Die Bahnstrecke Solothurn–Worblaufen ist eine 29,71 Kilometer lange, meterspurige und elektrifizierte Bahnstrecke in den Schweizer Kantonen Bern und Solothurn. Eröffnet wurde sie im Abschnitt Solothurn–Zollikofen 1916 von der Elektrischen Schmalspurbahn Solothurn–Bern (ESB), welche 1922 mit der Bern–Zollikofen-Bahn zur Solothurn-Zollikofen-Bern-Bahn (SZB) fusionierte. 1924 wurde die Strecke Zollikofen–Worblaufen eröffnet, was die direkte Führung der Züge zwischen Bern und Solothurn erlaubte (bis dahin musste in Zollikofen umgestiegen werden). 1984 folgte die Fusion zum Regionalverkehr Bern–Solothurn (RBS). Der Personenverkehr ist heute in die S-Bahn Bern integriert; der verbliebene Güterverkehr wurde bis Dezember 2012 im Netzzugang von SBB Cargo durchgeführt.

Bedient wird die Strecke heute von den Linien S8 und RE (RegioExpress). Betriebsmittelpunkt ist Worblaufen, dort befinden sich auch ein Depot und die Werkstätte der RBS. Alle Züge verkehren über Worblaufen hinaus auf der Bahnstrecke Zollikofen–Bern bis in die Schweizer Bundesstadt.

Architektur der Bahnhofsgebäude mini|links|Die Station Bätterkinden im Jahr 1916

Verschiedene Bahnhofsgebäude auf der Linie Bern–Solothurn sind durch ihre traditionelle Architektur gekennzeichnet. Die Stationshäuschen wurden zwischen 1916 und 1918 vom Architekten Karl Indermühle erbaut, der sich bei der Planung am damals populären neuen Heimatstil orientierte. Indermühle entwarf drei verschiedene Typen von Bahnhofsgebäuden. Die grösste Variante, wie zum Beispiel in Bätterkinden, orientierte sich am Berner Landsitz, während die mittleren Varianten, wie in Fraubrunnen und Büren zum Hof, sowie die kleineren Modelle, wie in Urtenen oder Bleichenberg, an das Berner Bauernhaus angelehnt waren. Diese Stationsgebäude sind heute noch alle erhalten, auch wenn einige nicht mehr als Bahnhöfe genutzt werden.

Betriebsstellen mini|links|RBS-Züge in Worblaufen

Betriebsstelle Gleisanlage Inbetriebnahme Bemerkungen Worblaufen Keilbahnhof: sechs Gleise, zwei Mittelperrons, zwei Aussenperrons 1912 *1973 Grosses Abstellgleisfeld, mehrere Depotanlagen, Dreischienengleis bis Oberzollikofen Oberzollikofen Mittelbahnsteig und drittes Gleis 1974 Übergabegleis Normal-/Schmalspur (Dreischienengleis) Zollikofen Zwei Aussenbahnsteige 1916 *2005 Gemeinsamer Bahnhof mit den SBB (Linien S3 nach Lyss – Biel/Bienne, S4 nach Burgdorf – Affoltern-Weier) Prodega Dienststation Richtung Jegenstorf nach dem Abschnitt bei der SBB-Unterführung (Linie nach Biel) Moosseedorf Mittelbahnsteig 1916 *1990 teilweise unterirdisch Schönbühl-Shoppyland Mittelbahnsteig und ein Abstellgleis 1975 *1999 Schönbühl RBS Zwei Aussenbahnsteige 1916 *1989 Neubau auf anderer Seite des Bahnübergangs Urtenen Zwei Aussenbahnsteige Jegenstorf Ein Aussen- und ein Mittelbahnsteig, drei Gleise 1916 *1998 Erstes Gleis ist nur Stumpfgleis Grafenried Zwei Aussenbahnsteige 1916 *1956 *2008 Fraubrunnen Hausbahnsteig, Zwischenbahnsteig 1916 *2008 Zwischenbahnsteig im Regelbetrieb unbenutzt Büren zum Hof Zwei Gleise, Hausbahnsteig 1916 Bedarfshaltestelle, Oberbaulager Schalunen Haltestelle 1916 Bedarfshaltestelle Hof Dienststation 2002 Ende der Doppelspur von Bätterkinden Bätterkinden Hausbahnsteig, Zwischenbahnsteig 1916 Anschlussgleise Küttigkofen-Kräiligen Haltestelle 1916 bis 2008 Bedarfshaltestelle mit reduzierter Bedienung, seitdem nicht mehr bedient Lohn-Lüterkofen Mittelbahnsteig 1916 Anschlussgleise Ammannsegg Haltestelle 1916 bis 2008 Bedarfshaltestelle mit reduzierter Bedienung, seitdem nicht mehr bedient Biberist RBS Zwei Aussenbahnsteige 1916 *2013 Zweigleisiger Teil versetzt und verlängert. Neue Bahnsteige mit Fussgängerunterführung. Bleichenberg Haltestelle 1916 bis 2008 Bedarfshaltestelle mit reduzierter Bedienung, seitdem nicht mehr bedient Solothurn Mittelbahnsteig 1916 *1968 grosse Abstellanlage und Depot

Literatur Theo Stolz, Paul Bucher: Solothurn-Zollikofen-Bern-Bahn. Geschichte und Rollmaterial. Solothurn-Zollikofen-Bern-Bahn, Worblaufen 1979. Hans G. Wägli: Bahnprofil Schweiz ’05. Diplory Verlag, Grafenried 2004, keine ISBN. Hans G. Wägli: Schienennetz Schweiz und Bahnprofil Schweiz CH+. AS-Verlag, Zürich 2010, ISBN 978-3-909111-74-9.

Weblinks

Website des RBS

Einzelnachweise

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