Der Bürgermeister von Theben war ein altägyptischer Beamtentitel, der seit dem Neuen Reich belegt ist.
Aufgaben Der Inhaber dieses Titels war in der 18. Dynastie der oberste Verwalter der Stadt Theben. Er trug dazu den Titel „Scheunenvorsteher des Amun“ und war somit auch für die Versorgung der thebanischen Tempel zuständig. Ab der 19. Dynastie verwaltete er nur noch die östliche Stadthälfte, da ein neues Amt mit dem Namen „Bürgermeister von Westtheben“ eingerichtet wurde, das jedoch dem östlichen Bürgermeisteramt untergeordnet war.W. Helck: Zur Verwaltung des Mittleren und Neuen Reichs. Leiden 1958, S. 237.
Zu seinen Aufgaben zählten u. a. auch die eines Richters, da Bürgermeister im Neuen Reich mit den Priestern lokale Gerichtshöfe bildeten.W. Helck: Zur Verwaltung des Mittleren und Neuen Reichs. Leiden 1958, S. 237–238. Er begleitete zudem den Wesir oder den Amunspriester auf Inspektionsgängen in die Nekropole auf dem Westufer.
Er war der Vorgesetzte der Stadtteilkommandanten, von denen es im Nord- und Südteil der Stadt jeweils zwei gab und die eher polizeiliche Aufgaben ausübten. Zu seinen Untergebenen zählten auch die Distriktschreiber („Schreiber (des Sprechers) des Stadtverwaltungsgebiets“), von denen es seit der Ramessidenzeit ebenfalls jeweils zwei pro Stadthälfte und dazu zwei für den westlichen Teil gab. Zudem existierte ein „Schreiber des Bürgermeisters“ und ein „Stellvertreter des Bürgermeisters“ mit weiteren Schreibern.W. Helck: Zur Verwaltung des Mittleren und Neuen Reichs. Leiden 1958, S. 243–245.
Zu den bekanntesten Bürgermeistern zählten im Neuen Reich Ineni, Sennefer und Ptahmose, sowie in der Spätzeit Montuemhat.
Titelträger Neues Reich Name Datierung Bemerkungen Tetiky Ahmose Seni Amenophis I. – Thutmosis II. Unter Thutmosis I. zum „Vizekönig von Kusch“ befördert. Ineni Thutmosis I. – Hatschepsut Sauser Thutmosis III.Lise Manniche: Lost Tombs, A Study of Certain Eighteenth Dynasty Monuments in the Theban Necropolis (= Studies in Egyptology.). Kegan Paul International (KPI), London / New York 1988, ISBN 0-7103-0200-2, S. 85–87. Sauser wird nur einmal im thebanischen Grab A4 erwähnt, das einem Schreiber der südlichen Stadt, Wensu gehört. Sennefer Amenophis II. Kenamun Amenophis III. Er war der Schwiegersohn von Sennefer und ist im thebanischen Grab TT162 begraben worden.Betsy Bryan: The 18th Dynasty before the Amarna Period. In: Ian Shaw (Hrsg.): The Oxford History of Ancient Egypt. Oxford university press, Oxford, New York 2000, ISBN 978-0-19-280458-7, S. 263. Ptahmose Amenophis III. Auch „Wesir“ und „Hoherpriester des Amun“ Amenemhab Ende der 18. Dynastie.L. Manniche: Lost Tombs, A Study of Certain Eighteenth Dynasty Monuments in the Theban Necropolis. London / New York 1988, S. 47–49. Roy 18. Dynastie Paser Ramses II. Hunefer Ramses II. – Merenptah Amenemhet 19. Dynastie May 19. Dynastie Nefermenu 19. Dynastie Nebneheh 20. Dynastie Paser Ramses III. Amenmose Ramses IV. Paser Ramses IX. Nesi Amenemope Ramses XI.
Spätzeit Name Datierung BemerkungenKarabasken25. DynastieNespath25. DynastieMontuemhatPsammetich I.BasaPsammetich I.PabasaPsammetich I.TT279PadiamunPsammetich I.PatjenefiPsammetich I.TT128NesptahPsammetich I.Sohn des MontuemhatReemmaacheruPsammetich I.RamosePsammetich I.ChonsirdesPsammetich I.PedubastPadihorresnetPsammetich I. – Necho II.PedubastNecho II.
Siehe auch Altägyptische Beamten- und Funktionstitel
Literatur Wolfgang Helck: Zur Verwaltung des Mittleren und Neuen Reichs (= Probleme der Ägyptologie. Band 3). Brill, Leiden 1958, S. 236–245. Diana Alexandra Pressl: Beamte und Soldaten: Die Verwaltung in der 26. Dynastie in Ägypten (664 - 525 v. Chr.). Lang, Frankfurt am Main 1998, ISBN 3-631-32586-X, S. 75.
Einzelnachweise
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