mini|Samuel Merwin Samuel Merwin; auch Samuel Mervin (* 6. Oktober 1874 in Evanston, Illinois; † 17. Oktober 1936 in New York City, New York) war ein amerikanischer Journalist, Schriftsteller und Drehbuchautor.

Leben Samuel Merwin wurde als Sohn des örtlichen Postmeisters geboren.V. R. Reeling: Evanston - it's land and it's people. Fort Dearborn Chapter, Evanston 1928, S. 442. Er besuchte die Evanston High School, die er jedoch ohne Abschluss verließ, da Merwin bereits als Schüler journalistisch arbeitete und die Schule vernachlässigte.E. C. Applegate Er setzte seine Schulausbildung in Detroit fort und kehrte zum Studium an der Northwestern University in seine Geburtsstadt zurück.R. D. Sheppard, H. B. Hurd (Hrsg.): History of Northwestern University and Evanston. Munsell Publishing Company, Chicago 1906, S. 211

Seine berufliche Laufbahn begann er beim Evanston Index, einer Lokalzeitung seiner Heimatstadt. Gleichzeitig arbeitete er als Korrespondent für die Chicago Evening Post. Sein erstes, im Jahr 1899 veröffentlichtes Buch, „The Short Line War“, schrieb Merwin gemeinsam mit seinem Jugendfreund Henry Kitchell Webster (1875–1932).

Der Roman beschreibt den Kampf eines Unternehmers um das Eigentumsrecht an einer Eisenbahnlinie. Zum ersten kommerziellen Erfolg wurde das zweite Buch des Autorenteams: „Calumet K“ (1901). Auch dieser Roman handelt im Wirtschaftsmilieu und bietet einen kritischen Einblick in die Handlungsweise der Unternehmen und ihrer Eigentümer an der Wende zum 20. Jahrhundert. Diese und ein weiteres, in dieser Zusammenarbeit entstandenes Buch, „Comrade John“ (1907), erschienen unter dem Pseudonym Merwin-Webster.R. C. Holliday

Von 1905 bis 1911 arbeitete Merwin als Redakteur und Mitherausgeber der Zeitschrift Success, einem amerikanischen Wirtschaftsmagazin. Im Jahr 1907 schickte ihn das Magazin nach China, um den dortigen Opiumhandel zu untersuchen. Seine Recherchen darüber beschrieb Merwin in seinem Buch „Drugging a Nation“ (1908).

In den 1910er Jahren entwickelte sich Merwin zu einem erfolgreichen Romanschriftsteller sowie Verfasser von Kurzgeschichten und Drehbüchern für Stummfilme. Zu seinen erfolgreichsten Werke zählen „Anthony the Absolute“ (1914) und der historische Roman „Silk“ (1923), deutsch: „Die Seidenstraße“ (1951).

Privates Samuel Merwin war ein Bruder des Filmregisseurs Bannister Merwin (1873–1922). Samuel heiratete im Jahr 1901 Edna Earl Fleshiem. Das Paar hatte drei Söhne, Samuel, Banister und John. Nur Samuel (1910–1996) überlebte den Vater und wurde als Sam Merwin jr. zu einem erfolgreichen Mystery- und Science-Fiction-Autor.

Er war ein früher Unterstützer der Frauenrechtsbewegung. Merwin war ein Neffe von Frances Willard (1839–1898), einer Sozialreformerin, Suffragette und Gründerin der Woman’s Christian Temperance Union.Stanley Kunitz, Howard Haycraft (Hrsg.): Twentieth century authors. Volume 2, H. W. Wilson Company, New York 1973, S. 950

Samuel Merwin starb am 17. Oktober 1936 im Alter von 62 Jahren bei einem Essen im New Yorker Players Club an einem Schlaganfall.„Samuel Merwin, noveslist, 62, dead, author of many short stories and books succumbs to apoplexy at club“, The New York Times, 18. Oktober 1936

Werke (Auswahl) Merwin-Webster: The Short Line War. Macmillan Company, New York 1899. () Merwin-Webster: Calumet K. Macmillan Company, New York 1901. () The Road to Frontenac, New York 1901. () The Road Builders, New York 1905. () Merwin-Webster: Comrade John. Macmillan Company, New York 1907. Drugging a Nation. Fleming H. Revell Company, New York 1908. () Anthony the Absolute. Century Company, New York 1914 In Red and Gold. Bobbs-Merrill Company, Indianapolis 1921; deutsch: Prinzessin Hui Fei: Ein Kriminalroman aus dem revolutionären China. Robert Lutz, Stuttgart 1928 Silk. Houghton Mifflin Company, Boston and New York 1923; deutsch: Die Seidenstraße. Krüger, Hamburg 1951

Filmografie 1915: Comrade John 1917: The Trufflers 1917: The Door Between 1920: Crooked Streets 1921: The Passionate Pilgrim 1921: Hush Money 1928: Jazzland

Literatur Edd Applegate: American naturalistic and realistic novelists. Greenwood Publishing Group, Westport 2002, S. 275–277. Robert Cortes Holliday: A chat about Samuel Merwin. Bobbs-Merrill, Indianapolis 1921.

Weblinks

, (engl.)

Filmografie auf der Website des AFI (American Film Institute)

Einzelnachweise

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