Little Alien ist ein Dokumentarfilm der österreichischen Regisseurin und Filmproduzentin Nina Kusturica zur Thematik unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge.
Inhalt Die Protagonisten des Films sind Teenager, die allein und unter größter Gefahr aus den Krisenregionen der Welt nach Europa flüchten. Nina Kusturica vermittelt auf höchst einfühlsame Weise ein komplexes Bild von den Hoffnungen und Träumen jugendlicher Flüchtlinge, die sich nach ihrer Flucht mit einem teilweise absurden und menschenverachtenden bürokratischen System der europäischen Staaten konfrontiert sehen. Die Jugendlichen Juma, Hishame, Ahmed, Nura, Achmad, Asha, Jawid und Alem lassen die Zuseher nach und nach verstehen, weshalb sie es als letzten Ausweg ansahen, ihre Heimat und Familie zurückzulassen und in eine ungewisse Zukunft aufzubrechen. Darüber hinaus gewährt die Regisseurin dem Filmpublikum einen Blick hinter die Kulissen, nämlich durch die Wärmebildkameras der Grenzpolizisten auf ahnungslose Flüchtlinge, und begleitet die Teenager zu ihren Amtsterminen bei der Behörde.
In Europa angekommen, wünschen sich die Jugendlichen nichts sehnlicher als endlich ein geregeltes Leben zu führen. Doch die entmenschlichte Bürokratie steht einer sofortigen Integration entgegen. Selbst Sprachkurse dürfen erst besucht werden, wenn die Jugendlichen über einen gültigen Asylbescheid verfügen. Und so sind sie zum Abwarten und Nichtstun gezwungen. Kontakt zu „Einheimischen“ wird so ebenfalls nahezu unmöglich. Eine Begegnung mit einem betrunkenen Mann am Bahnhof, der den eben erst im österreichischen Traiskirchen angekommenen Teenagern Nura und Asha alle gängige ausländerfeindlichen Vorurteile an den Kopf wirft, wird so zu einer eindrucksvollen Schlüsselszene – umso mehr als den Mädchen erst erklärt werden muss, dass es so etwas wie Ausländerfeindlichkeit überhaupt gibt. Auch deshalb ist es umso erstaunlicher und erfrischender, zu sehen, dass all diese Teenager trotz der ständigen Unsicherheit ihrem Alter gemäß lachen, Spaß haben und optimistisch bleiben. Nina Kusturica ist es gelungen, ihre Protagonisten auf einer sehr persönlichen Ebene zu zeigen – und genau das macht den Film in Zeiten bedeutungsvoll, in denen das Thema Zuwanderung von der Politik hauptsächlich populistisch abgehandelt wird.
Kritiken
Auszeichnungen Outstanding Artist Award http://www.bmukk.gv.at/ministerium/vp/20100707.xml , Kategorie „Interkultureller Dialog“, Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur, 2010 Best Feature Documentary (2. Preis), Best Editing (1. Preis), International Filmfestival Los Angeles, 2010 Best Integral Realization, Bruxelles Fiction & Documentary Festival, 2010 The Chris in der Kategorie „Social Issues“, Columbus International Film & Video Festival, 2010
Einzelnachweise
Weblinks Offizielle Website
Interview mit Nina Kusturica auf der Homepage der Austrian Films vom 7. Oktober 2009 in der Kleinen Zeitung Artikel vom 9. Oktober 2009 in der Presse Filmkritik vom 8. Oktober 2009 im Standard Artikel in der Ausgabe 41/2009 der Furche Mobilefilm Produktion
Kategorie:Filmtitel 2009 Kategorie:Dokumentarfilm Kategorie:Österreichischer Film Kategorie:Kinderrechte Kategorie:Flüchtlingsthematik im Film