miniatur|Amtsgericht Otterndorf (2013) Das Amtsgericht Otterndorf ist eines von acht Amtsgerichten im Landgerichtsbezirk Stade und hat seinen Sitz im niedersächsischen Otterndorf.
Übergeordnete Gerichte Dem Amtsgericht Otterndorf sind im Instanzenzug das Landgericht Stade, das Oberlandesgericht Celle sowie der Bundesgerichtshof in Karlsruhe übergeordnet.
Geschichte Nach der Revolution von 1848 wurden im Königreich Hannover die Rechtsprechung von der Verwaltung getrennt und die Patrimonialgerichtsbarkeit abgeschafft.Gesetz über die Gerichtsverfassung vom 8. November 1850 () Das Amtsgericht wurde daraufhin mit der Verordnung vom 7. August 1852 die Bildung der Amtsgerichte und unteren Verwaltungsbehörden betreffend als königlich hannoversches Amtsgericht gegründet. Es umfasste die Stadt Otterndorf und das Amt Otterndorf.Hannoversche Gesetzgebung über Staats- und Gemeinde-Verwaltung, 1852, S. 32, 71, online Das Amtsgericht war dem Obergericht Lehe untergeordnet.Verzeichnis der Obergerichte, Anlage zur Verordnung zur Ausführung der §§ 14, 15 und 35 des Gesetzes über die Gerichtsverfassung vom 8. November 1850 vom 7. August 1852, abgedruckt in: Gerhard Adolf Wilhelm Leonhardt: Die Justizgesetzgebung des Königreichs Hannover: unter besonderer Berücksichtigung der Regierungs- und ständischen Motive zum practischen Gebrauche. Band 3, 1852, S. 135 online Durch eine Verordnung vom 3. März 1859 wurde das Obergericht Lehe aufgehoben und das Amtsgericht Otterndorf wurde dem Obergericht Stade zugeordnet.Behördengeschichte des Obergerichtes Stade beim Landesarchiv
Mit der Annexion Hannovers durch Preußen wurde es zu einem preußischen Amtsgericht in der Provinz Hannover. Es war nun dem Landgericht Stade nachgeordnet. Sein Gerichtsbezirk umfasste nun den Landkreis Land Hadeln.Verordnung, betreffend die Bildung der Amtsgerichtsbezirke vom 5. Juli 1879, GS Nr. 30, S. 515, Digitalisat Am Gericht bestanden 1880 zwei Richterstellen. Das Amtsgericht war damit ein mittelgroßes Amtsgericht im Landgerichtsbezirk.Carl Pfafferoth: Jahrbuch der deutschen Gerichtsverfassung. 1888, S. 410 online
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Amtsgericht Otterndorf zu einem Amtsgericht des Landes Niedersachsen.
Im Jahre 1973 wurde der Bezirk des Gerichtes nach der Auflösung des Amtsgerichtes Neuhaus an der Oste um dessen Gebiet erweitert. Im Jahre 1982 ging das Gebiet des ehemaligen Amtsgerichtes Osten, das ebenfalls 1973 aufgelöst worden war, vom Amtsgericht Stade an das Amtsgericht Otterndorf.
In der Anlage 1 zum Niedersächsischen Justizgesetz ist sein Sprengel beschrieben: Gebiet der Gemeinden Armstorf, Belum, Bülkau, Cadenberge, Hechthausen, Hemmoor, Hollnseth, Ihlienworth, Lamstedt, Mittelstenahe, Neuenkirchen, Neuhaus (Oste), Nordleda, Oberndorf, Odisheim, Osten, Osterbruch, Otterndorf, Steinau, Stinstedt, Wanna und Wingst.Niedersächsisches Justizgesetz, Anlage 1, Ziffer 52, Digitalisat.
Gerichtsgebäude
Das Gericht befand sich seit 1768, damals noch als Obergericht, in einem Bürgerhaus in der Nähe des Marktes, dem heutigen Kreishaus. 1885 folgte der Umzug in das 1773 erbaute Amtsgerichtsgebäude. Im Jahre 1982 vergrößerte sich das Gericht und lagerte Abteilungen in das ehemalige Kreishaus aus. Das Gericht ist auch heute noch in dem Gebäude an der Straße Am Großen Specken Hausnummer 6 untergebracht. Das unter einem Walmdach gelegene Backsteingebäude zeichnet sich durch die konsequente Werksteingliederung aus. Die Symmetrie der Fassade erstreckt sich über elf Achsen. Das Bauwerk steht aus geschichtlichen und städtebaulichen Gründen als Einzeldenkmal unter Denkmalschutz nach § 3 Abs. 2 NDSchG und gehört der Gruppe baulicher Anlagen Schlossbezirk Otterndorf an.
Literatur Wilhelm Lenz, Oskar Kieker und Heinrich Rüther: Die Kunstdenkmale des Kreises Land Hadeln und der Stadt Cuxhaven Wenner, Osnabrück 1980.
Weblinks
Internetpräsenz des Amtsgerichtes Otterndorf Übersicht der Rechtsprechung des Amtsgerichtes Otterndorf
Einzelnachweise
Otterndorf Otterndorf Otterndorf Amtsgericht Kategorie:Otterndorf Kategorie:Organisation (Landkreis Cuxhaven) Kategorie:Gerichtsgründung 1852