Elektrostal () ist eine russische Großstadt in der Oblast Moskau. Sie liegt 52 Kilometer östlich von Moskau und hat 143.000 Einwohner (Stand: 2025).
Geschichte Elektrostal wurde 1916 beim Bau des Elektrometallurgie-Werks Elektrostal (erste Leiter: Nikolai Beljajew, Pawel Alexejew) des Industriellen Nikolai Wtorow gegründet. Bis 1928 hieß der Ort Satischje (Затишье, d. h. Windstille). 1938 wurden Elektrostal die Stadtrechte verliehen.
Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1939 42.607 1959 96.922 1970 123.127 1979 139.272 1989 152.463 2002 146.294 2010 155.196 Anmerkung: Volkszählungsdaten
Wappen Blasonierung (laut Beschluss Nr. 75/29 des Rates der Abgeordnetenkammer von Elektrostal vom 5. Dezember 1996übersetzt aus: Герб Электростали (Wappen von Elektrostal), russische Wikipedia, Version vom 17. August 2012.): In Rot die Figur des Hephaistos in goldenem Kleid, mit goldenem Stirnband und ebensolchen Sandalen, beidhändig mit einem schwarzen Hammer auf einen rechts stehenden goldenen Amboss hämmernd, woraus zwei goldene Blitze aufsteigen, die von zwei sich kreuzenden dünnen länglichen Umlaufbahnen eines goldenen Atoms gebunden sind.
Wirtschaft mini|links|Eissporthalle in Elektrostal und Heimspielstätte des Eishockeyclubs Kristall Elektrostal
Wie der Name schon andeutet, ist Elektrostal ein Zentrum der Stahlindustrie, das hier während des Ersten Weltkrieges entstand und kurz nach der Oktoberrevolution seine Produktion aufnahm. Im Zweiten Weltkrieg wurden 1941 angesichts der deutschen Invasion weitere Schwerindustrieanlagen von der Ukraine hierher evakuiert.
Bis heute ist Elektrostal eine Industriestadt mit Schwer- und Chemieindustrie sowie einer Fabrik zur Herstellung von Kernbrennstoff (Elemasch), die zum TWEL-Konzern gehört. Elektrostal ist außerdem Endpunkt der vom Kraftwerk Ekibastus kommenden 1150-kV-Drehstromleitung. Diese Leitung dürfte die von allen zurzeit existierenden und im kommerziellen Betrieb befindlichen Höchstspannungsleitungen die für die höchste Übertragungsspannung ausgelegte Energieübertragungsanlage sein. Allerdings erfolgt nur ein Betrieb mit 400 kV.
In der Nähe von Elektrostal betreibt der russische Rundfunk auch eine Sendeanlage für Mittelwelle mit einer Sendeleistung von bis zu 1.200 Kilowatt. Der Empfang dieses Senders ist während der Nachtstunden prinzipiell auch in Deutschland möglich.
Bildung Elektrostal ist Sitz einer Zweigstelle des Staatlichen Instituts Moskau für Stahl und Legierungen.
Verkehr Elektrostal ist mit der russischen Hauptstadt Moskau über die Fernstraße M7 Wolga verbunden.
Sport Der Eishockeyverein Kristall Elektrostal spielt in der Perwaja Liga. Im Feldhockey wird die Stadt durch den Verein Dinamo Elektrostal vertreten.
Städtepartnerschaften Elektrostal listet folgende zwölf Partnerstädte auf: StadtLandseitBenxi2011Danyang, Zhenjiang2012Kramatorsk 15pxKruševac 15px2012Niš 15px2008Nawapolazk 15px2011Pernik 15px2004Polazk 15pxRostow 15px2013Shucheng, Lu’an2010Sosnowy Bor 15px2007Strumica 15px2013
Söhne und Töchter der Stadt
Wiktor Prjaschnikow (1933–2008), Eishockeyspieler Juri Paramoschkin (* 1937), Eishockeyspieler Gennadi Frolow (1961–1990), Schauspieler Sergei Donskoi (* 1968), Politiker Alexei Kudaschow (* 1971), Eishockeyspieler Witali Proschkin (* 1976), Eishockeyspieler Sergei Arekajew (* 1978), Eishockeyspieler Dmitry Korchak (* 1979), Tenor und Dirigent Aljaksej Baranau (* 1980), russisch-belarussischer Eishockeyspieler Alexander Suglobow (* 1982), Eishockeyspieler Igor Knjasew (* 1983), Eishockeyspieler Igor Ignatuschkin (* 1984), Eishockeyspieler Ilja Krikunow (* 1984), Eishockeyspieler Dmitri Samarin (* 1984), Eishockeyspieler Alexei Schkotow (* 1984), Eishockeyspieler Andrej Karau (* 1985), belarussischer Eishockeyspieler Anastassija Posdnjakowa (* 1985), Wasserspringerin Jauhen Kawyrschin (* 1986), russisch-belarussischer Eishockeyspieler Wladimir Scharkow (* 1988), Eishockeyspieler Darja Korobowa (* 1989), Synchronschwimmerin Alexander Wassiljew (* 1989), Eishockeyspieler Alexei Kornew (* 1991), Biathlet Dmitri Schikin (* 1991), Eishockeytorwart Darja Gowor (* 1995), Wasserspringerin
Einzelnachweise
Weblinks
Offizielle Homepage der Stadt (russisch) Elektrostal auf mojgorod.ru (russisch)
Kategorie:Ort in der Oblast Moskau Kategorie:Stadtrechtsverleihung 1938