miniatur|Landtag Nordrhein-Westfalen, vom Rheinturm aus gesehen, sowie Aufsicht auf Teile der Rheinkniebrücke und der Rheinuferpromenade miniatur|Landtagsgebäude Nordrhein-Westfalen, Platz am Haupteingang, im Vordergrund die kreisrunde Eisenguss-Skulptur Tzaphon von Dani Karavan mini|Landeshaus, Amtssitz des Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen (1961–1999 und wieder seit 2017) miniatur|Ständehaus, Ausstellungsgebäude K21 der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen miniatur|Die Villa Horion, heute ein Nebengebäude des Landesparlaments, avancierte unter Ministerpräsident Franz Meyers 1961 (im Verbund mit dem Landeshaus) zum Amtssitz des nordrhein-westfälischen Staatsoberhaupts. miniatur|Blick auf das Regierungsviertel im Jahre 2001, aufgenommen vom Rheinturm aus einem Fischaugenobjektiv miniatur|Hauptverwaltungsgebäude Mannesmann (Bildmitte, seit 2008 im Eigentum des Landes Nordrhein-Westfalen), erste Staatskanzlei und Sitz der Ministerpräsidenten bis 1953, vorgeschlagen als Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen mini|Zu Beginn des 18. Jahrhunderts geplanter Schlossneubau in einem „Idealplan“ von Matteo Alberti: Der rheinische Provinzialkonservator Paul Clemen vermutete, später unterstützt durch Theodor Levin, dass als Standort des Schlosses das Rheinufer der Düsseldorfer Neustadt, also das heutige Regierungsviertel westlich des Jürgensplatzes, gedacht war.Paul Clemen: Der Düsseldorfer Schlossplan des Grafen Matthaeus Alberti. In: Beiträge zur Geschichte des Niederrheins. Jahrbuch des Düsseldorfer Geschichtsvereins. Band 17, Düsseldorf 1902, S. 181 f., abgerufen im Portal archive.org am 25. Dezember 2013.Theodor Levin: Beiträge zu den Kunstbestrebungen des Hauses Pfalz-Neuburg. In: Beiträge zur Geschichte des Niederrheins. Jahrbuch des Düsseldorfer Geschichtsvereins. Band 19, Düsseldorf 1905, S. 145 f., abgerufen im Portal archive.org am 25. Dezember 2013. miniatur|Darstellung einer Bebauung im (späteren) Regierungsviertel, dargestellt im Stadtplan 1854 unten rechts miniatur|Mannesmann-Hochhaus (2010), Ikone der Architektur der 1950er Jahre, Sitz des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen miniatur|Ensemble der Landesbauten an Rheinuferpromenade und Johannes-Rau-Platz miniatur|Nächtlicher Blick vom Medienhafen auf das Regierungsviertel, links der Landtag, in der Bildmitte der Rheinturm, rechts das Stadttor mit dem Verkehrsministerium sowie das WDR-Funkhaus Düsseldorf miniatur|WDR-Funkhaus Düsseldorf (vorne) als städtebauliches Verbindungsglied zwischen Medienhafen und Regierungsviertel miniatur|Sitz der NRW.Bank, Kavalleriestraße miniatur|Der neue glasüberdachte Innenhof des früheren Ständehauses fungiert auch als repräsentativer Rahmen für staatliche Veranstaltungen des Landes Nordrhein-Westfalen.

Das Regierungsviertel Düsseldorf ist ein räumlicher Bereich in der Landeshauptstadt Düsseldorf, in dem der Landtag und die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen sowie regierungsnahe Funktionen angesiedelt sind.

Das Stadtviertel erstreckt sich zu beiden Seiten der Rheinkniebrücke am rechten Rheinufer in den Stadtteilen Hafen, Unterbilk und Carlstadt. Der städtebauliche Übergang zum Medienhafen ist fließend. Durch Architektur, Städtebau, Denkmalschutz und Kunst im öffentlichen Raum drückt das Land Nordrhein-Westfalen im Regierungsviertel sein Selbstverständnis als Staat, seine Identität und seine Haltungen in Fragen der Baukultur aus.

Prägende Gebäude, Anlagen und Flächen Folgende Gebäude bilden den Kern des Regierungsviertels: das Gebäude des Landtags Nordrhein-Westfalen, Platz des Landtags 1 die Villa Horion als Nebengebäude des Landesparlaments, Johannes-Rau-Platz, das Landeshaus, heute Amtssitz des Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen sowie dessen Staatskanzlei, Horionplatz 1 das Bürogebäude Stadttor, Sitz des Ministeriums für Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, Stadttor 1 das Mannesmann-Hochhaus, Sitz des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, Mannesmannufer bzw. Berger Allee 25 das Mannesmann-Haus (Behrensbau), ehemalige Staatskanzlei und Amtssitz früherer Landesregierungen, seit 2021 Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen das Gebäude des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, Jürgensplatz 1 (Atlantikhaus) (PDF-Datei; 89 kB). Redemanuskript, Düsseldorf 2006, veröffentlicht im Portal debrige.de der Deutsch-Britischen Gesellschaft, Arbeitskreis Düsseldorf, abgerufen am 23. September 2012 das Gebäude des Ministeriums für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen, Haroldstraße 4, darin auch die Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen

Einrichtungen, die die räumliche Nähe von Regierung und Parlament nutzen, sind unter anderem: das WDR-Funkhaus Düsseldorf mit dem Regionalstudio Düsseldorf, Stromstraße 24, die NRW.Bank, Förderbank des Landes Nordrhein-Westfalen, Kavalleriestraße 22, das Ständehaus als Ausstellungsgebäude K21 der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen und als repräsentativer Rahmen für festliche Veranstaltungen des Landes, Ständehausstraße 1, die Geschäftsstelle der CDU Nordrhein-Westfalen, Wasserstraße 6, die Geschäftsstelle der SPD Nordrhein-Westfalen, Kavalleriestraße 16, das Polizeipräsidium Düsseldorf, Jürgensplatz 5–7 (z. Zt. Haroldstraße 5), die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen, Zollhof 2, die Film- und Medienstiftung NRW, Kaistraße 14.

Gebäude, Anlagen und Flächen, die das Regierungsviertel im Weiteren räumlich, baulich oder verkehrlich prägen, sind: der Rheinturm als Fernseh- und Aussichtsturm sowie Wahrzeichen Düsseldorfs, die Rheinkniebrücke als oberirdische Hauptverkehrsachse und Rheinquerung, der Rheinpark Bilk als moderne Parkanlage am Landtag und am Rheinufer, der Rheinufertunnel als unterirdische Hauptverkehrsachse, die Rheinuferpromenade als Gastronomie- und Flaniermeile am Rheinufer, die Grünanlagen am Spee’schen Graben, am Schwanenspiegel und am Kaiserteich als historische Parks.

Geschichte Am 2. Oktober 1988 wurde der Landtag Nordrhein-Westfalen im Bereich des früheren Berger Hafens am Rhein eingeweiht. Das Gebäude und seine Nutzung gaben fortan den Anstoß zu einer weitgehenden Umgestaltung der Umgebung.Hugo Weidenhaupt: Kleine Geschichte der Stadt Düsseldorf. 9. überarb. Aufl. Düsseldorf 1983, Nachtrag 1990, S. 4. Mit der Wahl seines Bauplatzes in einer beherrschenden Lage am Rhein stellte sich der Landtag in die Reihe bedeutender anderer Parlamentsbauten, die durch eine Position an einem großen Fluss einen imposanten Auftritt erzielen, zum Beispiel die Parlamente in London und Budapest.

Spiritus rector der Idee eines Landtagsneubaus am sogenannten Rheinknie war der Architekt und Stadtplaner Edmund Spohr. Er gehörte in den 1970er Jahren zu den Bürgern, die gegen Pläne zur Erweiterung des Ständehauses protestierten. Seinerzeit sollte der dort beengt untergebrachte Landtag Nordrhein-Westfalen durch Anbauten für Abgeordnetenbüros an den Seiten des Ständehauses in den umgebenden Park hinein erweitert werden. Da seit 1976 durch ein Gutachten geklärt war, dass der Berger Hafen am Rheinknie von Zwecken einer Hafennutzung freigestellt werden konnte, schlug Spohr ihn als Bauplatz für einen Landtagsneubau vor. Der Landtag willigte in diese Pläne schließlich unter der Bedingung ein, dass das Umfeld des Bauplatzes städtebaulich umzugestalten und insbesondere die vor seinem Eingang verlaufende Hochstraße in einen Tunnel zu verlegen sei. Diese Bedingung lieferte dann den Anstoß zur Planung des Rheinufertunnels und zur Anlage der Rheinuferpromenade in den 1980er und 1990er Jahren.Stadtplanungsamt Landeshauptstadt Düsseldorf: Hafenentwicklung seit 1976, Website im Portal duesseldorf.de, abgerufen am 16. Oktober 2012.. Dokumentation einer Fotoausstellung des Landtags Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf 2008/09, PDF, abgerufen am 16. Oktober 2012.

Das Ständehaus der Rheinprovinz sowie weitere Gebäude für Organe ihres Provinzialverbandes im Bereich der Elisabethstraße bildeten im 19. Jahrhundert einen ersten Nukleus für Regierungsfunktionen im Bereich Unterbilk. Nach der Rheinufervorschiebung und der Entwicklung einer Promenade am Ufer der Carlstadt begann sich der Blick der Rheinprovinz dann auf den Rhein zu richten. Die neoklassizistische Villa Horion am heutigen Johannes-Rau-Platz, die nach der Erschließung dieses Stadtbereichs 1911 errichtet worden war, diente fortan den Landeshauptmännern der Rheinprovinz als Residenz und ab 1961 einigen Ministerpräsidenten Nordrhein-Westfalens als Amtssitz und Staatskanzlei, doch war von einem Regierungsviertel dort noch lange nicht die Rede. Scherzhaft wurde der Amtssitz des Ministerpräsidenten vielmehr als das „Pförtnerhäuschen von Mannesmann“ tituliert, weil die benachbarten Verwaltungsgebäude der Mannesmann AG weitaus eindrucksvoller erschienen. Im sogenannten Behrens-Bau des Unternehmens Mannesmann, Mannesmannufer 2, hatten unmittelbar nach der Gründung Nordrhein-Westfalens die ersten Ministerpräsidenten vom August 1946 bis zum 1. April 1953 ihren Amtssitz und ihre Staatskanzlei gehabt, danach bis 1961 in den früheren Verwaltungsgebäuden der Provinzialversicherungsanstalt in der Elisabethstraße 5 sowie 8–11.Ewald Grothe: Vom Katholikentag zum Fest der Generationen. Die Geschichte des Landeshauses und der Villa Horion 1909–2009. Düsseldorf 2009, (online, PDF mit ca. 8,15 MB). Im ersten Obergeschoss des nördlichen Anbauflügels des Gebäudes Elisabethstraße blieb bis zum Ausbau und zur Einlagerung im Jahr 2008 der erste Kabinettssaal Nordrhein-Westfalens erhalten. Das hochwertige Interieur dieses Raums war 1953 nach dem Entwurf des Architekten Karl Monerjan (1906–1972) in modernistischen Formen der 1950er Jahre eigens für Zwecke der Landesregierung konzipiert worden.Sabina Gierschner: Hier saßen die Väter Nordrhein-Westfalens: der erste Kabinettsaal der Landesregierung in Düsseldorf. In: Denkmalpflege im Rheinland, Heft 3/2011, S. 135 ff.

In größerer Entfernung vom ersten Amtssitz des Ministerpräsidenten, im Ständehaus, dem Gebäude des preußischen Provinziallandtages der ehemaligen Rheinprovinz, hatte der Landtag von 1949 bis 1988 seinen ersten Sitz.

Seitens der Stadt Düsseldorf war in der Wiederaufbauphase nach dem Zweiten Weltkrieg daran gedacht, den heutigen Kennedydamm oder die Berliner Allee als „Regierungsstraße“ zu entwickeln. Allerdings ging dieser Gedanke rasch unter, als sich die Ministerien des jungen Landes Nordrhein-Westfalens über das Stadtgebiet Düsseldorfs zu verteilen begannen. Ab 1957 richteten sich die städtischen Überlegungen zur Entwicklung eines Regierungsviertels auf die Bereiche am Schwanenspiegel und rund um das Ständehaus, das seit 1949 zum Landtagsgebäude Nordrhein-Westfalen umgebaut worden war.Friedrich Tamms im Leitplan der Stadt Düsseldorf 1957: „Um den Schwanenspiegel herum sammeln sich die Bauten des Staates, das Parlamentsgebäude mitten im Park umschließend. Es fehlt noch die Staatskanzlei. Pläne dafür sind in der Ausführung.“ Zitiert nach Werner Durth: Deutsche Architekten. Biographische Verflechtungen 1900–1970. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1992, ISBN 3-423-04579-5, S. 449 f. Einen weiteren Anlauf zur Entwicklung eines Regierungsviertels unternahm die Stadt Düsseldorf im Zuge der Planungen für die Rheinkniebrücke in den 1960er Jahren. Hierbei wurden unter der Leitung von Friedrich Tamms drei Baublöcke nördlich und südlich der Unterbilker Brückenrampe für die Anlage eines Hochhaus-Ensembles überplant, darunter auch die Flächen der historischen Wohnbebauung an der Wasserstraße.Das entsprechende städtebauliche Modell ist abgebildet bei Werner Durth, S. 459. 1969 schrieb Tamms in einem Aufsatz:Düsseldorf – Zentralität und Anspruch. In: Friedrich Tamms: Von Menschen, Städten und Brücken. Econ Verlag, Düsseldorf 1974, ISBN 3-430-19004-5, S. 53.