Der Club Atlético River Plate, allgemein bekannt als River Plate (zur Unterscheidung im deutschsprachigen Raum seltener auch River Plate Buenos Aires), ist ein 1901 gegründeter Sportverein aus der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires. Die Mannschaft spielt in der Primera División und trägt ihre Heimspiele im Estadio Monumental Antonio Vespucio Liberti (auch El Monumental genannt) im Stadtviertel Belgrano aus. River Plate ist Argentiniens Rekordmeister.
Geschichte mini|links|Das Team, das 1908 den Aufstieg in die erste Liga erreichte. Wie sein größter Rivale Boca Juniors wurde auch River Plate im Stadtteil La Boca gegründet. Der Vereinsname geht auf die River Plate Fresh Meat Company zurück, die gekühltes Fleisch nach Großbritannien exportierte. 1938 zog der Verein in den Stadtteil Nuñez um. Die Spiele zwischen River Plate und den Boca Juniors, Superclásicos genannt, spalten die Nation in zwei Lager.
River Plate spielte 1909 erstmals in der ersten argentinischen Liga und feierte 1920 seinen ersten Meistertitel. Ab 1923 trug der Verein seine Heimspiele im Estadio Alvear y Tagle im Stadtteil Recoleta aus. 1938 erfolgte der Umzug ins Estadio Monumental Antonio Vespucio Liberti. Seinen Spitznamen Los Millonarios („die Millionäre“) erhielt der Klub Anfang der 1930er-Jahre wegen seiner Spielertransfers, die großteils mit Gold bezahlt wurden.
2011 musste River Plate nach 80 Jahren in die Primera B Nacional absteigen. Zwar stand man nach der Hinrunde auf Platz 9 von 20 und nach der Rückrunde sogar auf Rang 6, doch in der entscheidenden Dreijahreswertung lag River Plate nach den zwei sehr schwachen Vorsaisons nur auf Position 17. Die Relegationsspiele gegen den Zweitligavertreter CA Belgrano endeten 0:2 und 1:1. Dabei kam es im Rückspiel im eigenen Stadion kurz vor Ende der Partie zu so schweren Ausschreitungen, dass die Asociación del Fútbol Argentino River Plate für fünf Partien der 2. Liga das Heimrecht im Monumental entzog. Dem Verein gelang allerdings der direkte Wiederaufstieg.
2014 gelang neben dem Gewinn des Torneo final auch ein Sieg in der Copa Sudamericana. Ein Jahr später konnte schließlich die Copa Libertadores zum dritten Mal gewonnen werden. In beiden Jahren gelang zudem der Gewinn der Recopa Sudamericana. 2018 konnte der Erfolg in der Copa Libertadores wiederholt werden. Der Sieg berechtigte zur Teilnahme an der FIFA-Klub-Weltmeisterschaft 2018. Hier war River direkt fürs Halbfinale gesetzt, schied in dem Spiel aber gegen den Al Ain Club im Elfmeterschießen aus.
Titel und Rekorde River Plate führt die Ewige Tabelle in Argentinien unangefochten vor den Boca Juniors an. Neben dem Titel des argentinischen Rekordmeisters reichte es bei CONMEBOL-Wettbewerben nur zur Rekordteilnahme, die meisten internationalen Titel gingen bisher an Boca.
River Plate hat den Weltpokal einmal (1986), die Copa Libertadores viermal (1986, 1996, 2015 und 2018), die Copa Interamericana einmal (1987), die Supercopa Sudamericana einmal (1997) und die argentinische Meisterschaft 38-mal gewonnen. Zudem gewann man 2014 zum ersten Mal die Copa Sudamericana.
Nationale Titel Meisterschaft River Plate gewann bisher insgesamt 38 nationale Meistertitel: 22 Titel bis 1990, dann, nach der Umstellung auf das Apertura/Clausura-System, je sechsmal Apertura und Clausura, zuletzt 2008. Hinzu kommt ein Amateur-Staatsmeistertitel aus dem Jahr 1920 und der Final-Titel aus dem Jahr 2014 sowie die Meisterschaften von 2021 und 2023.
Argentinischer Amateurmeister: 1908 (2. Liga), 1920 (1. Liga) Argentinischer Meister: 1932, 1936, 1936 (Oro), 1937, 1941, 1942, 1945, 1947, 1952, 1953, 1955, 1956, 1957 von 1967 bis 1985 zwei Meisterschaften pro Jahr: Metropolitana / Nacional: 1975 (Metropolitana), 1975 (Nacional), 1977 (Metropolitana), 1979 (Metropolitana), 1979 (Nacional), 1980 (Metropolitana), 1981 (Nacional) ab 1985 wieder eingleisig: 1986, 1990 ab 1991 Umstellung auf Apertura/Clausura-System: 1991 (Apertura), 1993 (Apertura), 1994 (Apertura), 1996 (Apertura), 1997 (Clausura), 1997 (Apertura), 1999 (Apertura), 2000 (Clausura), 2002 (Clausura), 2003 (Clausura), 2004 (Clausura), 2008 (Clausura), 2014 (Torneo final) ab 2014 wieder eingleisig: 2021, 2023 Argentinischer Pokal: 2016, 2017, 2019 Argentinischer Superpokal: 2017, 2019, 2023
Andere nationale Titel Es wurden von 1905 bis 2006 insgesamt 122 offizielle nationale Pokale ausgespielt. River hält mit 18 gewonnenen Titel auch hier den Rekord, gefolgt von den Boca Juniors mit 17 Titeln. Auch bei inoffiziellen Wettbewerben konnte River Pokale gewinnen. Diese wurden meist unregelmäßig und nicht durch die AFA oder der CONMEBOL organisiert.
AFA: Copa Competencía Jockey Club: 1914 Copa de Competencía: 1932 Copa Dr. Carlos Ibarguren: 1937, 1941, 1942, 1952 Copa Adrían Escobar: 1941 Copa Campeonato: 2014 Andere: Copa Iberoamericana: 1964 Copa Feria del Cali: 1965 Copa San Martín de Tours: 1965, 1971, 1972, 1977, 1978, 1988, 1989, 1993, 1996 Copa Ciudad de Buenos Aires: 1969 Liguilla Pre-Libertadores: 1976, 1989, 1992, 1999 Trofeo Villa de Madrid: 1978 Torneo de Mar del Plata: 1979 Copa de Oro: 1982, 1986 2×, 1989, 1995 Copa Municipalidad General Pueyrrédon: 1987 Copa Ciudad de Mar del Plata: 1990 Trofeo Día de los Museos Municipales: 1990 Copa Revancha: 1993, 1995, 1996, 1997, 2002, 2004, 2008 Copa Desafío: 1995, 1996, 1997, 2002, 2006 Copa Pepsi: 1997 Copa Ciudad de Córdoba: 2000 Copa de Campeones: 2004 Copa Amadeo Carrizo: 2004
Offizielle Turniere zwischen Argentinien und Uruguay Die Turniere wurden bis 1955 zwischen den beiden Landesmeistern ausgetragen.
Copa de Honor: 1912 Copa de Competencia: 1914 Copa Aldao: 1936, 1937, 1941, 1945, 1947, 1955
Internationale Titel Weltpokal: 1986 Copa Libertadores: 1986, 1996, 2015, 2018 Copa Sudamericana: 2014 Recopa Sudamericana: 2015, 2016, 2019 Copa Interamericana: 1987 Supercopa Sudamericana: 1997 Copa Suruga Bank: 2015 Supercopa Euroamericana: 2015
El Monumental mini|Das Estadio Monumental während der Eröffnung der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 1978
Das Estadio Monumental Antonio Vespucio Liberti wurde nach dem ehemaligen Klubpräsidenten Antonio Vespucio Liberti benannt. Es befindet sich im Stadtteil Belgrano nahe an der Grenze zu Núñez und hat eine Kapazität von 83.198 Besuchern.
El Monumental wurde von 1936 bis 1938 erbaut und am 25. Mai 1938 mit einem Spiel zwischen River und dem uruguayischen Klub Peñarol Montevideo (3:1) eröffnet.
Für die Fußball-Weltmeisterschaft 1978 wurde das Stadion renoviert. Das Eröffnungsspiel und das Finale der Weltmeisterschaft wurden im El Monumental ausgetragen, das damals noch eine Kapazität von 76.600 hatte.
mini|zentriert|hochkant=3|Panorama des Estadio Monumental
Das Trikot mini|hochkant|Heimtrikot von 1985 Das Trikot mit dem markanten Diagonalstreifen wird schon seit dem Jahr der Gründung verwendet. Angeblich soll es 1907 ein Entscheidungsspiel mit Boca um die Vereinsfarben Rot und Weiß gegeben haben, welches offensichtlich von River Plate gewonnen wurde. mini|hochkant|Drittes Trikot von 2002 Bei Heimspielen kommt traditionell das weiße Hemd mit dem roten Diagonalstreifen von Rechts oben nach Links unten mit schwarzer Hose zum Einsatz. Auswärts werden stilisiert in unregelmäßigen Abständen schwarze, bzw. rote Trikots getragen. Das dritte Trikot trägt traditionell Vertikalstreifen in Rot, Weiß mit schwarzen Elementen.
Spitznamen mini|Fans stürmen auf das Feld, um die Meisterschaft 1945 zu feiern.
Den Spitznamen Los Millonarios (die Millionäre) erhielt der Klub Anfang der 1930er-Jahre aufgrund der Transfers von Carlos Peucelle (1931, 10 Millionen Pesos) und Bernabé Ferreyra (1932, 35 Millionen Pesos), welche River großteils mit Gold bezahlte. In den Jahren 1978 bis 1981 war River Plate bekannt als eines der teuersten Teams weltweit. Die Fans sind stolz auf diesen Namen, da er doch auch als Gegensatz zu den Boca Juniors zu verstehen ist, die aus dem armen Hafenviertel kommen.
Gegnerische Fans bezeichnen River und seine Fans gern als Gallinas (Hühnchen). Dieser Spitzname stammt von einer Begegnung mit CA Peñarol, einem sehr erfolgreichen Klub aus Uruguay. River führte bereits 2:0, verlor das Spiel allerdings noch 2:4. Allerdings wird die Bezeichnung von River-Fans als weniger beleidigend empfunden, da das Stadion in ihren Fangesängen öfter ironisch als Gallinero bezeichnet wird. Nach dem Motto, lieber ein Gallina als ein Bostero sein, wie River-Fans die Anhänger von Boca Junior nennen. Bosteros waren die städtischen Bediensteten, welche früher in La Boca die Straßen von Pferdekot gereinigt haben.
Auf Grund des markanten roten Diagonalstreifens des Trikots, wird das Team auch als El equipo de la banda roja (Das Team mit dem roten Band), oder einfach La Banda (was auch „Die Truppe“ bedeuten kann) genannt. Einige Teams der erfolgreichen River-Jahre verdienten sich auch eigene Spitznamen, so zum Beispiel das Team der Jahre 1941 bis 1945, welches La Máquina (Die Maschine) genannt wurde. La Máquina schoss mehr als 700 Tore für River Plate. Als 1996 und 1997 drei argentinische Titel, die Copa Libertadores und die Supercopa Sudamericana gewonnen wurde, nannte die Presse das Team manchmal La Maquinita (Die kleine Maschine). Zu dem Team gehörten unter anderem Enzo Francescoli und Nachwuchsspieler wie Juan Pablo Sorín, Hernán Crespo, Ariel Ortega und Marcelo Gallardo.
Ehemalige Trainer
Spieler
Aktueller Mannschaftskader Stand: 14. Juli 2026
Ehemalige Spieler
Torhüter Roberto Bonano Germán Burgos Amadeo Carrizo Ubaldo Fillol Hugo Gatti Sergio Goycochea Nery Pumpido Abwehrspieler Leonardo Astrada Celso Ayala Roberto Ayala Eduardo Berizzo Jorge Borelli Vladislao Cap Martín Demichelis Daniel Passarella Roberto Perfumo Diego Placente Néstor Rossi Óscar Ruggeri Juan Pablo Sorín Ricardo Vaghi Federico Vairo José Varacka Norberto Yácono Javier Pinola Mittelfeldspieler Pablo Aimar Matías Almeyda Norberto Alonso Sergio Berti Esteban Cambiasso Renato Cesarini Emilio Commisso Luis Cubilla Andrés D’Alessandro Héctor Enrique Enzo Fernández Enzo Francescoli Marcelo Gallardo Américo Gallego Luis González Juan José López Javier Mascherano Reinaldo Merlo José María Minella Ermindo Onega Ariel Ortega Roberto Pereyra Carlos Peucelle Alejandro Sabella Santiago Solari Stürmer Julián Álvarez Antonio Alzamendi Juan Pablo Ángel Luis Artime Abel Balbo Claudio Caniggia Fernando Cavenaghi Hernán Crespo Ramón Díaz Alfredo Di Stéfano Bernabé Ferreyra Walter Gómez Gonzalo Higuaín Mario Kempes Ángel Labruna Félix Loustau Leopoldo Luque Óscar Mas José Manuel Moreno Carlos Manuel Morete John Jairo Mosquera Juan Carlos Muñoz Adolfo Pedernera Marcelo Salas Juan Carlos Sarnari Javier Saviola Omar Sívori David Trezeguet Falcao
Top 10 nach Einsätzen und Toren (Stand: 22. Mai 2010) Einsätze 1 Reinaldo Merlo 1969–1984 526 2 Amadeo Carrizo 1945–1958 520 3 Angel Labruna 1939–1959 515 4 Norberto Yácono 1938–1953 393 5 Óscar Mas 1964–1973, 1974–1977 382 6 Norberto Alonso 1970–1976, 1977–1981, 1983–1987 502 7 Félix Loustau 1942–1957 365 8 Ubaldo Fillol 1974–1983 360 9 Leonardo Astrada 1988–2000, 2001–2003 339 10 José Manuel Moreno 1935–1944, 1946–1948 320 * = noch bei River Plate aktiv Tore 1 Angel Labruna 1939–1959 293 2 Óscar Mas 1964–1973, 1974–1977 198 3 Bernabé Ferreyra 1932–1939 187 4 José Manuel Moreno 1935–1944, 1946–1948 180 5 Norberto Alonso 1970–1976, 1977–1981, 1983–1987 149 6 Adolfo Pedernera 1935–1946 131 7 Enzo Francescoli 1983–1986, 1994–1997 115 8 Carlos Peucelle 1931–1941 113 9 Carlos Manuel Morete 1970–1975 103 10 Félix Loustau 1942–1957 101 * = noch bei River Plate aktiv
Nationalspieler