mini|Einblick in Vivaldis Oper L’olimpiade im Arkadenhof von Schloss Greinburg Die Donaufestwochen im Strudengau sind ein Festival für Alte Musik mit Kontrapunkt aus der Moderne. Das Festival findet seit 1995 jährlich an mehreren Veranstaltungsorten im ober- und niederösterreichischen Strudengau statt.
Organisation Träger der Donaufestwochen ist der Verein Kulturforum Donauland Strudengau, der 1991 zur Vernetzung der regionalen Kulturvereine der Region Strudengau gebildet wurde. Die Durchführung der Veranstaltungen obliegt den einzelnen Vereinsmitgliedern. Jährliche Höhepunkte sind die Opern-Eigenproduktionen im Arkadenhof von Schloss Greinburg.
Intendanz: 2003–2024: Michi Gaigg, Leiterin des L’Orfeo Barockorchesters 2025: Norbert Trawöger seit 2026: Johannes Hiemetsberger
Veranstaltungsorte Schloss Greinburg ist einer der bedeutendsten Veranstaltungsorte des Festivals. Jedes Jahr werden die Festwochen dort im Arkadenhof oder bei Schlechtwetter im Rittersaal eröffnet, ebenso geht dort die jährliche Opern-Eigenproduktion über die Bühne.
Die Stiftskirche Waldhausen, die Pfarrkirche Bad Kreuzen und die Stiftskirche Ardagger sind Aufführungsorte ausgewählter Konzerte. Für die vorwiegend als Matineen gestalteten Aufführungen in der Stiftskirche Waldhausen konnten in den vergangenen Jahren Interpreten wie beispielsweise das L’Orfeo Barockorchester, Chorus sine nomine, Concilium Musicum Wien, Ars Antiqua Austria, Bach Consort Wien und das Harmony of Nations Baroque Orchestra gewonnen werden.
Von 1996 bis 1998 wurden Konzerte im Schloss Innernstein in Münzbach u. a. mit den Salzburger Residenzsolisten veranstaltet.
Seit 1997 gehört auch Saxen zu den Veranstaltungsorten der Donaufestwochen in Saxen, wo in der Musikhauptschule und im Strindbergmuseum u. a. bereits Erika Pluhar, Robert Meyer, Karlheinz Hackl, Julia Stemberger, Christian Altenburger, Gusti Wolf, Topsy Küppers, Helmut Jasbar und der Tenor Maximilian Kiener auftraten.
Weitere Spielstätten sind die Filialkirche Altenburg, die Stiftskirche Baumgartenberg und die Gießenbachmühle in St. Nikola an der Donau am Eingang der Stillensteinklamm. Die Filialkirche Altenburg war seit 1999 Aufführungsort für Konzerte von Annegret Siedel, Bell Arte Salzburg, Carin van Heerden, Thomas Bogner, Jörg Halubek, Brett Leighton, Midori Seiler, Juris Teichmanis und Hiro Kurosaki. In der Stiftskirche Baumgartenberg gastierten u. a. Peter Assmann, Erdmuthe Scherzer-Klinger, Erich Traxler, Elisabeth Ullmann und das Ensemble Responsorium Zagreb.donau-festwochen.at:
Im Vierkanthof der Familie Hauer in Ardagger werden seit 1997 Jazz-Konzerte mit Interpreten wie Agnes Heginger und Klaus Wienerroither angeboten. derStandard.at vom 24. Juli 2008 Wohlklingender Wettstreit, abgerufen am 20. November 2011.
Der Großdöllnerhof im Naturpark Mühlviertel in Rechberg ist seit 2004 alljährlich Schauplatz von LandART – der Ausstellung von im Rahmen der Donaufestwochen vom Bildhauer Willibald Katteneder geschaffenen Kunstwerke.nachrichten.at am 29. Juli 2011 Donaufestwochen: Raritäten und Moderne, abgerufen am 20. November 2011.
Weitere Aufführungsorten sind:
Burg Kreuzen Pfarrkirche Münzbach Pfarrkirche Windhaag Stadtplatz Grein Hauptschule Saxen Palmhaus-Werk der Firma Baumann in Baumgartenberg Café Blumensträußl in Grein
Aufführende Beispielhafte Aufzählung bekannter Orchester, Chöre, Ensembles und Künstler und Eröffnungsredner, die einmal oder mehrmals verpflichtet werden konnten:
Operneigenproduktionen Höhepunkt der Donaufestwochen ist die jährliche Opern-Eigenproduktion mit Opernraritäten aus Barock und Frühklassik auf Schloss Greinburg. Unbekanntere Werke von Meistern der Musikgeschichte wie Telemann, Händel oder Mozart kommen zur Aufführung.
Seit 1995 wurden folgende Opern bzw. Singspiele dargeboten:
1995 und 2001: La danza von Christoph Willibald Gluck (1755)Franz Szabo: 1996: La canterina von Joseph Haydn (1766) 1997: La Rosaura von Alessandro Scarlatti (um 1690) 1998: Apollo et Hyacinthus von Wolfgang Amadeus Mozart 1999: Dafne in Laura von Johann Joseph Fux 2000: Aci, Galatea e Polifemo von Georg Friedrich Händel (1708) 2002: Les fêtes vénitiennes von André Campra (1710)Franz Szabo: 2003: Don Quichotte auf der Hochzeit des Comacho von Georg Philipp Telemann (1761) 2004: The Fairy-Queen von Henry Purcell (1692)derStandard.at vom 9. August 2004: Barocke Sommernachtsträume in Grein, abgerufen am 24. Oktober 2011 2005: Zaide von Wolfgang Amadeus Mozart (1779/80)derStandard.at vom 8. August 2005: Unbekannter Mozart, abgerufen am 14. Dezember 2023 2006: Ottone, re di Germania von Georg Friedrich Händel (1722)ORF Oberösterreich (Archiv) vom 3. August 2006: Opernrarität „Ottone, Re di Germania“ in Grein, abgerufen am 24. Oktober 2011 2007: Romeo und Julie von Georg Anton Benda (1784, Mannheimer Fassung)Franz Szabo: 2008: L’olimpiade von Antonio VivaldiBernhard Leitner: am Schauplatz. In: Oberösterreichische Nachrichten vom 24. Juli 2008 2009: Almira, Königin von Castilien von Georg Friedrich Händel (1705)derStandard.at vom 2. April 2009: „Almira, Königin von Kastilien“ im Strudengau, abgerufen am 24. Oktober 2011 2010: Orpheus, oder Die wunderbare Beständigkeit der Liebe von Georg Philipp TelemannFranz Zamazal: Donaufestwochen: Die Beständigkeit der Liebe. In: Oberösterreichische Nachrichten (Archiv) vom 9. August 2010, abgerufen am 24. Oktober 2011. 2011: La Guerra de los Gigantes von Sebastián DurónFranz Zamazal: Spanisches Barock im Strudengau. In: Oberösterreichische Nachrichten (Archiv) vom 8. August 2011, abgerufen am 24. Oktober 2011 2012: La Betulia liberata von Wolfgang Amadeus Mozart, Geistliche Bühnendramatik 2013: El impossible mayor en amor le vence Amor von Sebastián Durón 2014: Pigmalion und Anacréon von Jean-Philippe Rameau 2015: Die verstellte Gärtnerin von Wolfgang Amadeus Mozart 2016: Der geliebte Adonis von Reinhard Keiser 2017: La Lisarda von Giovanni Battista Mariani 2019: L’incontro improvviso von Joseph Haydn (1775) 2022: Moro per amore von Alessandro Stradella 2023: Zaide von Wolfgang Amadeus Mozart 2024: Die wüste Insel von Joseph Haydn 2025: Orfeo ed Euridice von Fux 2026: Sophia – der Preis der Freiheit. Libretto von Philipp Blom für Musik von Johann Sebastian Bach
CD-Einspielungen Die erste Aufnahme einer Opernproduktion der Donaufestwochen, Telemanns Orpheus oder die wunderbare Beständigkeit der Liebe entstand im Sommer 2010. Im Rahmen des Festkonzerts zum 15-jährigen Bestehen des L’Orfeo Barockorchesters in der Stiftskirche Waldhausen erfolgte 2011 unter der Leitung von Michi Gaigg die Einspielung von Schuberts Konzertouvertüren und der Symphonie Nr. 5. Auch die Opernproduktion 2011, Sebastián Duróns Oper La Guerra de los Gigantes mit dem Ensemble A Corte Musical unter der Leitung von Rogério Goncalves, und 2012, Mozarts Betulia liberata mit dem L’Orfeo Barockorchester erschienen auf CD.
Kinder- und Jugendarbeit Die seit mehreren Jahren bestehende Opernwerkstatt für Kinder soll diese für die Sprache der Musik begeistern. Eine Bühnenwerkstätte in Zusammenarbeit mit dem Polytechnischen Lehrgang der HIT Grein dient der Einbindung Jugendlicher. Die 2008 vom Kulturforum Donauland-Strudengau ins Leben gerufene Singschule Strudengau eröffnet Kindern und Jugendlichen ganzjährig die Möglichkeit zu einer gesanglichen Grundausbildung (Stimmbildung, Rhythmik, Chorgesang). Der freie Eintritt für junge Menschen bis 15 Jahre bei den Veranstaltungen der Donaufestwochen erlaubt es den jungen Menschen ihrer Neugierde freien Lauf zu lassen und animiert Familien zum gemeinsamen Musikerleben.Nachwuchs für die große Opernbühne, in Oberösterreichische Nachrichten (Archiv) vom 18. Juli 2013 abgerufen am 22. August 2013.
Literatur Klaus Landa: Streifzüge durch die musikalische Festivallandschaft des Mühlviertels oder Die Donaufestwochen im Strudengau als Festival abseits der Norm. In: Klaus Petermayr, Oberösterreichisches Volksliedwerk und Anton Bruckner Institut Linz (Hrsg.): Streifzüge (= Beiträge zur oberösterreichischen Musikgeschichte. Band 2). Plöchl, Freistadt 2011, S. 197–205.
Weblinks
Website Donaufestwochen
Einzelnachweise
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