Hohendubrau, , ist eine sächsische Gemeinde im Landkreis Görlitz mit Verwaltungssitz in Weigersdorf und Teil des Verwaltungsverbandes Diehsa. Der Name der Gemeinde leitet sich von der Hohen Dubrau ab, ein eigentlicher Ort mit diesem Namen existiert allerdings nicht.

Geographie Die Gemeinde Hohendubrau liegt im mittleren Westen des Landkreises in einem waldreichen Gebiet südwestlich der Talsperre Quitzdorf im namensgebenden Höhenzug Hohe Dubrau. Sie liegt etwa mittig zwischen den beiden Kreisstädten Görlitz und Bautzen, von denen sie jeweils rund 20 Kilometer entfernt ist.

Gemeindegliederung Die Gemeinde Hohendubrau gliedert sich in die nachfolgenden Ortsteile (die Einwohnerzahlen beziehen sich auf den 31. Dezember 2022Angaben des Verwaltungsverbandes Diehsa; Stand: 31. Dezember 2022.):

Zum amtlichen Sorbischen Siedlungsgebiet zählen alle Ortsteile außer Groß Radisch, Jerchwitz und Thräna.Sächsisches Sorbengesetz, vgl. Gesetzestext, Anlage zu § 3 (2)

Geschichte Die Gemeinde Hohendubrau entstand am 1. Juli 1995, als sich die Gemeinden Gebelzig (mit Groß Saubernitz und Sandförstgen), Groß Radisch (mit Jerchwitz und Thräna) und Weigersdorf (mit Dauban und Ober Prauske) zusammenschlossen.StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands

mini|links|Zweisprachige Tafel an der Weigersdorfer Kirche Der Ort Groß Radisch wurde im Jahr 1422 als Radisschaw erstmals urkundlich erwähnt. Der Name stammt aus dem sorbischen „Ort des Radiš“ und dürfte auf den Ortsgründer zurückzuführen sein oder auf den slawischen Kriegsgott Radegast hinweisen.

Jerchwitz hieß früher „Erbisdorff“ oder „Erichsdorf“. Die jetzige aus dem sorbischen stammende Bezeichnung ist vom Begriff Jarczowice abzuleiten, was so viel bedeutet wie „Dorf des Jarosch“ oder „Dorf des Jarik“.

Der Ortsname von Thräna ist vom sorbischen Drěnow (von drěn, „Kornelkirsche“) abgeleitet.Ernst Eichler: Slawische Ortsnamen zwischen Saale und Neiße. Band IV, Domowina-Verlag, Bautzen 2009, S. 21

Alle Ortsteile waren ursprünglich sorbischsprachig. Noch 1884 lag der sorbische Bevölkerungsanteil laut Arnošt Muka zwischen 55 % in Jerchwitz und 92 % in Dauban. Ernst Tschernik zählte 1956 in den Gemeinden Gebelzig, Groß Radisch und Weigersdorf einen sorbischsprachigen Bevölkerungsanteil von nur noch 11, 2 bzw. 25 %. Heute ist die Sprache aus dem Ortsalltag verschwunden.

Politik Gemeinderat

Die Kommunalwahlen der vergangenen Jahre ergaben folgende Stimm- bzw. Sitzverteilungen:

Partei/Wählergruppe Ergebnis2024 Sitze2024 Ergebnis2019 Sitze2019 Ergebnis2014 Sitze2014 Ergebnis2009 Sitze2009 Ergebnis2004 Sitze2004 CDU 33,9 % 5 45,1 % 7 47,7 % 7 50,4 % 7 62,0 % 9 Freie Wählervereinigung Gebelzig 24,0 % 3 30,1 % 4 39,0 % 5 40,3 % 6 29,2 % 4 Wählervereinigung Groß Radisch – Jerchwitz – Thräna 23,1 % 3 24,8 % 3 13,3 % 2 9,3 % 1 8,8 % 1 AfD 19,1 % 2 – – – – – – – – Wahlbeteiligung 78,8 % 71,1 % 59,7 % 59,4 % 51,2 %

Von den Sitzen der AfD bleibt einer unbesetzt, da die Partei nur einen Kandidaten zur Wahl gestellt hatte.

Bürgermeister 1995–2015: Hans-Hermann Zschieschank (parteilos) 2015–2022: Denis Riese (parteilos) seit 2022: Henrik Biehle (CDU)

Bei der Kommunalwahl am 13. Juni 2022 wurde Henrik Biehle zum neuen Bürgermeister gewählt, er setzte sich mit 53,4 Prozent der Stimmen gegen zwei weitere Kandidaten durch.Wahlergebnisse Bürgermeisterwahl 2022. Landkreis Görlitz. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, abgerufen am 10. September 2022. Er ist seit dem 1. August 2022 im Amt. +letzte BürgermeisterwahlenWahlBürgermeisterVorschlagWahlergebnis (in %)2022Henrik BiehleCDU53,42015Denis RieseRiese57,22009Hans-Hermann ZschieschankZschieschank81,2200299,0

Kultur und Sehenswürdigkeiten siehe auch: Liste der Kulturdenkmale in Hohendubrau mini|Die Grundschule Hohendubrau im ehemaligen Schloss im Ortsteil Gebelzig Aussichtsturm bei Groß Radisch auf dem Monumentberg (293,4 m ü. NN) Kirchen in Gebelzig, Groß Radisch und Weigersdorf Kirschenfest in Groß Radisch Elchgehege beim Ortsteil Dauban Freizeit- & Campingpark Thräna mit Wildtiergehege

Naturschutz

Verkehrsanbindung Die Bundesautobahn 4 verläuft südlich der Gemeinde und ist über den Anschluss Weißenberg zu erreichen.

mini|Hohendubrau-Dauban. Oberlausitzkarte, Schenk, 1759.

Literatur

Weblinks

Website der Gemeinde Bilder aus Hohendubrau in der Deutschen Fotothek

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in der Oberlausitz Kategorie:Gemeindegründung 1995