Ziegenhain ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Ziegenhain ab 1918: Deutsches Reich (Weimarer Republik), Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Ziegenhain ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Ziegenhain ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Ziegenhain ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone,Infolge des Zweiten Weltkriegs. Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Ziegenhain ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Ziegenhain ab 1971: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Ziegenhain, Stadt SchwalmstadtAm 31. Dezember 1970 als Ortsbezirk zur Stadt Schwalmstadt. ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis, Stadt Schwalmstadt
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Florshain 369 Einwohner. Darunter waren keine Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 54 Einwohner unter 18 Jahren, 153 zwischen 18 und 49, 90 zwischen 50 und 64 und 69 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 153 Haushalten. Davon waren 39 Singlehaushalte, 57 Paare ohne Kinder und 51 Paare mit Kindern, sowie 9 Alleinerziehende und keine Wohngemeinschaften. In 30 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 99 Haushaltungen lebten keine Senioren.
Einwohnerentwicklung Quelle: Historisches Ortslexikon • 1585: 16 Hausgesesse • 1639: 8 Hausgesesse • 1681: 10 Hausgesesse, 1 Ausschuss • 1782: 152 Einwohner
Historische Erwerbstätigkeit Quelle: Historisches Ortslexikon • 1782: 1 Schmied, 5 Leineweber, 2 Lohnschäfer, 3 Tagelöhner • 1838: Familien: 20 Ackerbau, 3 Gewerbe, 5 Tagelöhner • 1961: Erwerbspersonen: 101 Land- und Forstwirtschaft, 44 produzierendes Gewerbe, 10 Handel und Verkehr, 9 Dienstleistungen und Sonstiges
Historische Religionszugehörigkeit Quelle: Historisches Ortslexikon • 1861: 225 evangelisch-reformierte Einwohner • 1885: 215 evangelische (= 99,54 %), ein katholischer (= 0,46 %) Einwohner • 1961: 312 evangelische (= 97,20 %), 8 katholische (= 4,49 %) Einwohner
Politik Für Florshain besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Florshain) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 70,85 %. Es erhielten die SPD mit 33,39 % der Stimmen zwei Sitze und die CDU mit 53,61 % drei Sitze. Der Ortsbeirat wählte Mario Schenk zum Ortsvorsteher.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Kirche mini|Fachwerkkirche
Die Fachwerkkirche wurde 1520 erbaut; diese Jahreszahl lässt sich aus einem im Sockel eingemauerten Sandstein entnehmen. Im massiven Sandsteingeschoss der Kirche sind zwei gotische Fensterbögen eingemauert, die auf eine Entstehung im 13. oder 14. Jahrhundert schließen lassen. Im Kircheninneren befindet sich ein spätgotischer Taufstein mit den Jahreszahlen 1520 und 1740. Die Jahreszahl 1740 lässt sich jedoch nicht eindeutig zuordnen, vermutlich deutet sie auf einen Umbau hin. In den Jahren 1953/1954 wurde die Kirche erweitert.
Kulturdenkmäler Siehe Liste der Kulturdenkmäler in Florshain
Literatur HOL Ziegenhain, S. 39 f Höck, Florshain, S. 158 f. Reimer, Ortslexikon S. 141
Weblinks Stadtteil Florshain. Webauftritt der Stadt Schwalmstadt.
Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Ortsbezirk von Schwalmstadt Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Schwalm-Eder-Kreis) Kategorie:Ersterwähnung 1549 Kategorie:Gemeindeauflösung 1970 Kategorie:Ort im Schwalm-Eder-Kreis