Claude Friese-Greene, geboren als Claude Harrison Greene (* 3. Mai 1898 in London-Fulham; † 6. JanuarFriese-Greene auf ancestry.com 1943 in London-Islington) war ein britischer Kameramann, Produzent und Regisseur.
Leben Der Sohn des Erfinders William Friese-Greene stieß sehr jung über seinen Vater zur Kinematographie. Er begann seine Laufbahn 14-jährig bei der kleinen Produktionsfirma Brightonia. Bereits im Jahr darauf begann Claude Friese-Greene als Kameramann zu arbeiten und experimentierte außerdem mit seinem Vater in der Farbfilm-Forschung. Nahezu zeitgleich gründete der Teenager mit Vater William eine eigene Produktionsfirma.
Im Alter von 17 Jahren wurde Claude Friese-Greene zur Royal Air Force eingezogen, wo er die Abteilung für militärische Luftaufnahmen gründete. Nach seiner verwundungsbedingten Entlassung beschäftigte er sich weiterhin mit Luftaufnahmen und fotografierte unter anderem Fallschirmsprünge der Doubles des US-Sensationsfilm-Darstellers Eddie Polo. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs setzte er seine Arbeit hinter der Kamera fort, anfänglich bei Dokumentarfilmen. Später nahm er seine Forschung im Farbfilmbereich wieder auf, diesmal in den Laboratorien der British & Colonial Films. Anschließend ging Friese-Greene nach New York City, wo er in die Dienste der Produktionsfirma Famous Players Lasky’s Corporation trat.
1928 kehrte der Brite in seine Heimat zurück und wurde Kameramann für die British International Pictures (BIP). Für die BIP fotografierte er bis Mitte der 1930er Jahre eine Reihe von nicht allzu aufwändigen Stumm- und Tonfilmen. Zuletzt war er für die deutlich kleineren Firmen ABPC und IP tätig. Seit 1933 arbeitete er mehrfach mit aus NS-Deutschland nach Großbritannien geflohenen Filmkünstlern wie Friedrich Zelnik, Gitta Alpár und Dolly Haas zusammen. 1935 fotografierte er überdies Lilian Harveys einzige britische Filmproduktion, Invitation to the Waltz. Von den Filmen dieser Jahre sind am ehesten das großangelegte Historiendrama Drake of England und das Künstlerporträt Der große Händel, das er kurz vor seinem Tode fotografierte, von gewisser Bedeutung. mini|hochkant|Grab von Claude Friese-Greene Claude Friese-Greene verstarb zum Jahresbeginn 1943 im Londoner Distrikt Islington unter bislang ungeklärten Umständen.
Filmografie (Auswahl) 1913: East Lynne 1920: Kino, the Girl of Color (Dokumentarfilm) 1920: The Beauty of Britain (Dokumentarfilm) 1920: Newd Woman by Waterfall (Dokumentarfilm) 1924: Moonbeam Magic (Produktion) 1924: Dance of the Moods (Kurzfilm, Produktion) 1924–1926: The Open Road (Dokumentarfilm, Regie) 1928: Der Löwe des Südens (Tommy Atkins) 1928: Widecombe Fair 1929: A Romance of Seville 1929: Elstree Calling 1930: Loose Ends 1930: The Yellow Mask 1930: Menschen im Käfig (auch brit. Vers. Cape Forlorn) 1931: Poor Old Bill 1931: The Flying Fool 1932: Maid of the Mountains 1932: For the Love of Mike 1933: The Song You Gave Me 1933: A Southern Maid 1933: Happy 1934: Give Her a Ring 1934: Girls Will be Boys 1934: Menace 1935: Drake of England 1935: Invitation to the Waltz 1935: Music Hath Charms 1935: Die Dubarry (I Give My Heart) 1936: Gypsy Melody 1936: You Must Get Married 1937: Our Fighting Navy 1937: Just Like a Woman 1938: Star of the Circus 1938: Black Limelight 1938: Murder in Soho 1939: The Saint in London 1939: The Middle Watch 1940: East of Piccadilly 1940: The Farmer’s Wife 1941: Banana Ridge 1941: Hard Steel 1942: Der große Händel (The Great Mr. Handel) 1943: On Approval
Literatur Frank Arnau (Hrsg.): Universal Filmlexikon. Berlin und London 1932, S. 456
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