mini|Abbildung eines Mischwesens, möglicherweise ein Schamane Die Drei-Brüder-Höhle () ist eine der drei Volp-Höhlen. Sie liegt in der südfranzösischen Region Okzitanien im Département Ariège auf dem Gebiet der Gemeinde Montesquieu-Avantès und gehört zum Umkreis der frankokantabrischen Höhlenkunst. Als Bilderhöhle des Jungpaläolithikums enthält sie berühmte Höhlenmalereien aus der Kulturstufe des Magdaléniens. Die Meereshöhe beträgt 465 Meter. In direkter Nachbarschaft befinden sich die beiden anderen Volp-Höhlen, die Höhle von Tuc d’Audoubert sowie die Höhle von Enlène.

Höhlenmalerei Die Höhle ist unter anderem berühmt für die Wandmalereien von zwei Wesen, halb Mensch, halb Tier bekannt, die in der Höhlenmalerei selten sind, aber auch in der Grotte de Gabillou im Département Dordogne und am Abri da Solhapa in Portugal gefunden wurde. Das eine, das gleichzeitig die Charakteristika eines Menschen und eines Bisons aufweist, wird „petit sorcier à l'arc Musical“ („Hexenmeister mit Musikbogen“) genannt, da es so aussieht, als würde er einen Mundbogen spielen. Die hierzu verbreiteten Umzeichnungen geben jedoch nur Ausschnitte einer größeren Szene aus sich teilweise überlagernden Zeichnungen wieder, weshalb die Interpretation als Mundbogen unsicher ist.J. V. S. Megaw: Earliest Musical Instruments in Europe. In: Archaeology, Vol. 21, No. 2, April 1968, S. 124–132, hier S. 125 Was das zweite Wesen betrifft, haben die Interpretationen es nach und nach als Hexenmeister gedeutet, der einen magischen Ritus praktiziert,gemäß den Theorien von Henri Bégouën und Henri Breuil, die die Ersten waren, die die Höhle studierten oder als einen Gott der Tiere, genannt „dieu cornu“ (Gehörnter Gott)siehe Photo des Gehörnten Gottes, oder auch als einen tanzenden Schamanen.

Die Höhle verdankt ihren Namen den drei Söhnen des Grafen Henri Bégouën, Max, Jacques und Louis, die zusammen mit François Camel und Marcellin BermonIngmar M. Braun, Wolfgang Zessin: In: Ursus, Mitteilungsblatt des Zoovereins und des Zoos Schwerin, 15. Jahrgang, Heft 1 (Dezember 2009): Braun, I. & W. Zessin: Paläolithische Nashorndarstellungen und der Versuch ihrer zoologisch-ethologischen Interpretation, 3-19, Schwerin. den Eingang am 20. oder 21. Juli 1914 entdeckten.

Vorgeschichtliche Kunst:

Höhlenmalerei des Magdalénien. Mobile Kunst (Kopf aus stilisierten Pferden) Bodenfliesen, -platten und ein Foyer im Inneren der Höhle

Siehe auch Benachbarte vorgeschichtliche Höhlen: Enlène, Gargas, Mas d’Azil, Montespan, Niaux und Tuc d’Audoubert.

Weblinks

Photo Eingangsbereich Plan der Höhle Zeichnungen der rechten Höhlenwand Skizze des sogenannten „Tanzenden Schamanen“ von Henri Breuil Photographie des „Tanzenden Schamanen“ Vergleich Photo und Skizze

Einzelnachweise

Kategorie:Höhle in Europa Kategorie:Höhlenmalerei Kategorie:Magdalénien Kategorie:Montesquieu-Avantès