Paul Herwig (* 10. April 1970 in Berlin) ist ein deutscher Schauspieler. mini|Faust Award – Best Actor 2010 – Paul Herwig mini|Paul Herwig mit Juror Bruno Ganz an der Alfred Kerr Award Ceremony 2010 in Berlin

Leben

Paul Herwig wuchs in West-Berlin auf, wo er an der Königin-Luise-Stiftung 1989 sein Abitur machte. Schon in früher Jugend begann er Klavier und Schlagzeug zu spielen. Mit 14 Jahren wurde er für eine Episodenhauptrolle in der Serie Die Schwarzwaldklinik entdeckt. Nach dem Abitur erhielt er von 1990 bis 1994 seine Schauspielausbildung an der Hochschule für Musik und Theater Hannover.Paul Herwig bei der Agentur Schneider, abgerufen am 27. September 2022 Nach Beendigung des Schauspielstudiums 1994 spielte er die Hauptrolle in dem dreiteiligen Fernsehfilm Die Tote von Amelung. Nach weiteren Engagements in Kino- und Fernsehfilmen wurde er von 1995 bis zum Jahr 2001 festes Ensemblemitglied am Residenztheater München. Er war dort unter anderem in Hauptrollen in den Stücken Der zerbrochne Krug, Clavigo, The Black Rider und Sommernachtstraum zu sehen. Im Anschluss wechselte er an die Münchner Kammerspiele unter der künstlerischen Leitung von Frank Baumbauer. Hier arbeitete er unter der Regie von Thomas Ostermeier, Johan Simons, Andreas Kriegenburg, Sebastian Nübling, Roger Vontobel, Luk Perceval und vielen anderen. Er spielte dort Hauptrollen u. a. in Don Karlos, Prinz Friedrich von Homburg und Kleiner Mann – was nun?. Von 2008 bis 2013 lebte Paul Herwig als freiberuflicher Schauspieler in London. Seit 2013 gehörte er zum Ensemble des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg. Seit der Spielzeit 2022/23 ist er festes Ensemblemitglied des Berliner Ensembles.Paul Herwig beim Berliner Ensemble, abgerufen am 3. Oktober 2023

Paul Herwig lebt mit seiner Familie in Berlin.

Theaterrollen

Residenztheater München / Bayerisches Staatsschauspiel (Auswahl):

1995: Peer Gynt von H. Ibsen, Regie: Michael Bogdanov 1996: Die Kannibalen von George Tabori, Regie: Klaus Emmerich, Rolle: Ramaseder 1996: Der Clarisse-Komplex nach Robert Musil, Regie: Hans Neuenfels 1997: Der zerbrochne Krug von H. v. Kleist, Regie: Amélie Niermeyer, Rolle: Ruprecht 1997: Die Goldberg Variationen von G. Tabori, Regie: Klaus Emmerich 1998: Yvonne, die Burgunderprinzessin von Witold Gombrowicz, Regie: Amélie Niermeyer, Rolle: Cyrill 1999: Clavigo von J. W. Goethe, Regie: Cornelia Crombholz, Rolle: Clavigo 1999: Karl Hetmann der Zwergriese von Frank Wedekind, Regie: Alexander Lang, Rolle: Walo Freiherr von Brühl 2000: The Black Rider von Burroughs / Waits / Wilson, Regie: Andreas Kriegenburg, Rolle: Wilhelm 2000: Die Kleinbürgerhochzeit von B. Brecht, Regie: André Wilms, Rolle: Der Bräutigam 2000: Der tollste Tag von Peter Turrini, Regie: Cornelia Crombholz, Rolle: Figaro 2001: Ein Sommernachtstraum von W. Shakespeare, Regie: Armin Petras, Rolle: Lysander

Münchner Kammerspiele (Auswahl):

2001: Dantons Tod von Georg Büchner, Regie: Lars-Ole Walburg, Rolle: Robespierre 2002: Der starke Stamm von Marieluise Fleisser, Regie: Thomas Ostermeier, Rolle: Hubert 2002: Sallinger von B. M. Koltes, Regie: Christina Paulhofer, Rolle: Leslie 2003: Anatomie Titus Fall of Rome von Heiner Müller nach Shakespeare, Regie: Johan Simons, Rolle: Lucius Andronicus, Einladung Theatertreffen 04 2004: Don Karlos von Friedrich Schiller, Regie: Sebastian Nübling, Rolle: Don Karlos 2004: Die Nibelungen von Friedrich Hebbel, Regie: Andreas Kriegenburg, Rolle: Volker der Spielmann, Einladung zum Theatertreffen 05 2005: Die Zehn Gebote nach Krzysztof Kieślowskis Dekalog, Regie: Johan Simons 2005: Vor Sonnenaufgang von Gerhart Hauptmann, Regie: Thomas Ostermeier, Rolle: Schimmelpfennig 2006: Monsun von Anja Hilling, Regie: Roger Vontobel, Rolle: Bruno 2006: Männer ein szenischer Liederabend von Franz Wittenbrink 2006: Drei Schwestern von A. Cechov, Regie: Andreas Kriegenburg, Rolle: Kulygin, Einladung zum Theatertreffen 07 2006: Der Prinz von Homburg von H. v. Kleist, Regie: Johan Simons, Rolle: Prinz von Homburg 2007: Die Familie Schroffenstein von H. v. Kleist, Regie: Roger Vontobel, Rolle: Jeronimus 2008: Furcht und Zittern von Händl Klaus, Regie: Sebastian Nübling, Rolle: Martin Kirchner 2009: Kleiner Mann – was nun? von Hans Fallada, Regie: Luk Perceval, Rolle: Pinneberg, Einladung zum Theatertreffen 2010 2010: Sommergäste / Nachtasyl von Maxim Gorki, Regie: Karin Henkel, Rolle: Rijumin / Schauspieler

Maxim Gorki Theater Berlin:

2008: Mefisto Forever von Tom Lanoye, Regie: Armin Petras, Rolle: Mefisto / Kurt Köpler 2008: Clavigo von J. W. Goethe, Regie: Roger Vontobel, Rolle: Clavigo

Schauspielhaus Bochum:

2010: Die Labdakiden von Sophokles, Aischylos und Euripides, Regie: Roger Vontobel, Rolle: Ödipus 2012: König Richard der Dritte von W. Shakespeare, Regie: Roger Vontobel, Rolle: Richard 2014: Einsame Menschen von G. Hauptmann, Regie: Roger Vontobel, Rolle: Johannes Vockerat

Schaubühne am Lehniner Platz:

2011: Edward II von Christopher Marlowe, Regie: Ivo van Hove, Rolle: Mortimer

Salzburger Festspiele:

2013: Ein Sommernachtstraum von William Shakespeare, Musik: Felix Mendelssohn Bartholdy, Übersetzung und Regie: Henry Mason; Rolle: Nick Zettel / Pyramus 2014: Der Abschied von Walter Kappacher, Uraufführung, Monolog für einen Schauspieler, Regie: Nicolas Charaux

Schauspiel Köln:

2014: Ein Volksfeind von H. Ibsen, Regie: Roger Vontobel, Rolle: Stockmann

Ruhrtriennale 2018:

2018: Nordstadtphantasien von Schorsch Kamerun, Musiktheatrale Simulation einer urbanen Goldgräberstimmung, Rolle: Bobby Reich

Volksbühne Berlin:

2019: Das Bauhaus – Ein rettendes Requiem von Schorsch Kamerun, Musik Performance

Deutsches Schauspielhaus Hamburg:

2013: Alles Weitere kennen Sie aus dem Kino von Martin Crimp, Regie: Katie Mitchell, Rolle: Kreon 2014: SPAM von Roland Schimmelpfennig, Regie: Roland Schimmelpfennig, Rolle: Mann mit Lehm 2014: Onkel Wanja von Anton Tschechow, Regie: Karin Beier, Rolle: Astrow 2015: Glückliche Tage von Samuel Beckett, Regie: Katie Mitchell, Rolle: Willie 2015: Die Physiker von Friedrich Dürrenmatt, Regie: Sebastian Kreyer, Rolle: Newton 2016: Peer Gynt nach Henrik Ibsen, Regie: Simon Stone 2017: The Who and the What von Ayad Akhtar, Regie: Karin Beier, Rolle: Eli 2018: Schlafende Männer von Martin Crimp, Regie: Katie Mitchell, Rolle: Paul 2019: Anatomie eines Suizids von Alice Birch, Regie: Katie Mitchell, Rolle: Hans/John

Filmografie

Hörspiele 2006: Rafik Schami: Die dunkle Seite der Liebe (4 Teile) – Regie: Claudia Johanna Leist (Hörspiel – WDR) 2014: Joachim Ringelnatz: Als Mariner im Krieg – Regie: Harald Krewer (Hörspiel – NDR/DKultur)

Auszeichnungen 1998: Staatlicher Förderpreis des Landes Bayern für Darstellende Kunst 1999: Teil des Darstellerteams, für das stellvertretend Martin Benrath den Adolf-Grimme-Preis mit Gold für Der Laden bekam 2000: Förderpreis des Vereins der Freunde des Bayerischen Staatsschauspiels 2010: Alfred-Kerr-Darstellerpreis für Kleiner Mann – was nun? 2010: 3sat Theaterpreis mit Annette Paulmann für Kleiner Mann – was nun? beim Berliner Theatertreffen 2010: Schauspieler des Jahres in der Kritikerumfrage der Zeitschrift Theater heute 2010: Deutscher Theaterpreis Der Faust für die darstellerische Leistung als Johannes Pinneberg in Hans Fallada's Kleiner Mann – was nun?

Weblinks

Profil bei den Münchner Kammerspielen Paul Herwig beim Deutschen Schauspielhaus Hamburg Paul Herwig persönliche Website

Einzelnachweise

Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Hörspielsprecher Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1970 Kategorie:Mann