mini|„Herkules im Kampf mit dem Nemeischen Löwen“ nach Entwurf von Johann Gottfried Schadow

Der Nemeische Löwe (, auch Nemäischer LöweHolger Kempkens: Beitrag I.19 Reliefplatte mit Herakles und dem Nemäischen Löwen, in: ders./Christiane Ruhmann (Hg.), Corvey und das Erbe der Antike (Ausstellungskatalog), Petersberg 2024, S. 138., historische Schreibweise auch mit Trema: „nemeïsch“) war ein unverwundbarer Löwe der griechischen Mythologie, der in den Wäldern der Argolis auf der Peloponnes zwischen Nemea und KleonaiPausanias 2,15,2 auf Veranlassung von Hera sein Unwesen trieb, indem er Mensch und Tier anfiel. Er ist nicht zu verwechseln mit dem Kithäronischen Löwen.

Der Nemeische Löwe war möglicherweise ein Abkömmling von Typhon und Echidna,Hesiod, Theogonie 327–329 vielleicht aber auch vom Himmel,Herodoros von Herakleia bei Tatian, Oratio ad Graecos 27,29,12 ff. vielleicht vom Mond gefallenPlutarch, De facie in orbe lunae 24; Aelian, De natura animalium 12,7 oder Sohn der Mondgöttin.Seneca, Hercules furens 83; bei Hyginus, Fabulae 30: „“ („den Luna genährt hatte“)

Die Sage hierzu lautet wie folgt: Herakles war bei der Göttin Hera in Ungnade gefallen, worauf diese ihn in den Wahnsinn schickte. Dem Wahnsinn verfallen, warf Herakles seine 12 Kinder ins Feuer. Um sich von seiner Schuld zu befreien, wurde er dazu verdammt, 12 Jahre dem König Eurystheus zu dienen, der ihm 12 Aufgaben auferlegte.

Herakles sollte als ersteEuripides, Herakles 359 der für Eurystheus zu verrichtenden 12 Arbeiten diesem das Fell des Löwen bringen. Dass der Löwe unverwundbar war, merkte der Held, als er ihn mit Pfeilen beschoss, die aber einfach abprallten. Also schlug er dem Untier, als es auf ihn lossprang, seine riesige Keule (aus einem Olivenbaum gefertigt(Pseudo-)Theokrit, Idyll 25,208) über den Schädel.Bibliotheke des Apollodor 2,5,1,2–3 Der Löwe flüchtete sich in seinen Unterschlupf, eine Felsspalte bzw. eine Höhle,(Pseudo-)Theokrit, Idyll 25,223; Diodor, Bibliotheke 4,11,1; Bibliotheke des Apollodor 2,5,1,3; Hyginus, Fabulae 30 die den Berg Tretos durchlief.Diodor, Bibliotheke 4,11,3 Nachdem Herakles den einen Ausgang verschlossen hatte, packte er den Löwen, als der am anderen Ende herauskam, und erwürgte ihn. Er balgte den Löwen mit dessen eigenen Krallen ab, denn nur diese waren in der Lage, die Haut des Tieres zu zerschneiden,(Pseudo-)Theokrit, Idyll 25,195–281 nahm das Fell über den Arm und machte sich auf den Rückweg nach Tiryns zu Eurystheus. Später kürschnerte er sich aus dem Fell einen Umhang,Euripides, Herakles 361–363 der ihn fast unverwundbar machte.Diodor, Bibliotheke 4,11,4

Als Eurystheus ihn mit dem Fell kommen sah, erschrak er so sehr über dessen Kraft, dass er sich in einem großen Krug versteckte und sich weigerte, Herakles zu empfangen. Auch später wagte der König nicht mehr, ihn vorzulassen, sondern ließ ihm außerhalb der Stadtmauern seine Befehle von einem gewissen Kopreus übermitteln.Bibliotheke des Apollodor 2,5,1,5

Der Löwe wurde später von Hera als Sternbild Löwe an den Himmel versetzt.Hyginus, De astronomia 2,24

Literatur

William Blake Tyrrell: On Making the Myth of the Nemean Lion. In: The Classical Journal. Band 98, 2002, S. 69–71.

Weblinks

Leon Nemeios auf Theoi.com

Belege

Kategorie:Kreatur der griechischen Mythologie Kategorie:Mythologisches Tier Kategorie:Herakles