Die am Dreistelzberg im Süden und an der Großen Haube im Norden hohe Brückenauer Kuppenrhön ist der südwestlichste, fast ausschließlich zur Sinn entwässernde Naturraum des Mittelgebirges Rhön. Seine 79,06 km² große Westhälfte liegt im Landkreis Fulda, Hessen, die mit etwa 108,2 km²Der bayrische Naturraum 353-A Brückenauer Kuppenrhön nach LfU misst rund 10 km² mehr, gemeindet aber der Einfachheit halber die Hohe Kammer ein, die nach Blatt Schweinfurt bereits die – ansonsten rein hessische – Milseburger Kuppenrhön einleitet. etwas größere Osthälfte, in der auch die namensgebende Stadt Bad Brückenau liegt, im Landkreis Bad Kissingen, Bayern.
Lage und Grenzen Vorland und Kuppenrhön Nach Nordwesten, westlich Heubachs, geht die Brückenauer Kuppenrhön in den durchgängigen Basaltschild des Landrückens über. Blatt 140 Schweinfurt zieht die naturräumliche Grenze etwas weiter westlich, entlang einer Linie von südöstlich Gundhelms nach Nordosten bis Oberkalbach. Geologisch und nach landläufiger Auffassung beginnt der Landrücken indes bereits im hohen Frauenstein.
Die Nordgrenze zum flachwelligeren Westliches Rhönvorland verläuft von Oberkalbach nach Ostnordosten bis Uttrichshausen und folgt dem Schmidtwasser bis zu seiner Mündung in den Döllbach.
Im östlicheren Norden bei Motten ist der Döllbach-Oberlauf Döllau eine Grenze zur bis hohen Milseburger Kuppenrhön, die hier in der Hohen Kammer () unmittelbar der Großen Haube () gegenübersteht.
Hohe Rhön Die sich anschließende Nordost-Grenze zum bis hohen Dammersfeldrücken folgt zunächst einer Linie auf etwa um den hohen Ehrenberg (Wallfahrtskapelle Maria Ehrenberg), dann einem Quellaufabschnitt der Schmalen Sinn und umkurvt schließlich den hohen Kleinen Auersberg auf gut , um das Tal der Sinn nördlich von (Wildflecken-)Oberbach zu erreichen.
Das Sinntal bildet schließlich von hier flussabwärts bis unterhalb Riedenbergs die Südostgrenze zu den bis hohen Schwarzen Bergen; der südlichste Abschnitt jener Grenze folgt der Landesstraße in Richtung Geroda bis zu ebenjenem Ort.
Südrhön und Spessart Zwischen Geroda und Rupboden ist die Südrhön – trotz ihres Namens ein Teil der Haupteinheitengruppe Odenwald, Spessart und Südrhön und damit eher ein Teil des Spessarts als einer der Rhön – südlicher Nachbar, wobei die Linie zwischen beiden Orten durch zwei schmale Südausläufer – einen vielkuppigen bei Schondra und einen rund um den hohen Dreistelzberg – überschritten wird, wodurch der Südrhön-Ort Oberleichtersbach nach Norden halbkreisförmig durch die südlichsten Kuppen der Rhön eingerahmt wird.
Die Schmale Sinn verlässt die Brückenauer Kuppenrhön bei Weichersbach; von diesem Ort aus nach Nordwesten zieht sich die schmale Ostgrenze zum Schlüchterner Becken um Schlüchtern, das den eigentlichen Spessart einleitet, der bei Mottgers als Sandsteinspessart den südwestlichsten Kuppen der Brückenauer Kuppenrhön recht nah kommt.
Ausdehnung Die Brückenauer Kuppenrhön ist in Nord-Süd- wie in Ost-West-Richtung im Durchschnitt je 15 km breit..
Landschaft und Geologie mini|300px|Geologische Karte der Brückenauer Kuppenrhön mini|Basaltwand am durch Basaltabbau nur noch 527 m hohen Lindenstumpf Trotz ihrer vergleichsweise geringen Ausdehnung ist die Brückenauer Kuppenrhön geologisch, insbesondere im Relief, ein recht heterogenes Gebilde.
Den Norden passiert die Rhein-Weser-Wasserscheide, nördlich derer das Schmidtwasser über Döllbach und Fliede der Fulda zufließt. Den äußersten mittleren Westen wiederum passiert die Wasserscheide zwischen Unterem und Mittlerem Main, die die Kinzig-Quellbäche am Westhang separiert.
Zentrale Fließgewässer sind indes Schmale und Breite Sinn, die das Gebiet je von Nordost nach Südwest durchfließen und sich erst knapp südwestlich vereinigen. Insbesondere zerschneiden sie die Landschaft in drei Segmente.
Nordosten Die A 7 separiert senkrecht zu den Tälern von Schmaler und Breiter Sinn den Nordwesten, der in der Hauptsache aus der Großen Haube (Mottener Haube, ) und der bis hohen Abdachung des Kleinen Auersbergs besteht. Diese steht fast komplett auf Buntsandstein (genauer: auf Mittlerem, am Tal der Schmalen Sinn z. T. auch auf Unterem) und die Haube trägt die einzige nennenswerte Basaltkuppe.
Westen Der sich südwestlich an die Haube anschließende Teil rechts (=nordwestlich) der Schmalen Sinn ist demgegenüber völlig anderer Natur: Ein Hochplateau, das am Frauenstein () aus Dolerit, weiter südwestlich an der Breiten First (bis um ) aus Basalt besteht, leitet den Landrücken von Osten ein und wird ihm landläufig auch zugerechnet. Von diesem Plateau zweigt nach Südosten der Große Nickus () ab und von diesem der fast die Schmale Sinn berührende Kleine () – beides eher Rhön-Kuppen.
Südwesten Jenseits des Tals der Schmalen Sinn legen sich Stoppelsberg () aus Dolerit sowie die Doppelkuppe aus Stiftes () und Haag () aus Nephelinbasalt halbkreisförmig von Süden um Oberzell, welches von Nordwesten bereits vom Nickus umsäumt wird und das Zentrum eines kleinen Kessels darstellt.
Einzelne kleine Basaltdurchbrüche finden sich mit Escheberg () und Hopfenberg (, Burg Schwarzenfels am Südwesthang) im äußersten Südwesten sowie, nordöstlich des Haag, im Volkersberg (ca. , Kloster Volkersberg) im Zentrum des Naturraums nah der A 7. An der letztgenannten Kuppe, die zentral in einem von Buntsandsteinrücken umsäumtes kleinen Becken steht, blieb unter dem schützenden Basalt Plattensandstein auf Mittlerem Buntsandstein erhalten.
Südosten Die Mehrzahl der kleinkuppigen Basaltdurchbrüche findet sich indes im durch die Sinn separierten kleinen Südostteil des Naturraums. Südsüdwestlich Bad Brückenaus, im äußersten Süden, überragt der hohe Dreistelzberg die sich anschließende Südrhön deutlich. Östlich Brückenaus wiederum beginnt eine ganze Reihe von Kuppen, die sich über die Reihe der Pilsterköpfe (, und ) und das Terzett aus Mettermich (), Burg Schildeck () und Lindenstumpf (inzwischen durch Basaltabbau nur noch ) nach Südosten bis zum Kreßberg (), dem südlichsten Berg der gesamten Rhön, zieht.E. Meynen, J. Schmithüsen: Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands – Bundesanstalt für Landeskunde; 4./5. Lieferung Remagen 1957, 6. Lieferung Remagen 1959, aktualisierte Karte 1:1.000.000 mit Haupteinheiten 1960Brigitte Schwenzer: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 140 Schweinfurt – Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1968 → Online-Karte (PDF; 4,3 MB).Werner Röll: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 126 Fulda – Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1969 → Online-Karte (PDF; 4 MB).
Berge mini|(von links) Schildeck, Mettermich und Dreistelzberg mini|Große Haube mini|Die drei Pilsterköpfe mini|Stoppelsberg Dreistelzberg (, äußerster Süden westlich Oberleichtersbachs) – AT Hagküppel (, Südwestausläufer) Große Haube (, Norden westlich Mottens) – auch: Mottener Haube, AT; Rhein-Weser-Wasserscheide und Landesgrenze Großer Seifig (, Südwestgipfel) – Rhein-Weser-Wasserscheide und Landesgrenze Pilsterköpfe (bis , östlich Bad Brückenaus) Nördlicher Pilsterkopf () Mittlerer Pilsterkopf () Südlicher Pilsterkopf () (Kleiner Auersberg (, östlich des Naturraums) – Dammersfeldrücken) Oberdick (, Westausläufer südöstlich Kothens) – zentraler Gipfel des Hegewaldes Kohlstock (bis , Südwestausläufer) Werberger Berg (bis , südwestlich abzweigender, schmaler Rücken nördlich Brückenaus) Frauenstein (, höchste Erhebung des LandrückensDer Frauenstein liegt geologisch und landläufig im Landrücken, wurde aber auf Blatt Schweinfurt der Brückenauer Kuppenrhön zugeschlagen. südwestlich Heubachs) – Gleitschirm-Schulungsgelände, Dolerit, Rhein-Weser-Wasserscheide Breite First (bis um , südwestlich des Frauenstein) – Basaltabbau, Sinn-Kinzig-Wasserscheide Großer Nickus (, südöstlich vom Rücken zwischen Frauenstein und Breiter First abzweigend) Kleiner Nickus (, Südostausläufer nordwestlich Oberzells) Burg Schildeck (, Südosten nördlich Schondras) – Burgruine Mettermich (, westlich der Schildeck) Haag (, südwestlich des Zentrums südlich Oberzells) – Nephelinbasalt Stiftes (, südwestlich des Haag) – Nephelinbasalt Stoppelsberg (, Westen westlich Oberzells) – Dolerit Kreßberg (, äußerster Südosten südöstlich Schondras) – südlichster Berg der Rhön Volkersberg (ca. , Zentrum nah der A 7) – Kloster Volkersberg Lindenstumpf (, Südosten nördlich Schondras) – hat durch Basaltabbau bereits merklich an Höhe eingebüßt Escheberg (, Südwesten östlich Schwarzenfels') Hopfenberg (, Südwesten nördlich Schwarzenfels') – Burg Schwarzenfels am Südwesthang
Einzelnachweise
Kategorie:Landschaft in der Rhön Kategorie:Naturraum im Osthessischen Bergland Kategorie:Geographie (Landkreis Fulda) Kategorie:Geographie (Landkreis Bad Kissingen)