mini|Heilig-Geist-Kirche mit Kirchplatz mini|Nord-Fassade, die Dächer der Seitenschiffe enden an den blinden Hochschiffwänden mini|Vorgelagerter Portikus Die Heilig-Geist-Kirche ist eine katholische Pfarrkirche im Geistviertel von Münster, Westfalen, an der Metzer Straße.

Geschichte Angesichts der nach 1922 stark wachsenden Neuansiedlung auf der Geist bat 1924 der Kirchenvorstand von St. Joseph, zu dessen Gemeinde das Geistviertel bis zur späteren Abpfarrung der Heilig-Geist-Gemeinde gehörte, die Stadt Münster um einen Bauplatz im Zentrum des neu entstehenden Geistviertels.Festschrift von Franz Zons aus dem Jahre 1929 auf yumpu.com, abgerufen am 14. März 2016. Am 24. Juli 1924 wurde ein Grundstück von 10.100 m² an der Metzer Straße zugesagt. Ein Architekturwettbewerb um Entwürfe für die neue Kirche wurde am 26. Juni 1925 ausgelobt. Vorsitzender des Preisgerichts war der bedeutende katholische Kirchenarchitekt Dominikus Böhm.Thomas Sternberg: Kunst – Kirche – Raum: Das Gesamtkonzept der „edlen Einfachheit“. In: Waltraud Polenz (Hrsg.): Heilig-Geist-Gemeinde Münster: „Lebendige Steine – geistiges Haus“?! Lit Verlag, Münster 2006, ISBN 3-8258-8158-X, S. 50 (, abgerufen am 14. März 2016). Am 25. März 1927 wurde der Entwurf mit dem Kennwort Johann Konrad Schlaun des Duisburger Architekten Walter Kremer für den Bau ausgewählt. Aufgrund der allgemeinen schlechten wirtschaftlichen Situation in Deutschland wurden erst im Sommer 1928 die Gelder für den Bau bewilligt. Der erste Spatenstich erfolgte am 30. Juli 1928, die feierliche Grundsteinlegung fand am 21. Oktober 1928 statt. Am 27. Oktober 1929 wurden die ersten drei Glocken eingeweiht.

Im Jahre 1929 wurde die Heilig-Geist-Gemeinde von St. Joseph abgepfarrt. Website der Heilig Geist Gemeinde Münster. Abgerufen am 20. November 2014.

Im Jahre 1947 fand in der Heilig-Geist-Kirche die Inthronisation von Michael Keller zum Bischof von Münster statt, da der Wiederaufbau des St.-Paulus-Doms erst 1956 abgeschlossen wurde.Stadtplanungsamt Münster (Hrsg.), Ursula Richard-Wiegandt: Das neue Münster. 50 Jahre Wiederaufbau und Stadtentwicklung 1945–1995. Aschendorffsche Verlagsbuchhandlung, Münster 1996, ISBN 3-402-05374-8, S. 65. Im selben Jahr wurde das neue Geläut vom Bochumer Verein gegossen und hat die Töne h° d‘ e‘ g‘ a‘.Vgl. die Aufnahme des Geläuts bei youtube.com

Am 30. Mai 2013 wurden die Katholischen Kirchengemeinden St. Joseph und Heilig Geist zusammengelegt. Die Heilig-Geist-Kirche gehört seitdem zur Katholischen Kirchengemeinde St. Joseph Münster-Süd.Bezirksregierung Münster: Amtsblatt für den Regierungsbezirk Münster vom 26. April 2013, Nummer 17, Abschnitt 111 (PDF-Datei; 0,5 MB). Website der Bezirksregierung Münster. Abgerufen am 15. November 2021.

Architektur mini|Blick auf den Altar mini|Innenansicht der nördlichen Fassade, Fenstergalerie

Der schlichte Bau greift Architekturformen des Neuen BauensSylvaine Hänsel, Stefan Rethfeld: Architekturführer Münster. Dietrich Reimer Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-496-01276-4, S. 201. und der Neuen SachlichkeitStadtplanungsamt Münster (Hrsg.), Ursula Richard-Wiegandt: Das Siedlungswachstum der Stadt Münster vom 19. Jahrhundert bis zum Zweiten Weltkrieg. Münster 1991, ISBN 3-921290-56-2, S. 80–95. auf. So ist der markante überdachte Balkon an einer Ecke des freistehenden Kirchturms ein typisches Element des Neuen Bauens. Der Bau folgt den „Prinzipien der ‚edlen Einfachheit‘, wie sie vom Dessauer „Bauhaus“ zum Leitbild gemacht worden (…) waren.“Thomas Sternberg: Kunst – Kirche – Raum: Das Gesamtkonzept der „edlen Einfachheit“. In: Waltraud Polenz (Hrsg.): Heilig-Geist-Gemeinde Münster: „Lebendige Steine – geistiges Haus“?! Lit Verlag, Münster 2006, ISBN 3-8258-8158-X, S. 51 (, abgerufen am 14. März 2016). Markant und weithin sichtbar ist auch der an einer Ecke und nicht mittig auf dem Kirchturmdach gebaute Aufbau (Ausgang des Treppenaufgangs zum Dach) mit Kreuz.

Der Architekt hat den in der Spätgotik verbreiteten Kirchenbautyp der Pseudobasilika mit vorgelagertem Portikus aufgegriffen und in die moderne Formensprache übersetzt.

Wegen seiner sachlichen Bauweise wird der Kirchbau in der Münsteraner Bevölkerung auch „Druffels Pütt“ genannt,Helmut Kovermann, Michael J. Rainer: Ein Balkon an Druffels Pütt, eine kleine Baugeschichte. In: Waltraud Polenz, Hedi Werner, Thomas Hußmann, Helmut Kovermann, Michael J. Rainer (Hrsg.): Heilig Geist-Gemeinde Münster. „Lebendige Steine – geistiges Haus“?! Lit Verlag, Berlin 2006, ISBN 3-8258-8158-X, S. 46 f. da Bernhard Druffel der bei Erbauung zuständige Pfarrer von St. Joseph war und Pütt umgangssprachlich eine Schachtanlage im Kohlebergbau bezeichnet.

Orgel mini|Orgel Die Orgel wurde 1948 von dem Orgelbauer Fritz Klingenhegel (Münster) mit 37 Registern auf zwei Manualen und Pedal erbaut. Das Kegelladen-Instrument hat einen Freipfeifenprospekt und steht größtenteils rechts des Westfensters. Die geplante Erweiterung auf 52 Register auf drei Manualen und Pedal wurde nicht ausgeführt. Dementsprechend ist insbesondere das erste Manual (Hauptwerk) vakant. Die Trakturen sind elektropneumatisch.

II Positiv C–g3 1. Rohrgedackt 8′ 2. Prinzipal 4′ 3. Gedacktflöte 4′ 4. Schwiegel 2′ 5. Spitzquinte ′ 6. Sequialtera II-III ′ 7. Mixtur IV 1′ 8. Rankett 16′ 9. Krummhorn 8′ Tremulant III Schwellwerk C–g3 10. Gedacktpommer 16′ 11. Hornprinzipal 8′ 12. Lieblich Gedackt 8′ 13. Gemshorn 8′ 14. Schwebung 8′ 15. Harfenpraestant 4′ 16. Blockflöte 4′ 17. Nasard ′ 18. Nachthorn 2′ 19. Glockenterz ′ 20. Sifflöte 1′ 21. Scharff IV ′ 22. Terzcymbel III ′ 23. Oboe 8′ 24. Musette 4′ Tremulant Pedal C–f1 25. Prinzipalbass 16′ 26. Violonbass 16′ 27. Subbass 16′ 28. Oktavbass 8′ 29. Gedacktbass 8′ 30. Choralbass 4′ 31. Bassflöte 4′ 32. Weitpfeife 2′ 33. Hintersatz V ′ 34. Posaune 16′ 35. Fagott 16′ 36. Trompete 8′ 37. Klarine 4′ Koppeln: II/I, III/I, III/II, I/P, II/P, III/P Spielhilfen: Zwei freie Kombinationen, zwei Pedalkombinationen, Tutti, Registercrescendo, Absteller

Trivia Am 3. März 1990 verübte ein Theologiestudent mit einem Brandsatz einen Anschlag auf die Heilig-Geist-Kirche. Im Anschluss daran wurden die hellgrauen Bänke im Innenraum angeschafft. In: Westfälische Nachrichten. 30. Dezember 2011, abgerufen am 27. Januar 2012.Michael J. Rainer: Jubiläen. Feiern verbinden die Generationen mit Mumm statt Kaltem Kaffee. In: Waltraud Polenz, Hedi Werner, Thomas Hußmann, Helmut Kovermann, Michael J. Rainer (Hrsg.): Heilig Geist-Gemeinde Münster. „Lebendige Steine – geistiges Haus“?! Lit Verlag, Berlin 2006, ISBN 3-8258-8158-X, S. 179 f.Bernd Eylert: Sitzen Sie gut? Dann sollten Sie auch wissen warum! In: Waltraud Polenz, Hedi Werner, Thomas Hußmann, Helmut Kovermann, Michael J. Rainer (Hrsg.): Heilig Geist-Gemeinde Münster. „Lebendige Steine – geistiges Haus“?! Lit Verlag, Berlin 2006, ISBN 3-8258-8158-X, S. 155 ff.

Weblinks

Offizielle Internetpräsenz der Katholischen Pfarrgemeinde St. Joseph Münster-Süd Heilig-Geist-Kirche bei baukunst-nrw, einer Seite der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen Webcam mit Blick auf den Turm der Heilig Geist Kirche von Süden

Einzelnachweise

Heiliggeist Kategorie:Kirchengebäude im Bistum Münster Kategorie:Kirchengebäude des Neuen Bauens Heiliggeist Kategorie:Erbaut in den 1920er Jahren Kategorie:Heilig-Geist-Kirche Kategorie:Disposition einer Orgel Kategorie:Geläut