mini|Orenhofen mit St. Rochus|301x301px Orenhofen in der Nähe des Kylltals in der Eifel ist eine Ortsgemeinde im Eifelkreis Bitburg-Prüm in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Speicher an und zählt zu den Orten der Fidei.

Geographie Die Ortsgemeinde liegt in der Natur- und Kulturlandschaft der Südeifel, nahe der Kreisstadt Bitburg.

Die Nachbargemeinden sind Speicher, Herforst, Niersbach, Heidweiler, Zemmer, Hosten, Auw an der Kyll und Preist.

Geschichte Das Gebiet um Orenhofen war schon früh besiedelt, was durch den Fund von Gräbern aus fränkischer und römischer Zeit nachgewiesen werden konnte. Der Friedhof der Franken befindet sich innerhalb des Ortes unter der heutigen Bebauung. Die Bestattungen erfolgten als Körperbestattungen in monolithen Steinsärgen. Bei den Grabfunden aus römischer Zeit handelt es sich um vier stark verschliffene Tumuli nordöstlich des Ortes sowie um ein Gräberfeld im sogenannten „Kesselstätter Wald“ ebenfalls nordöstlich von Orenhofen.

Bereits im Jahre 953 wird Orenhofen als Besitz der Abtei Oeren (St. Irminen genannt) urkundlich erwähnt. Die Grundherrschaft und Vogtei wurde von der Abtei St. Irminen ausgeübt. Bis Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Orenhofen zu der luxemburgischen Herrschaft Scharfbillig und gehörte von 1798 an zum Kanton Dudeldorf im Wälderdepartement. Danach kam Orenhofen zu Preußen und 1946 nach der Konstitution des Landes zu Rheinland-Pfalz. Seit dem 7. November 1970 gehört Orenhofen aufgrund einer gemeindlichen Umorganisation zur Verbandsgemeinde Speicher; davor bestand eine verwaltungstechnische Zugehörigkeit zum Amt Schleidweiler-Rodt in Zemmer, sowie dessen Nachfolger, dem Amt Ehrang.

Scherbenfunde beweisen, dass in römischer Zeit in Orenhofen Töpfereien bestanden. Die Töpferei ist eine alte Erinnerung an einen Gewerbezweig, der heute nicht mehr besteht. Um 1850/1860 wurden Eisenerzlager ausgebeutet. Aufgrund des geringen Eisengehalts der Steine lohnte sich der Abbau jedoch kaum. Bis weit in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts stand in Orenhofen ein sogenannter „Pfeifenofen“. In ihm wurden besonders Tonpfeifen hergestellt.

Bis zum 7. November 1970 gehörte Orenhofen zum Landkreis Trier-Saarburg und wurde in den mit gleichem Datum neu gebildeten Landkreises Bitburg-Prüm eingegliedert.

Bevölkerungsentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Orenhofen, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen: Jahr Einwohner 1815 590 1835 795 1871 857 1905 952 1939 1.144 1950 1.205 1961 1.237 Jahr Einwohner 1970 1.373 1987 1.266 1997 1.384 2005 1.337 2011 1.264 2017 1.253

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Orenhofen besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei den Kommunalwahlen am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat: Wahl SPD CDU FWG Gesamt 2024 6 5 5 16 Sitze 2019 8 4 4 16 Sitze 2014 5 5 6 16 Sitze 2009 5 6 5 16 Sitze 2004 5 5 6 16 Sitze

Bürgermeister Leon Schmitz wurde am 27. August 2024 im Rahmen der ersten Gemeinderatssitzung des neu gewählten Gemeinderats als Ortsbürgermeister gewählt.

Zuvor war Wolfgang Horn seit dem 22. August 2019 Ortsbürgermeister. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 war er für fünf Jahre gewählt worden.

Die Vorgänger waren von 2014 bis 2019 Rainer Schönhofen, und zuvor seit 1999 Walter Schönhofen.

Wappen

Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke Katholische Pfarrkirche St. Rochus von 1877

Wegekapelle aus dem 18. oder 19. Jahrhundert mit einem Nischenkreuz aus dem 16. Jahrhundert Bürgerhaus – eine ehemalige Knabenschule mit Lehrerwohnung von 1893 Ehemalige Mädchenschule von 1877 Der Ortskern ist Standort einiger historischer Wohnhäuser und alter Bauernhöfe.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Orenhofen

Grünflächen und Naherholung Motte – eine frühmittelalterliche Turmhügelburg Über das Gemeindegebiet sind einige – teils sehr alte – Wegekreuze verteilt. Der Schönfelderhof und das Gasthaus Rothaus (Gemeinde Zemmer) sind über den Rad- und Wanderweg entlang der Landesstraße 2 zu erreichen. Wald-Wichtel-Weg für die ganze Familie und Fitness-Parcours im nahen Wald

Regelmäßige Veranstaltungen Jährliches Kirmes- bzw. Kirchweihfest Traditionelles Ratschen oder Klappern am Karfreitag und Karsamstag Hüttenbrennen am ersten Wochenende nach Aschermittwoch (sogenannter Scheef-Sonntag)

Bilder

Literatur Ernst Wackenroder: Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz. Band 15, Abt. 2. L. Schwann, Düsseldorf 1936 (Die Kunstdenkmäler des Landkreises Trier), Nachdruck vom Verlag der Akademischen Buchhandlung Interbook, Trier 1981, S. 264–266.

Weblinks

Ortsgemeinde Orenhofen auf der Website der Verbandsgemeinde Speicher

Porträt und Fernsehbericht über die Schönfelder Straße in Orenhofen Infos zum Wald-Wichtel-Weg: https://www.youtube.com/watch?v=J2I8arwrkYU

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Eifelkreis Bitburg-Prüm Kategorie:Ersterwähnung 953