Fritz (Eigenschreibweise in Kleinbuchstaben fritz) ist eine eingetragene Getränkemarke der fritz-kola GmbH mit Geschäftssitz in Hamburg, unter der seit 2003 verschiedene Erfrischungsgetränke vertrieben werden. Die Getränke werden in Lohnbrauereien produziert.
Unternehmensgeschichte
Im Frühjahr 2002 schufen die Studenten Lorenz Hampl und Mirco Wolf Wiegert, auf der Suche nach einer Idee für eine selbstständige Berufstätigkeit, ein neues Colagetränk. Die Rezeptur für ihre Cola „für Erwachsene, weniger süß, dafür mit ordentlich viel Koffein“ entwickelte ein Lebensmittelfachmann. Sie ließen von einer Brauerei die erste Charge herstellen und abfüllen. „Fritz-Kola“ hielten sie für einen „feinen norddeutschen Namen“, und das Unternehmenslogo gestalteten Hampl und Wiegert auch selbst: Zur Vermeidung von Urheberrechtsproblemen verwendeten sie „einfach ihre beiden Köpfe“.Henrike Roßbach: . In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 4. Mai 2009. (Wirtschaftsteil – Porträt Unternehmensgründer) Im November 2002 meldeten sie Schriftzug und Signet als Wort-Bildmarke an.Registerauskunft: Registernummer RN 30255345 beim DPMA.
Im Februar 2003 gründeten sie die Fritz-Kola Hampl und Wiegert GbR und vertrieben ihr Cola-Getränk zunächst im Direktverkauf an die Gastronomie. 2004 nahmen sie Frucht-Limonaden in ihr Angebot auf, und ab 2005/2006 fand ihr Getränkeangebot Aufnahme beim Getränkefachgroßhandel. 2008 wurde die Fritz-Kola GmbH mit Sitz in Hamburg gegründet mit Hampl und Wiegert als Geschäftsführern.fritz-kola GmbH (Amtsgericht Hamburg, HRB 104144): Neueintragung am 8. Februar 2008, bekannt gemacht am 11. Februar 2008 im Elektronischen Bundesanzeiger.
Das Getränk wurde zunächst in und um Hamburg, später auch in anderen Städten verkauft. Mittlerweile ist es in weiten Teilen Deutschlands erhältlich, auf der Unternehmenswebsite der Fritz-Kola GmbH. die Gastronomie war dabei vor dem Lebensmitteleinzelhandel der Hauptvertriebsweg. Seit 2006 wird Fritz-Kola auch außerhalb Deutschlands vertrieben,Geschichte auf der Unternehmenswebsite der Fritz-Kola GmbH. (Abgerufen am 8. Juni 2014.) die Unternehmenswebsite nannte 2010 unter anderem Clubs, Bars und andere Bezugsquellen wie Getränkehändler und Distributoren in den Niederlanden, Österreich, der Schweiz und in Spanien. mini|Firmenlogo vom September 2014 bis April 2024 Gemäß einem FAZ-Bericht vom Mai 2009 nannten Hampl und Wiegert zu Fragen nach Abfüllmenge und Umsatzhöhe keine genauen Zahlen, sondern gaben lediglich an, dass sie bei den jährlich abgefüllten Flaschen die Millionengrenze schon länger überschritten hätten und dass sich Absatz und Umsatz jedes Jahr verdoppelten. 2016 verkaufte Hampl seine Anteile am Unternehmen an Wiegert.Mitgründer der Hamburger Alternativ-Brause steigt aus. In: LebensmittelZeitung online, 23. Dezember 2016. – Abrufbar für Abonnenten.Einer der beiden Gründer von Fritz-Kola hört auf orf.at, 23. Dezember 2016, angerufen 23. Dezember 2016. Dirk Lütvogt und Florian Rehm von Jägermeister wurden hierzu von Mirco Wolf Wiegert als Investoren an Bord geholt. Im August 2017 wurde das Unternehmen außerdem um Winfried Rübesam als zusätzlichen Geschäftsführer erweitert, welcher ab 2023 durch Florian Weins ersetzt wurde.
Im März 2024 wurde das Logo verändert, zudem trägt auch die Gesellschaft seit April 2024 wieder ihren Gründungsnamen fritz-kola GmbH, nachdem sie aufgrund der Expansion mit Limonaden sich im September 2014 in Fritz-Kulturgüter GmbH umbenannt hatte.
Die im Januar 2025 eröffnete Abfüllanlage in Belgien wird von einer Tochtergesellschaft in Zusammenarbeit mit Konings Juices und Drinks BV betrieben.
Tätigkeiten Seit Ende Juni 2026 befindet sich der Unternehmensstandort im Hamburger Schanzenviertel. Zuvor war das Unternehmen in der ehemaligen Colgate-Fabrik in Hamburg-Billbrook ansässig.Christina Marx: . In: About-drinks.com vom 8. Januar 2010. (Aufgerufen am 31. August 2010.) Die fritz-kola GmbH koordiniert die Produktion, Marketing und Verkauf der Getränke, sowohl über den Getränkefachgroßhandel als auch direkt an die Gastronomie.Bundesanzeiger: fritz-kulturgüter GmbH: Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023 Dazu nutzt das Unternehmen Lohnbrauereien in Wagenfeld (Niedersachsen), Güstrow (Mecklenburg-Vorpommern), Sersheim (Baden-Württemberg), Eilenburg (Sachsen), Bamberg (Bayern) und Borgloon (Belgien) sowie in Distributionszentrum in Unterschleißheim.
Die Firma hatte 2023 einen Jahresumsatz von 116 Millionen EuroVeröffentlichung. Der Jahresüberschuss der Holding Flüssige Schmiede GmbH betrug im Geschäftsjahr 1,425 Millionen Euro. Wie auch Viva con Agua hat die fritz-kola GmbH keinen Betriebsrat und keine Tarifbindung (Stand 2026).
Marketing mini|Fritz-Kola-Werbeschild in Duisburg mini|Fritz-Kola-Lastwagen, Getränke-Logistik in Berlin Hampl und Wiegert wollten mit ihrer Fritz-Kola „der ‚Allerwelts-Cola‘ eine kräftigere Cola entgegensetzen und die Cola-Monopole als unabhängiges Unternehmen angreifen“.Inga Wermuth: Deutschland braucht mehr Koffein: Die Trend-Colas kommen. In: Slogans.de vom 22. März 2006. (Abgerufen am 30. August 2010.) Bereits 2005 erklärten sie: „Wir wollen das Cola-Monopol brechen.“ Eine Werbekampagne mit einem Plakat, auf dem Coca-Cola ausgekippt wird, nahmen sie indes zurück. Der Coca-Cola-Konzern drohte mit dem Anwalt, Hampl und Wiegert scheuten einen Rechtsstreit und ließen die Plakate wieder abhängen.Tina Kaiser: Idealisten gegen Weltkonzern. In: Die Welt vom 23. Januar 2005.
mini|Plakatwerbung mit Slogan (2009) Zwei Fritz-Kola-Plakatmotive der Agentur Red Rabbit wurden 2008 beim Cannes-Festival auf die Shortlist Outdoor gesetzt.Referenz Fritz-Kola bei Red Rabbit, Hamburg. (Abgerufen am 30. August 2010.) Weniger Anklang in der Fachwelt fand 2006 eine Anzeige, die einen Mann mit Pferdekopf beim Sex mit einer Frau zeigte; von der Zeitschrift Horizont wurde sie als „Flop der Woche“ bezeichnet.Jens Holst: . In: Horizont, Nr. 39/2006, 28. September 2006, . Die Radiokampagne „Drei Tage wach“ stand 2009 im Finale des Kreativpreises Amboss.Amboss 2009: Eine Million Euro Mediaetat für Dmax. In: Werben & verkaufen, 20. November 2009, .
Die Markteinführung von Fritz-Kola erfolgte 2003 im Zuge eines Retro-Trends und der Rückbesinnung auf Marken mit regionalem Bezug, welcher auch Afri-Cola zu einem Revival verhalf.Christian Teubler: Rezepturen, Retro und Revolte (PDF; 235 kB). In: Getränkegroßhandel, Nr. 8/2005, , S. 36–38. Gerade in Märkten, die fast vollständig durch große internationale Konzerne beherrscht werden – so wie der Cola-Markt in der Hand von Coca-Cola und Pepsi –, kann eine solche Marktlücken-Strategie nach dem „Asterix-Prinzip“ funktionieren, erläutert der Wirtschafts- und Fernsehjournalist Michael Opoczynski: „Dafür gilt Fritz-Kola als Beispiel. Die angesprochene Zielgruppe sind auf Individualität bedachte Konsumenten.“Michael Opoczynski: Existenzgründung. Campus Verlag, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-593-37965-1, S. 103–104. (Eine Veröffentlichung in Zusammenarbeit mit ZDF WISO; unter Mitarbeit von: Ruth u. Friedhelm Schwarz.) Im April 2009 befand die Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung in einer Nachschau zur Internorga 2009 und einem Ausblick auf die Saison: „Fritz-Kola mausert sich immer mehr zur Kultmarke.“Ulrich Jungk: Durst ist und bleibt der beste Kellner. In: Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung, Ausgabe 16/2009, 18. April 2009, , S. 11. mini|hochkant|Aufkleber der Kampagne Pfand gehört daneben mit fritz-kola-Schriftzug Der Erfolg von Fritz-Kola war Teil einer Marktentwicklung im deutschen Softdrink-Sektor, bei der große Marken stagnieren und regionale Produkte Marktanteile gewinnen. Bei den Cola-Getränken betrifft dies neben fritz-kola noch Vita Cola, Premium Cola und Schorschi Cola.
Im Januar 2025 startete Fritz-Kola eine Werbekampagne, um auf den Zusammenhang der konsumierten Menge an kohlensäurehaltigen Softdrinks und der gekauften Gebinde-Größe aufmerksam zu machen. Das Unternehmen machte dies an einer eigens beim Marktforschungsinstitut Yougov beauftragten Untersuchung fest.
Gesellschaftspolitische Positionierung Fritz-Kola nutzt seine Werbekampagnen oft auch für politische Aussagen. So zeigte man etwa im Juni 2020 auf Facebook in einer Werbeillustration, wie US-Präsident Donald Trump mit einer kanonenförmigen Fritz-Kola-Flasche geknebelt zum Mond geschossen wird. In anderen Beiträgen stellt sich das Unternehmen gegen Rassismus, Rechtsextremismus und Populismus und unterstützt in diesem Rahmen auch die Bundesinitiative Exit-Deutschland. Seit 2015 führt die Fritz-Kulturgüter GmbH die Initiative „Pfand Gehört Daneben“ weiter, die von ihrem Gründer Matthias Gomille aus Zeitgründen abgegeben wurde. Fritz-Kola profiliert sich darüber hinaus als Verfechter von Glasflaschen und organisiert regelmäßig Aktionen gegen den steigenden Plastikkonsum.
Firmenchef Mirco Wiegert sprach sich im Februar 2026 gegen die Einführung einer Zuckersteuer aus. Problem seien nicht seine Produkte, sondern Konkurrenten mit großen Flaschenvolumen die vor allem „ärmere Schichten“ ansprächen und „zu ungesundem Überkonsum“ führten. Im gleichen Monat war Fritz-Kola Sponsor („Kooperationspartner“) des 38. CDU-Parteitages in Stuttgart.
Inhaltsstoffe Fritz-Kola hat einen Koffeingehalt von 25 mg Koffein pro 100 ml. Dies ist erheblich höher als bei den Marktführern im Cola-Marktsegment, Coca-Cola und Pepsi-Cola mit 10 mg/100 ml (gewöhnlicher Filterkaffee hat einen Koffeingehalt von ca. 64 bis 96 mg/100 ml). Zudem hat Fritz-Kola einen deutlichen Zitronengeschmack. Aus gesundheitlicher Sicht stößt der hohe Koffeingehalt des Fritz-Kola-Getränks teils auf Kritik. Fritz-Kola enthält nur unbedeutend weniger Kohlenhydrate, d. h. Zucker, als der Marktführer Coca-Cola in seinem Colagetränk.
Fritz-Kola Nährwertangaben pro 100 g Fritz-Kola: 179 kJ (= 42 kcal) Brennwert / 11 g Kohlenhydrate / 0,002 g Natrium / 25 mg Koffein Inhaltsstoffe: Wasser, Zucker, Kohlensäure, Farbstoff Ammonsulfit-Zuckerkulör E150d, Säuerungsmittel Phosphorsäure E338, Koffein, natürliches Aroma Fritz-Kola Bio Nährwertangaben pro 100 g Fritz-Kola: 168 kJ (= 40 kcal) Brennwert / 9,9 g Kohlenhydrate / 25 mg Koffein Inhaltsstoffe: Wasser, Rübenzucker, Zitronensaftkonzentrat, Karamellzuckersirup, koffeinhaltiger Extrakt aus Arabica-Kaffeebohnen, natürliches Citrus-Gewürz-Aroma (Limette, Bourbon-Vanille, Ceylon-Zimt, Ingwer, Bergamotte, Nelke, Kardamom)
Produkte Fritz-Produkte wurden bis Dezember 2025 ausschließlich in Glasflaschen als Mehrwegflaschen abgefüllt. Neben Fritz-Kola gibt es weitere Kolas, Limonaden unter dem Markennamen „Fritz-Limo“, eine Kola-Limonaden-Mischung „Mischmasch“ sowie Schorle-Produkte als „Fritz-Spritz“. 2018 wurde die Variante „grün & gerecht“ eingeführt, die später zu „Fritz-Kola Bio“ umbenannt wurde. Diese besteht aus vollständig bio-zertifizierten Zutaten, der Zucker wird zudem nach Fairtrade-Standard gehandelt.aboutdrinks.com: fritz-kola bringt Bio-Kola mit Fairtrade-Zucker auf den Markt (abgerufen am 12. Oktober 2018) Alle Varianten werden in 0,33-Liter-Flaschen verkauft. Daneben gibt es einige auch in einer eigenen 0,2-Liter-GastronomieflascheChristian Teubler: Gewinner im Schorlenmarkt (PDF; 274 kB). In: Getränkegroßhandel, Nr. 5/2009, , S. 23–24. und seit 2014 in einer 0,5-Liter-Flasche mit Schraubverschluss. Nach einer vierwöchigen Pilotphase in Hamburg begann Fritz-Kola Anfang Mai 2026 mit dem bundesweiten Vertrieb von fünf Sorten in 0,33-Liter-Einwegdosen.
Auch die Anjola-Limonaden sind seit 2013 bzw. der Markteinführung 2015 Produkte der Fritz-Kulturgüter GmbH.
Literatur
Weblinks
Unternehmenswebsite
Einzelnachweise Gastronomie am Puls der Zeit. In: Allgemeine Hotel- und Gastronomiezeitung, Ausgabe 5/2010, 30. Januar 2010, , S. 35.
Kategorie:Markenname (Erfrischungsgetränk) Kategorie:Handel (Hamburg) Kategorie:Getränkehersteller Kategorie:Hamburg-Billbrook Kategorie:Unternehmensgründung 2003 Kategorie:Coffeinhaltiges Erfrischungsgetränk