Gebrüder Hillebrand Orgelbau ist ein Orgelbauunternehmen in Altwarmbüchen, das sich durch konsequente Restaurierungspraxis historischer Orgeln in Norddeutschland einen Namen gemacht hat. Daneben hat die Firma Neubauten geschaffen, die sich vielfach historisierend an Vorbildern der norddeutschen Barockorgel orientieren.

Geschichte Das Familienunternehmen wurde von Hermann Hillebrand (* 1904 in Hannover; † 1966 ebenda) begründet. Er erlernte den Orgelbau in Hannover bei Lothar Wetzel (* 16. Mai 1888; † 25. November 1964) und legte nach dem Zweiten Weltkrieg die Meisterprüfung bei Emil Hammer Orgelbau ab. 1948 machte sich Hermann Hillebrand selbstständig. Der Sohn Harry Hillebrand (* 1. November 1930; † 24. Dezember 1987) ging bei Orgelbau Romanus Seifert & Sohn in die Lehre, um sich anschließend in der väterlichen Firma zu vertiefen. Dort erlernte auch sein Bruder Guntram Hillebrand (1934–1991) das Handwerk. Nach dem Tod von Hermann Hillebrand übernahmen beide Brüder das Unternehmen, in dem Harry bis 1987 und Guntram bis 1991 als Geschäftsführer fungierten. Seit 1978 firmiert das Unternehmen unter der Bezeichnung „Gebrüder Hillebrand GmbH Orgelbau KG“.Nickles: Orgelinventar, S. 144. Seit 1992 ist Orgelbaumeister Martin Hillebrand (* 1960) Geschäftsführer, der zunächst Mitarbeiter im väterlichen Betrieb war, seine Kenntnisse und Fähigkeiten anschließend bei verschiedenen Orgelbauern (Metzler Orgelbau, Orgelbau Kuhn, Marcussen & Søn, Orgelbau Vleugels, Carl Giesecke) vertiefte.Pape: Orgelbauwerkstätten und Orgelbauer in Deutschland. 2004, S. 18. Sein Sohn Nikolas arbeitet als Orgelbaugeselle in vierter Generation im Familienbetrieb mit.Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 6. Januar 2015: , abgerufen am 13. April 2019. Die Werkstatt erhielt 1986 den Niedersächsischen Kulturpreis.Fischer: 100 Jahre Bund deutscher Orgelbaumeister. 1991, S. 207. Sie war Projektpartner im abgeschlossenen Forschungsprojekt „Entwicklung von Maßnahmen zur Verminderung von Bleikorrosion an Orgelpfeifen aus dem 17. und 18. Jhdt.“.

Werke (Auswahl) Hermann Hillebrand schuf über 90 Orgeln, die Werkstatt „Gebrüder Hillebrand GmbH Orgelbau KG“ schuf bis 2011 mehr als 120 Neubauten. Insgesamt umfasst die Werkliste einschließlich der Restaurierungen über 600 Projekte.

Die Größe der Instrumente wird in der fünften Spalte durch die Anzahl der Manuale und die Anzahl der klingenden Register in der sechsten Spalte angezeigt. Ein großes „P“ steht für ein selbstständiges Pedal, ein kleines „p“ für ein angehängtes Pedal.

Neubauten

Jahr Ort Kirche Bild Manuale Register Bemerkungen 1950 Baltrum Alte Inselkirche 160x160px I 4 Serienpositiv. 1970–2004 in Emder Friedhofskapelle, 2004 von Martin ter Haseborg nach Baltrum überführt 1954 Peine Hl. Engel III/P 31 elektrische Kegelladen. Orgel nicht mehr vorhanden 1956 Hannover-Oberricklingen St. Thomas II/P 28 1957 Hannover-Kleefeld Petrikirche 160x160px III/P 39 1958 Hannover-Nordstadt Christuskirche IV/P 55 Im Brustwerk dienen die Falttüren als Schweller. 1960 Hannover-Mittelfeld St. Eugenius II/P 22 1960 Oberursel Christuskirche III/P 34 → Orgel1960–1961 Hannover-Sahlkamp Epiphaniaskirche II/P 22 1962 Timmel Petrus-und-Paulus-Kirche zentriert|160x160px II/P 18 Hinter historischem Prospekt von Johann Friedrich Constabel (1740) 1962 Lauenstein St. Benedikt III/P 30 1962 Bülten (Ilsede) Markuskirche II/P 14 1962–1963 Bremervörde St. Liborius 160x160px III/P 32 Hinter (umgebautem) historischem Prospekt von Erasmus Bielfeldt (1728–1733) 1963 Hannover-List Gethsemanekirche II/P 20 1963 Heber Friedenskirche 160x160px I/P 6 Generalüberholung 1986 durch die Erbauerfirma → Orgel 1964 Hildesheim Heilig-Kreuz-Kirche zentriert|160x160px III/P 35 1964 Barnstorf St.-Veit-Kirche II/P 20 → Orgel1963–1965 Leer Christuskirche zentriert|160x160px II/P 17 1965 Vinnhorst Andreaskirche II/P 23 1962–1966 Steyerberg St.-Katharinen-Kirche zentriert|160x160px II/P 16 Erweiterungsumbau der Orgel von Christian Vater (1737/1738) 1965–1966 Burgdorf St. Pankratius 160x160px III/p 31 Hinter historischem Prospekt von Hans Scherer dem Älteren (1585); an ursprünglicher Disposition orientiert1965/1966 und 1995 Langenhagen Elisabeth-Kirche III/P Neubau in zwei Bauabschnitten: 1995 Rückpositiv ergänzt 1966 Uelzen St. Petri 160x160px II/P 23 1966 und 2007 Oberursel Christuskirche zentriert|160x160px III/P 36 Neubau hinter dem Prospekt von E. F. Walcker & Cie. (1914); 2007 Überarbeitung, 3 Register ergänzt und 2 ausgetauscht 1966 Middletown (Connecticut) St. Paul’s Lutheran Church II/P 20 1966 Kronberg Johanniskirche 160x160px III/P 32 Hinter historischem Gehäuse der Stumm-Orgel (um 1800) 1967 Achim St.-Laurentius-Kirche 160x160px II/P 1967 New Haven (Connecticut) United Church on the Green III/P 42 1999 Erneuerung und Umdisponierungen durch A. David Moore Co.Orgel in New Haven, abgerufen am 13. April 2019. 1967 und 1982 Sottrum St. Georg II/P 22 Neubau in zwei Abschnitten; 1994 Überholung 1967 und 2019 Hannover-Herrenhausen Herrenhäuser Kirche 160x160px III/P 47 Unter Verwendung von 5 Registern der Vorgängerorgel von P. Furtwängler & Hammer (1906); 1993 Restaurierung durch Hillebrand mit neuen Zungenstimmen, weiterer Umdisponierung und neuer Setzeranlage; 2019 Erweiterung um ein romantisches Schwellwerk durch Hillebrand 1967 Bremerhaven Christuskirche III/P 40 1997 Renovierung und kleine Umdisponierung durch Alfred Führer 1968 Bülkau St. Johannes der Täufer 160x160px II/P 22 Hinter historischem Prospekt von Arp Schnitger (1676) 1968 Hannover Matthäuskirche Kapelle zentriert|160x160px I/p 5 → Orgel 1968 Helmstedt St. Walpurgis II/P 23 1968 Verden (Aller) Dom zu Verden 160x160px III/P 43 → Orgel ab 1968 Braunschweig-Querum St. Marien III/P 34 → Orgel1966–1969 Victorbur St.-Victor-Kirche 160x160px II/p 15 Hinter historischem Prospekt von Johann Gottfried Rohlfs (1818–1819) 1969 Pewsum Nicolai-Kirche II/P 20 1969 Liebenau St. Laurentiuskirche II/P 20 Hinter historischem Prospekt aus 17. Jahrhundert 1969 Lüneburg Kloster Lüne (Klosterkirche) II/P 20 In historischem Gehäuse hinter historischem Prospekt von Jonas Weigel (?) (1645) 1970 Dortmund St. Martin zentriert|160x160px III/P 36 1970 Wolfenbüttel St.-Thomas-Kirche II/P 21 1999 durch die Firma Wilhelm Sauer elektrifiziert und um digitale Register auf drittem Manual und zweiten Spieltisch im Altarraum ergänzt 1971 Büdingen Marienkirche zentriert|160x160px II/P 29 zwei zunächst vakante Register später ergänzt, → Orgel1971Osterholz-ScharmbeckSt. Willehadi160x160pxI/P6Chororgel der St.-Willehadi-Kirche → Orgel1969–1972 Braunschweig St. Martini 160x160px III/P 45 Hinter historischem Prospekt von Jonas Weigel, Franz Theodor Kretschmar und Friedrich Stellwagen (1630); Rückpositiv von Otto Dutkowski (1957) 1972 Hannover-Bothfeld Heilig Geist II/P 25 1972 Hannover St. Adalbert II/P 15 1972 Seesen Maria Königin 160x160px II/P 14 → Orgel1970–1973 Braunschweig St. Andreas 160x160px II/P 22 1971–1973 Engerhafe St. Johannes der Täufer zentriert|160x160px I/p 9 Hinter historischen Prospekt von Hinrich Just Müller (1774–1775); im Zuge des Neubaus zweites Manual für ein Brustwerk eingebaut 1973 Bexhövede Johannes der Täufer zentriert|160x160px II/Petwa 10 1973 Lauterbach (Hessen) Stadtkirche 160x160px III/P 35 (39) Hinter historischem Prospekt von (1767); 4 Register sind zum Ausbau vorbereitet; → Orgel1963 und 1974 Sandstedt St. Johannis zentriert|160x160px II/P 16 Hinter historischem Prospekt von Berendt Hus (1671/1680); 1963 Hauptwerk, 1974 Pedal 1974 Buxtehude St. Petri, Chororgel zentriert|160x160px I/P 7 vom Äußeren orientiert am Rückpositiv der Orgel von St. Cosmae et Damiani (Stade) 1974 und 1985 Hannover Matthäuskirche zentriert|160x160px III/P 38 1990 Renovierung, 2010 Restaurierung und Erweiterung auf 39 Register, Einbau einer Setzeranlage durch Hillebrand. → Orgel 1974 Lüneburg St. Michaelis zentriert|160x160px II/P 18 Überarbeitung und Austausch einiger Register → Orgel 1974 Hannover-Döhren Auferstehungskirche zentriert|160x160px II/P 22 1974 Bissendorf (Wedemark) St.-Michaelis-Kirche zentriert|160x160px II/P 11 → Orgel1971–1975 Hannover-Hainholz St. Marien II/P 22 1976 Schönemoor St.-Katharinen-Kirche zentriert|160x160px II/P 8 → Orgel 1976 Bücken Stiftskirche 160x160px II/P 19 1975–1977 Hannover-Vahrenheide St. Franziskus II/P 23 Von 1970 bis 1978 in drei Bauabschnitten errichtet 1977 Edewecht St.-Nikolai-Kirche zentriert|160x160px II/P 14 → Orgel 1978 Hamburg-Wilhelmsburg St. Maximilian Kolbe II/P 23 2015 Kirche und Orgel verkauft 1978 Hildesheim St. Mauritius 160x160px III/P 33 Hinter historischem Prospekt von Martin Vater (1687) 1978 Uchte Dorfkirche Uchte 160x160px II/P 18 Hinter historischem Prospekt und unter Einbeziehung einiger alter Pfeifen der Vorgängerorgel von Euler & Kuhlmann (1823)1978/1982 Hannover-List Johanneskirche 160x160px II/P 12 2014 nach Heuchelheim, Maria Frieden verkauft (Foto) 1980 Barsinghausen Marienkirche 160x160px II/P 22 1980 Lübeck Auferstehungskirche 160x160px II/P 15 1980–1981 Plate St. Marien zentriert|160x160px II/P 16 Hinter historischem Prospekt aus dem 16. Jahrhundert eines unbekannten Orgelbauers 1981 Vinnhorst St. Hedwig II/P 15 1982 Alsfeld Walpurgiskirche 160x160px II/P 26 Unter teilweiser Verwendung des historischen Prospekts im Hauptwerk (1720) → Orgel 1962–1984, 2004 Dorum St.-Urbanus-Kirche 160x160px II/P 22 Neubau in drei Bauabschnitten hinter historischem Prospekt von Johann Matthias Schreiber (1765–1770); 2004 Überholung und Dispositionsänderung 1985 Osterode am Harz St. Johannes der Täufer II/P 20 1974–1985 Hannover-List Matthäuskirche 160x160px III/P 38 Erweiterungsumbau der Vorgängerorgel von Emil Hammer (1951)1979, 1982–1985 Danzig Marienkirche zentriert|160x160px III/P 46 Hinter historischem Prospekt von Merten Friese (1625–1629, ursprünglich für die Johanneskirche gebaut; 1943 ausgelagert) → Orgel → Orgel1984–1986 Steenfelde Steenfelder Kirche 160x160px II/P 12 Hinter historischem Prospekt von Gerd Sieben Janssen (1858–59)1985–1986 Bützfleth St.-Nicolai-Kirche 160x160px II/P 22 Rekonstruktion hinter historischem Gehäuse von Johann Werner Klapmeyer (1703–1705) 1986 Hannover Dreifaltigkeitskirche zentriert|160x160px III/P 37 Im Stile einer Gottfried-Silbermann-Orgel → Orgel 1986 Hannover Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover, Raum E36 zentriert|160x160px III/P 26 2017 Erweiterung