Die 28. Infanterie-Division, später 28. leichte Infanterie-Division und ab 1942 28. Jäger-Division, war ein Großverband des Heeres der deutschen Wehrmacht.
Divisionsgeschichte
Aufstellung Die 28. Infanterie-Division wurde am 1. Oktober 1936 in Breslau im Wehrkreis VIII aufgestellt und als Teil der 1. Aufstellungswelle am 1. August 1939 mobilisiert.
Truppenkennzeichen wird, da 1813 am Garnisonsort diese Tapferkeitsauszeichnung gestiftet wurde, das Eiserne Kreuz. Dieses soll laut Klusmeier (S. 24f.) allerdings Mitte 1943 gegen drei Eichenblätter ausgetauscht worden sein. Polenfeldzug Sie nahm am Überfall auf Polen teil.
Westfeldzug Es folgte ein Einsatz im Westfeldzug
Unternehmen Barbarossa Der Angriffskrieg gegen die Sowjetunion begann für die Division sofort mit dem Überfall auf die sowjetischen Grenztruppen.
Nach schweren Verlusten während der Schlacht um Moskau wurde sie im November 1941 aus der Front gezogen.
Zur Auffrischung nach Frankreich verlegt, nahm die Division Besatzungsaufgaben war. Im Dezember 1941 erfolgte die Umgliederung zur leichten Infanterie-Division mit nur zwei Jäger-Regimentern reorganisiert.
28. leichte Infanterie-Division Im Februar 1942 wurde die nunmehrige 28. leichte Infanterie-Division wieder an die Ostfront verlegt, diesmal auf die Krim zur Verfügung der Heeresgruppe Süd. Am 30. März wurde sie noch als voll gefechtsfähig eingestuft mit sechs Infanterie-Bataillonen in hervorragendem Zustand und einer vollen Divisionsartillerie-Einheit. Sie nahm im Mai am Unternehmen Trappenjagd und anschließend am Angriff auf Sewastopol teil.
28. Jäger Division Am 1. Juli 1942 wurde sie in 28. Jäger-Division umbenannt. Nach Sicherungsaufgaben auf der Krim wurde die 28. JD im September zur Heeresgruppe Nord an den Wolchow verlegt, wo sie an der Ersten Ladoga-Schlacht teilnahm. Im Jahr 1943 folgten die Zweite und Dritte Ladoga-Schlacht.
Im Januar 1944 nahm sie während der sowjetischen Leningrad-Nowgoroder Operation die Reste der 1. Feld-Division (L) auf. Im Juni wurde sie kurzzeitig zur Verfügung der 4. Panzerarmee bei der Heeresgruppe Nordukraine im Raum Kowel gestellt, anschließend an die 2. Armee überstellt. Nach dem Rückzug nach Polen infolge der Operation Bagration wurde sie zu der in Neuaufstellung befindlichen 4. Armee nach Ostpreußen verlegt. Hier wurde sie im März/April 1945 in der Kesselschlacht von Heiligenbeil zerschlagen.
Kapitulation Die Division hatte weniger als 1000 Soldaten, als sie sich bei Kriegsende der Roten Armee ergab.
Personen Kommandeure Dienstzeit Dienstgrad Name 1. Oktober 1936 bis 21. Mai 1940 Generalleutnant Hans von Obstfelder 21. Mai 1940 bis 1. Mai 1943 Generalleutnant Johann Sinnhuber 1. Mai bis 25. November 1943 Generalleutnant Friedrich Schulz 25. November 1943 bis Januar 1944 Generalmajor Hubert Lamey Januar bis 28. April 1944 Generalleutnant Hans-Ludwig Speth 28. April bis 20. November 1944 Generalleutnant Gustav Heisterman von Ziehlberg 20. November 1944 bis 12. April 1945 Oberst/Generalmajor Ernst König 12.–24. April 1945 Oberst Hans-Georg von Tempelhoff 24. April bis 9. Mai 1945 Generalleutnant Siegfried Verhein
Erste Generalstabsoffiziere (Ia) Dienstzeit Dienstgrad Name 15. Juli 1938 bis 25. Oktober 1940 Oberstleutnant Helmuth von Grolman 25. Oktober 1940 bis 1. Juni 1943 Oberstleutnant Kurt Gundelach 1. Juni 1943 bis 20. Juni 1944 Oberstleutnant Christian Schaeder Juni bis 27. Juli 1944 Major Joachim Kuhn 5. August bis 20. November 1944 Major Wernher Freiherr von Schönau-Wehr 20.–25. November 1944 Major Gerhard Schlie 25. November 1944 bis 1. Januar 1945 Major Wernher Freiherr von Schönau-Wehr 1. Januar bis April 1945 Major Franz-Josef von Löbbecke April bis Mai 1945 Oberstleutnant Ernst-August Freiherr von Wangenheim
Bekannte Divisionsangehörige Jürgen Bennecke (1912–2002), war von 1968 bis 1973, als General des Heeres der Bundeswehr, NATO-Oberbefehlshaber der alliierten Streitkräfte Europa-Mitte (CINCENT Commander in Chief, Allied Forces Central Europe - AFCENT) Walther-Peer Fellgiebel (1918–2001), Autor und Manager im Vorstand der Deutschen Zündwaren-Monopol-Gesellschaft Helmuth von Grolman (1898–1977), war von 1959 bis 1961 erster Wehrbeauftragter des Deutschen Bundestages Hans-Georg von Tempelhoff (1907–1985), war von 1962 bis 1967, als Brigadegeneral des Heeres der Bundeswehr, Kommandeur der 3. Panzerdivision Ernst John von Freyend (1909–1980), war von 1942 bis 1945 Keitels Adjutant und später Angehöriger des Bundesnachrichtendienstes
Auszeichnungen Insgesamt wurden 49davon eins inoffiziell und unbestätigt Ritterkreuze an Angehörige der 28. ID/28. lID und 28. JD verliehen, sowie 85 Deutsche Kreuze in Gold.
Gliederung 28. Infanterie-Division193928. leichte Infanterie-Division194128. Jäger-Division1943 Infanterie-Regiment 7im November 1941 an die 252. Infanterie-Division abgegeben — Infanterie-Regiment 49 Jäger-Regiment 49 Infanterie-Regiment 83 Jäger-Regiment 83 Artillerie-Regiment 28Das AR 28 bestand aus der I.–III. Abteilung und der I. Abteilung des AR 64. Beobachtungs-Abteilung 28wurde im Dezember 1939 Heerestruppe — Aufklärungs-Abteilung 28 Radfahr-Abteilung 28 Aufklärungs-Abteilung 28 Pionier-Bataillon 28 Panzerabwehr-Abteilung 28 Panzerjäger-Abteilung 28 Feldersatz-Bataillon 28 Divisions-Nachrichten-Abteilung 28 Infanterie-Divisions-Nachschubführer 28 Kommandeur der Jäger-Divisions-Nachschubtruppen 28
Literatur Romuald Bergner – Schlesische Infanterie (7. Infanterie-Regiment), Pöppinghaus, Bochum, 1980.
Peter Hoffmann: Stauffenbergs Freund – Die tragische Geschichte des Widerstandskämpfers Joachim Kuhn, C. H. Beck Verlag, München 2007, S. 57 f. Kurt Klusmeier: Von Leningrad bis Breslau, Tagebuch eines Infanteristen von 1942 bis 1945, belleville, München, 2013. (Erinnerungen eines Angehörigen des Jäger-Regiments 83)
Georg Tessin: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945, Band 4: Die Landstreitkräfte. Nr. 15–30. 2. Auflage Osnabrück 1976. VI, 300 Seiten. ISBN 3-7648-1083-1. BA-MA RH2/429
Anmerkungen
Kategorie:Division der 1. Aufstellungswelle Kategorie:Gegründet 1936 Kategorie:Aufgelöst 1945 Kategorie:Historische Organisation (Breslau)