Das Paul Hunter Classic 2010 war ein Snookerturnier, das vom 27. bis zum 29. August in der Stadthalle in Fürth ausgetragen wurde.

Erstmals wurden beim Paul Hunter Classic auch Weltranglistenpunkte vergeben; als Teil der 2010 neu eingeführten, aus 12 Minor-Ranking-Turnieren und einem Tourfinale bestehenden Players Tour Championship. Die Zahl der Weltranglistenpunkte, die es zu gewinnen gibt, ist geringer als bei den Major Events der Snooker Main Tour – bei den Wettbewerben können aber auch Amateure teilnehmen. Das Turnier in Fürth war das erste von sechs auf dem europäischen Kontinent stattfindenden Players-Tour-Veranstaltungen.

Anders als in den Vorjahren wurde das Paul Hunter Classic ohne Gruppenphase im reinen Ausscheidungsmodus gespielt. Bereits am Donnerstag (26. August 2010) fand in zwei Runden die Vorqualifikation für Amateurspieler statt. Aus 126 Spielern wurden in der Stadthalle und zum Teil in den Räumen des Mitveranstalters SSC Fürth diejenigen ermittelt, welche die freien Plätze in der ersten Hauptrunde einnehmen durften.

Preisgeld und Ranglistenpunkte Preisgeld Ranglistenpunkte1 Sieger 10.000 € 2.000 Finalist 5.000 € 1.600 Halbfinalist 2.500 € 1.280 Viertelfinalist 1.400 € 1.000 Achtelfinalist 1.000 € 760 Letzte 32 500 € 560 Letzte 64 200 € 360 Insgesamt 50.000 € 1Nur Main-Tour-Spieler erhalten Ranglistenpunkte.

Vorrunde Vorrunde 1 Spiel Ergebnis Spiel Ergebnis 1 Tomasz Skalski 4:0 Bernd Friedrich 32 Ronny Buchholz 1:4 Jörg Petersen 2 Phil Barnes 4:1 Dominik Scherübl 33 Roberto Abart 0:4 Sam Harvey 3 Julian Treiber 0:4 Fabian Grube 34 Deniz Anar 4:2 Johannes Oswald 4 Chris McBreen 4:0 Serge Lievens 35 Robert Feß 4:3 Christian Walther 5 Tonnie Kok 4:0 Thomas Schneeberger 36 James Silverwood kl. Anja Vucicevic 6 Mirko Groß 4:0 Oliver Kremp 37 Alex Taubman 4:1 Zen Beechey 7 Wladimir Ponomarenko 4:0 Ralf Hemmerlingx 38 Werner Pilz 0:4 Gerrit bij de Leij 8 Rolf Schmidt 1:4 Lam Hui-wah 39 Andreas Pesch 4:0 Elisabeth Bins 9 Oliver Metzger 0:4 Stefan Gerst 40 Aram Raken 2:4 Patrick Fuchs 10 Wilhelm Braunwald 4:0 Nicole Breitenstein 41 Ronny Pawlitza kl. Christian Hauburg 11 Marko Wölki kl. Tian Pengfei 42 Kevin Lämmermann 2:4 Jean Luca Nüßgen 12 Helmut Miss 0:4 Xander van Rossem 43 Michael Betzinger 4:0 Andrei Cristian Vintu 13 Lee Farebrother kl. Thomas Cesal 44 Julian Gärtner 1:4 Jürgen Kesseler 14 Willem Monfils kl. Tom Egger 45 Michael Heeger 0:4 Maurice Le Duc 15 Soner Sari 4:2 Markus Milde 46 Markus Hertle kl. Tony Knowles 16 Wolfgang Brandmeier 4:1 Stefan Schenk 47 Mario Wehrmann 4:0 Michael Bach 17 Dirk Fieron 0:4 Uwe Seyler 48 Thomas Hoeltschl 3:4 Jörg Schneidewindt 18 Michael Eheim 2:4 Andreas Hartung 49 Rene van Rijsbergen Austin Moles 19 Dieter Meier 4:0 Hendrik Henschke 50 Oliver Brown 4:2 Dirk Hochheim 20 Stevo Vucicevic kl. Roy Stolk 51 Ali Kirim 4:0 Rüdiger Nickel 21 Christof Biniarsch 4:2 Jarl Hinfelaar 52 Diana Schuler 4:3 Daniel Dieudonne 22 Thomas Valentin 0:4 Jamie Walker 53 Ronni Beniesch 4:2 Bernd Strnad 23 Lothar Kempgens 0:4 Lasse Münstermann 54 Kilian Baur-Pantoulier 3:4 Norbert Hofheinz 24 Robert Sax 4:0 Hans-Jürgen Bins 55 Falk Hollenwäger 3:4 Sanjin Kusan 25 Sascha Breuer 4:0 Martin Rösler 56 Ralf Günzel 0:4 26 Naresh Samarawickrama 4:0 Ole Steiner 57 Hans Blankaert 0:4 Gareth Allen 27 Robert Haimerl 0:4 58 Christopher Henry 4:0 Laurin Winters 28 Christian Gnamm kl. Robert Drahn 59 Miro Popovic 4:0 Fabian Meulner 29 Chris Norbury kl. Andy Lee 60 4:1 Coen Fool 30 Druta Lorin Ionut 0:4 Tiziano Guerra 61 Thomas Lüthi 4:3 Gerhard Mader 31 Michael Seidel 4:0 Samir Önder

Vorrunde 2 Spiel Ergebnis Spiel Ergebnis 62 Tomasz Skalski 4:1 Phil Barnes 78 Jörg Petersen 3:4 Sam Harvey 63 Fabian Grube 1:4 Chris McBreen 79 Deniz Anar 4:3 Robert Feß 64 Tonnie Kok 4:0 Mirko Groß 80 Anja Vucicevic 0:4 Alex Taubman 65 Wladimir Ponomarenko 4:1 Lam Hui-wah 81 Gerrit bij de Leij 4:0 Andreas Pesch 66 Stefan Gerst 4:0 Wilhelm Braunwald 82 Patrick Fuchs 4:1 Christian Hauburg 67 Marko Wölki 0:4 Xander van Rossem 83 Jean Luca Nüßgen 0:4 Michael Betzinger 68 Thomas Cesal 3:4 Willem Monfils 84 Jürgen Kesseler 1:4 Maurice Le Duc 69 Soner Sari 4:1 Wolfgang Brandmeier 85 Markus Hertle 2:4 Mario Wehrmann 70 Gerald Götz 3:4 Uwe Seyler 86 Jörg Schneidewindt 1:4 Rene van Rijsbergen 71 Andreas Hartung 1:4 Dieter Meier 87 Oliver Brown 4:0 Ali Kirim 72 Roy Stolk 4:1 Christof Biniarsch 88 Diana Schuler 4:0 Ronni Beniesch 73 Jamie Walker 0:4 Lasse Münstermann 89 Rogier van der Kamp 4:0 Norbert Hofheinz 74 Robert Sax 4:2 Sascha Breuer 90 Sanjin Kusan 4:0 Hao Lac Hanh 75 Naresh Samarawickrama 4:0 Gerhard Engelschalk 91 Alexander Ursenbacher 0:4 Gareth Allen 76 Robert Drahn 0:4 Chris Norbury 92 Christopher Henry 4:1 Miro Popovic 77 Guerra Tiziano 1:4 Michael Seidel 93 Florian Moederscheim 4:0 Thomas Lüthi

Hauptrunde Der Turniersieger 2010 wurde in sieben Runden bis zum Finale ermittelt. In der ersten Runde waren 96 Spieler gesetzt, darunter 78 Main-Tour-Profis. Die Übrigen kamen aus der Qualifikationsrunde.

Das Hauptturnier startete für die Zuschauer mit einer Enttäuschung: Ronnie O’Sullivan, der erstmals für Fürth gemeldet hatte, blieb dem Turnier ohne Angabe von Gründen fern. Enttäuschungen gab es auch für die beiden Spieler, die zu diesem Zeitpunkt die neue Players Tour anführten. Barry Pinches scheiterte bereits in seinem Auftaktmatch, Mark Selby dann in Runde zwei knapp an Topspieler Ali Carter. Auch für den Weltmeister Neil Robertson war nach einem klaren 0:4 gegen Stuart Bingham bereits in der Runde der letzten 32 Schluss. Von zehn qualifizierten deutschen Spielern schaffte es nur Patrick Einsle in die 2. Runde, wo Michael Holt Endstation war. Der Belgier Björn Haneveer erreichte als einziger nicht von den britischen Inseln stammender Spieler das Achtelfinale.

Die Altmeister Steve Davis, der mit Ali Carter und Graeme Dott zwei Topspieler ausgeschaltet hatte, und Jimmy White zeigten sich in Franken wieder einmal stark und erreichten ebenso das Viertelfinale wie Shaun Murphy, der das Turnier zuletzt zweimal in Folge gewonnen hatte. Dazu kamen die Nachwuchsspieler Jack Lisowski, Judd Trump und Daniel Wells. Lisowski, der sich 2010 zum ersten Mal für die Profitour qualifiziert hatte, hatte zuvor Marco Fu und Ricky Walden geschlagen. Wells war der einzige Amateurspieler, der unter die letzten Acht kam, allerdings hatte er bereits zwei Jahre auf der Profitour Erfahrung sammeln können. Außerdem war der Waliser der einzige verbliebene Nicht-Engländer im Turnier. Während Wells Jimmy White mit einem 4:2 aus dem Turnier nahm und mit dem Erreichen des Halbfinales den größten Erfolg seiner Karriere im Profibereich schaffte, unterlag Lisowski klar dem zwei Jahre älteren Top-32-Spieler Trump. Judd Trump konnte sich anschließend auch gegen Titelverteidiger Shaun Murphy durchsetzen und ins Finale einziehen. Sein Gegner war der sehr erfahrene 39-jährige Anthony Hamilton, der allerdings in der Weltrangliste hinter Trump notiert war und zuletzt 2002 in einem Ranglistenturnier-Finale gestanden hatte.

Der Nachwuchsspieler startete mit einem Framegewinn, ehe Hamilton mit drei Siegen in Folge davonzog und nur noch einen Frame vom Turniergewinn entfernt war. Mit Breaks von 69 und 97 Punkten schaffte Judd Trump jedoch den 3:3-Ausgleich und rettete sich in den entscheidenden siebten Frame. Mit einem mutigen Einsteiger, zwei mittleren Breaks und etwas Glück gewann er schließlich die Paul Hunter Classic 2010 und damit seinen ersten Titel bei einem WeltranglistenturnierEurosport – Trump holt ersten Titel.

Gruppe 1

Gruppe 2

Gruppe 3

Gruppe 4

Gruppe 5

Gruppe 6

Gruppe 7

Gruppe 8

Viertelfinale bis Finale

Finale:29. August 2010Best of 7 Frames Judd Trump 4:3 Anthony Hamilton98:0, 0:89, 27:68 (68), 42:72, 79:39 (69), 97:0 (97), 92:0 (52) 97 Höchstes Break 68 0 Century Breaks 0 3 50+-Breaks 1

Century Breaks Barry Hawkins 143 Michael White 136, 101 Michael Wasley 134 Shaun Murphy 133, 116 Stuart Bingham 128 Neil Robertson 128 Anthony McGill 127, 103 Jack Lisowski 122, 114, 101 Gerard Greene 120, 100 Mark Davis 117 Jamie Cope 117 Jamie Jones 116, 104 Jimmy White 113, 104 Björn Haneveer 113 Mark Williams 113 David Morris 112 Mitchell Mann 111 Kyren Wilson 111 Andrew Higginson 110, 101 Alfie Burden 110 Anthony Hamilton 109, 102 Christopher Henry 109 Ricky Walden 108, 105 Judd Trump 108 Alan McManus 107 Dave Harold 105 Dominic Dale 104 Patrick Einsle 100

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Einzelnachweise

#2010 Kategorie:Players Tour Championship 2010/11

sv:Euro Players Tour Championship 2010/2011#Euro Players Tour Championship 1