Więcbork ( Vandsburg) ist eine Stadt im Powiat Sępoleński der polnischen Woiwodschaft Kujawien-Pommern. Sie ist Sitz der gleichnamigen Stadt-und-Land-Gemeinde mit etwa 13.350 Einwohnern.

Geographische Lage mini|250px|Die Stadt aus der Vogelperspektive (2019) Die Stadt liegt in Westpreußen, etwa 30 Kilometer östlich von Złotów (Flatow), 35 Kilometer südlich von Chojnice (Konitz) und 40 Kilometer nordwestlich von Bydgoszcz (Bromberg). An das Wohngebiet der Stadt grenzt ein See.

Geschichte Seit dem Mittelalter ist die Stadt ein Adelsbesitz, der nacheinander den Familien Grzymala, Peperzyński, Więcborski, Zebrzydowski, Garczyński, Smoczewski und Potulicki gehörte. mini|Vandsburg nordöstlich der Stadt Schneidemühl – siehe obere Bildhälfte – auf einer Landkarte der Provinz Posen von 1905 (gelb markierte Flächen kennzeichnen Gebiete mit seinerzeit mehrheitlich polnischsprachiger Bevölkerung). Nach der Ersten Polnischen Teilung 1772 wurde die Stadt ein Teil des Königreich Preußen. mini|Vandsburg südlich der Stadt Zempelburg am Zempelburger See auf einer Landkarte von 1914 Die Stadt, die ein Eisenbahnknotenpunkt war, gehörte bis nach dem Ende des Ersten Weltkriegs zum Landkreis Flatow in Westpreußen. Vandsburg war Sitz eines Land- und Stadtgerichts; im Jahr 1845 war dieses außer für das Stadtgebiet für 28 Dorfschaften zuständig gewesen.Achilles Caesar von Vegesack: Westpreußisches Proinzialrecht, Band 1, Verlag Fr. Sam. Gerhard, Danzig 1845, S. 25 (books.google.de).

Mit Inkrafttreten des Versailler Vertrages am 10. Januar 1920 wurde der östliche Teil des Kreises Flatow mit den Städten Vandsburg, Zempelburg und Kamin in Westpreußen ohne Abstimmung dem polnischen Staat angegliedert (der deutsche Bevölkerungsanteil in diesem östlichen Teil betrug rund 72 %).Wolfgang Bahr: Kurze Geschichte des Flatower Landes. In: Heimatbuch für den Kreis Flatow – Grenzmark Posen-Westpreußen – Provinz Pommern. Herausgegeben vom Heimatkreisausschuss für den Kreis Flatow mit Unterstützung des Patenschaftskreises Gifhorn. Druck: Karl Neef oHG (Wittingen), Gifhorn 1971, S. 37–42. Dieser östliche Teil bildete später den neuen polnischen Landkreis Sępolno/Zempelburg, zu dem Vandsburg bis auf die mit den Zweiten Weltkrieg einhergehende Unterbrechung im Zeitraum 1939 bis 1945 seither gehörte.

Demographie + Bevölkerungsentwicklung bis 1920 Jahr Einwohner Anmerkungen 1783 489 bei 86 Feuerstellen (Haushaltungen), Bewohner zur Hälfte Evangelische, zur anderen Hälfte KatholikenJohann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preußen. Band 2, Teil I, Marienwerder 1789, S. 100, Ziffer 6.) (books.google.de) 1802 620 Stadt, liegt an einem See, in dem auf einer Insel ein Schloss istAlexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preussischen Staats. Band 5: T–Z, Halle 1823, S. 400–407, Ziffer 766 (books.google.de). 1805 640 sämtlich Christen, keine JudenFriedrich Wilhelm Ferdinand Schmitt: Topographie des Flatower Kreises. In: Preußische Provinzialblätter, andere Folge, Band VII, Königsberg 1855, S. 45–46 (books.google.de) und S. 116 (books.google.de). 1816 569 davon 311 Evangelische, 194 Katholiken und 64 Juden 1822 777 davon 453 Evangelische, 227 Katholiken und 97 JudenFriedrich Wilhelm Ferdinand Schmitt: Der Kreis Flatow. In seinen gesammten Beziehungen. Thorm 1867, S. 297 (books.google.de). 1831 900 Städtchen, liegt an einem See, in dem eine Insel mit einem verfallenen herrschaftlichen Schloss istAugust Eduard Preuß: Preußische Landes- und Volkskunde oder Beschreibung von Preußen. Ein Handbuch für die Volksschullehrer der Provinz Preußen, so wie für alle Freunde des Vaterlandes. Gebrüder Bornträger, Königsberg 1835, S. 378, Ziffer 8 (books.google.de). 1837 1000 Friedrich Christoph Förster: Statistisch-topographisch-historische Uebersicht über den Preußischen Staat. Berlin und Leipzig 1839, S. 97 (books.google.de). 1852 1586 am Jahresende, davon 981 Evangelische, 351 Katholiken und 254 JudenAmtsblatt für den Regierungsbezirk Marienwerder. Band 43, Nr. 23 vom 8. Juni 1853, S. 135 (books.google.de). 1864 1627 Stadt, darunter 933 Evangelische und 378 KatholikenEmil Jacobson: Topographisch-statistisches Handbuch für den Regierungsbezirk Marienwerder. Danzig 1868. Ortschafts-Verzeichnis: Kreis Flatow, S. 14–15, Ziffer 199 (books.google.de). 1885 1783 davon 1036 Evangelische, 566 Katholiken und 181 Juden 1905 2836 meist EvangelischeMeyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 19, Leipzig und Wien 1909, S. 1005 (Zeno.org). 1910 3158 am 1. Dezember, davon 1883 Evangelische, 1058 Katholiken und 157 Juden; 775 Einwohner mit polnischer MutterspracheKöniglich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon der Regierungsbezirke Allenstein, Danzig, Marienwerder, Posen, Bromberg und Oppeln. Auf Grund der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 und anderer amtlicher Quellen. Berlin 1912, Heft III: Regierungsbezirk Marienwerder, 4. Kreis Flatow, S. 18–19, Ziffer 4 (books.google.de).

+ Einwohnerzahlen seit 1945 Jahr Einwohner Anmerkungen 2012 ca. 6000

Religionen mini|250px|Katholische Kirche in Więcbork Die bis zum Ende des Ersten Weltkriegs in Vandsburg anwesende Bevölkerung war überwiegend evangelisch. Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert gab es in Vandsburg zwei evangelische Kirchen, ein evangelisches Diakonissenmutterhaus des Deutschen Gemeinschafts-Diakonieverbandes (DGD), eine Evangelische Gemeinschaft (eG, heute evangelisch-methodistische Kirche) eine katholische Kirche und eine Synagoge.

Die Vandsburger Diakonissen verlegten ihr Mutterhaus 1921 nach Elbingerode (Harz).

Verkehr Die Stadt hatte einen Bahnhof an den Bahnstrecken Oleśnica–Chojnice (weiterer ehemaliger Bahnhof im Ortsteil Runowo Krajeńskie) und Świecie nad Wisła–Złotów (weitere ehemalige Halte in Dorotowo, Pęperzyn, Sypniewo und Zakrzewek).

Gemeinde Zur Stadt-und-Land-Gemeinde (gmina miejsko-wiejska) Więcbork gehören die Stadt selbst und 21 Dörfer mit Schulzenämtern.

Söhne und Töchter der Stadt mini|150px|Bartłomiej Bonk Hans Krawielitzki (1900–1992), deutscher Politiker (NSDAP) Anna Krüger (1904–1991), Literaturwissenschaftlerin und Hochschullehrerin Heinrich Borriss (1909–1985), Botaniker und Hochschullehrer, Direktor des Botanischen Instituts der Universität Greifswald Adam Budnikowski (* 1948), polnischer Wirtschaftswissenschaftler Andrzej Dobber (* 1961), polnischer Opernsänger Sławomir Zawada (* 1965), polnischer Gewichtheber Waldemar Stanisław Sommertag (* 1968), polnischer Geistlicher, Erzbischof und Diplomat Bartłomiej Pawełczak (* 1982), polnischer Ruderer Bartłomiej Bonk (* 1984), polnischer Gewichtheber

Literatur Vandsburg, Stadt, am Vandsburger See, Kreis Flatow, Regierungsbezirk Marienwerder, Provinz Westpreußen. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Vandsburg (meyersgaz.org). Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preußen, Band 2, Marienwerder 1789, Teil I, S. 100, Nr. 6.) Friedrich Wilhelm Ferdinand Schmitt: Topographie des Flatower Kreises. In: Preußische Provinzialblätter, andere Folge, Vol. VII, Königsberg 1855, S. 45–46. Friedrich Wilhelm Ferdinand Schmitt: Der Kreis Flatow. In seinen gesammten Beziehungen. Lambeck, Thorn 1867, S. 254–257. Goerke, Otto: Der Kreis Flatow. In geographischer, naturkundlicher und geschichtlicher Beziehung dargestellt. [1. Auflage: 1918] 2. Auflage, Gifhorn 1981, mit einem Nachtrag über die Zeit von 1918 bis 1945 von Manfred Vollack (902 Seiten, 113 Abbildungen und sieben Karten). Mathias Niendorf: Minderheiten an der Grenze – Deutsche und Polen in den Kreisen Flatow (Złotów) und Zempelburg (Sępólno Krajeńskie) 1900–1939 (Dissertation, Universität Kiel 1996). Harrassowitz, Wiesbaden 1997, ISBN 3-447-03917-5. (eingeschränkte Vorschau) Joh. Heise: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Westpreußen, Band I: Pommerellen mit Ausnahme der Stadt Danzig, Danzig 1881–87, S. 424–426 (books.google.de)

Weblinks Stadt Vandsburg (territorial.de) William Remus: Vandsburg (Więcbork), Kreis Flatow, West Prussia (2007) (englisch)

Einzelnachweise

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