Die Typreihe Henschel DH 440 ist eine dreiachsige dieselhydraulische Lokomotive, die von den Henschel-Werken gebaut wurde. Sie ist für den Einsatz im Rangierdienst vorgesehen. Die Lokomotiven gehören zur sogenannten 2. Generation der Henschel-Lokomotiven und werden mittels Kuppelstange angetrieben. Sie hat die Achsfolge C und wurde zwischen 1956 und 1958 in sechs Exemplaren gebaut.
DSB MH (I) mini|links|Henschel DH 440 – DSB MH 203 – in Padborg (2020) 1958 wollten die Dänischen Staatsbahnen (DSB) eine dieselhydraulische Rangierlokomotive testen. Dazu wurde bei Henschel eine Lokomotive gemietet, die bei Auslieferung in den Farben von Henschel lackiert wurde. Die Lokomotive hatte die Werkbezeichnung DH 440, was für Diesel, Hydraulisch und 440 PS stand.
DSB entschieden, insgesamt drei Lokomotiven zu beschaffen, die die Baureihenbezeichnung MH (I) und die Betriebsnummern MH 201–203 erhielten. Die Versuchslokomotive wurden nicht zu Henschel zurückgeschickt, nur zwei neue Lokomotiven kamen im August 1958 nach Dänemark. Diese erhielten die Nummern 201 und 202, während die Versuchslokomotive die Nummer 203 erhielt. Später wurde die Versuchslokomotive wie die beiden anderen Lokomotiven zum Zeitpunkt der Auslieferung in grün neu lackiert.
Die 201 und 202 waren bis 1993 sowie die 203 bis 1996 in Københavns Godsbanegård (Gb) im Einsatz und wurden dann abgestellt. Während die 201 sofort verschrottet wurde, wurde die 202 erst als Museumslok verwendet, dann aber 2001 verschrottet. Die 203 erhielt 2006 ihre ursprüngliche blaue Farbe wieder zurück und befand sich zu diesem Zeitpunkt im DSB-Museum in Randers. Sie wurde 2019 an die Angelner Dampfeisenbahn in Kappeln verkauft, stand dann bis 2020 in Padborg und wurde im September 2025 nach Kappeln geholt.
Von 1960 bis 1965 baute die Maschinenfabrik A/S Frichs in Aarhus 120 Maschinen ohne Lizenz nach. Diese bekamen die Baureihenbezeichnung MH (II).
Werklokomotiven Eine Lok erhielten die Mannesmannröhren-Werke, eine die Deutsche Eisenbahn-Betriebsgesellschaft (DEBG) in Hameln und eine das RWE-Kraftwerk Frimmersdorf.
Lieferliste Liste der Henschel DH 440FabriknummerBaujahrErster EigentümerVerbleibAnmerkungen265181957Danske Statsbaner „MH 201“1993 verschrottet265191957Danske Statsbaner „MH 202“2001 verschrottet1993 an den Jernbaneklubben Amagerbanen1998 an Struer Museum verkauft265201958Mannesmannröhren-Werke AG „D 5“unbekanntzuletzt als „D 3“ bezeichnet267471956DEBG „V 34.04“Kandertalbahnvon 1963 bis 1986 im Einsatz bei der SWEG267481956RWE-KraftwerkFrimmersdorf „2“Rheinisches Industriebahn-Museum1961 Umzeichnung in „1“267491957Danske Statsbaner „MH 203“ursprünglich für DSB Museumstog, Randers2006 in blaue Originalfarbe zurücklackiert,2010 in Ausbesserung und Umzeichnung in DH 4402019 an die Freunde des Schienenverkehrs Flensburg (FSF) verkauft,im Januar 2020 und im August 2024 abgestellt in Padborg Ab September 2025 bei der Angelner Dampfeisenbahn
Verbleib Drei Lokomotiven sind museal erhalten. Neben der DSB MH 203 in Kappeln (2025) befindet sich die RWE-Lok im Rheinischen Industriebahn-Museum und die DEBG-Lok bei der Kandertalbahn in Kandern. Der Verbleib der Mannesmann-Lok ist unbekannt.
Siehe auch Liste der Lokomotiven und Triebwagen der DEBG
Weblinks
Henschel DH 440 bei www.rangierdiesel.de Datenblatt und Verbleib der dänischen MH mit historischen Fotos
Kategorie:Dieselhydraulische Lokomotive Kategorie:Schienenfahrzeug (Henschel)