Helmuth Manuel Backhaus (* 6. Juni 1920 in Bonn; † 5. Mai 1989 in München; Pseudonym: Gregor Trass) war ein deutscher Schriftsteller, Hörspielautor, Drehbuchautor, Filmregisseur, Conférencier und Schauspieler.
Leben Helmuth M. Backhaus lebte seit den 1930er-Jahren mit seiner Mutter und Schwester in München und machte hier 1939 sein Abitur. Nach dem Arbeitsdienst und Militärdienst bei den Luftnachrichten studierte er einige Semester Jura und Theaterwissenschaft in Frankfurt am Main. Das Studium der Rechtswissenschaften beendete er nicht.
1945 wurde sein erstes Theaterstück Wir unter uns in München aufgeführt. Dadurch wurde Radio München, der Vorläufer des Bayerischen Rundfunks auf ihn aufmerksam, wo er von 1945 bis 1946 zum Sprecher ausgebildet wurde. Ab Januar 1946 baute er bei Radio München zusammen mit dem amerikanischen Kontrolloffizier Walter Kohner die Kabarett-Abteilung auf und leitete sie bis 1947. Dort war er unter anderem mit Kleines Gedeck, Zehnerkabarett, Nachtwindmühle, Schlaue Stunde und Blauer Samstag zu hören.
Für den Bayerischen Rundfunk verfasste er Sketche, Hörspiele, Features und Dokumentarsendungen, in denen er oft selbst Regie führte, ferner schrieb er Gedichte, Theaterstücke und Sachbücher, meist mit humoristischer Note. An der Lore-Bronner-Bühne in München war er als Higgins in Shaws Pygmalion zu sehen.
Als Drehbuchautor, Schauspieler oder Regisseur war Backhaus, zuweilen unter dem Pseudonym Gregor Trass, an mehreren Unterhaltungsfilmen der 1950er- und 1960er-Jahre beteiligt. Er hinterließ über 1500 Bilder, darunter Ölgemälde, Aquarelle, Gouachen, Radierungen und Karikaturen.
Der Nachlass wird von Sabine Freifrau von Süsskind in Dennenlohe betreut.
Schriften 1947: Kleines Gedeck – Verse 1960: Fahren zu Zweit – Feuilleton 1968: Das Stundenglas und andere unheimliche Geschichten 1969: Firpo das Fass 1971: Die Mitternachtsprobe und andere unheimliche Geschichten 1971: Das Stundenglas und andere unheimliche Geschichten 1972: Insel für zwei Personen – Heiterer Roman 1972: Jim Colts Abenteuer 1975: Götter GmbH und Co. KG. 1975: Liebling schlaf nicht dauernd ein – Heiterer Roman 1976: Liebe ja – Ehe nein – Heiterer Roman 1977: Das Geheimnis des roten Leuchtturms 1978: Das Abendland im Kochtopf – Kulturgeschichte des Essens 1981: Ich will in meinen Stiefeln sterben – Verse 1982: Der Himmel der Tiere – Erzählung 1983: Der Venezianische Engel – Erzählung 1984: Der Totentanz 1985: Sind Computer männlich oder weiblich?
Theaterstücke Wir unter uns Die Schule des Casanova Drei in einem Raum Glück unterwegs Der letzte König Entführung in Venedig
Hörspiele Der Fall Dr. Crippen. Regie: Alexander Malachovsky, Komponist: Frank Duval. BR 1979, 52 Minuten. Mit: Chefinspektor Snow: Herbert Fleischmann, Detektivsergeant Reilly: Michael Hinz, Dr. Crippen: Harald Leipnitz. Die Scotland Yard Story. (Dokumentation) Regie: Alexander Malachovsky. Mitwirkende: Heinz Drache, Erich Hallhuber, Eva-Maria Meineke, Günther Sauer, Lilian Westphal, BR 1980, 97 Minuten.
Filmografie (als Drehbuchautor) 1950: Lied der Landstraße / Auf der Walze (Idee) 1950: Liebe auf Eis (Männer um Angelika) 1951: Das Gerücht 1951: Czardas der Herzen 1952: Das kann jedem passieren (nur Schauspieler) 1952: Liebe im Finanzamt (nur Schauspieler) 1953: Die vertagte Hochzeitsnacht (nur Schauspieler) 1953: Musik bei Nacht (nur Schauspieler) 1953: Die drei falschen Tanten / Skandal im Mädchenpensionat (nur Sprecher) 1956: Der Mustergatte 1956: Vor 100 Jahren fing es an (nur Schauspieler) 1957: Familie Schimek 1957: Nachts im Grünen Kakadu 1958: Bühne frei für Marika (auch Schauspieler) 1958: Der Czardas-König (Dialog) 1958: Der Stern von Santa Clara 1959: Die Nacht vor der Premiere 1959: Salem Aleikum 1960: Ich zähle täglich meine Sorgen 1960: Hauptmann, deine Sterne 1960: Im weißen Rößl 1961: Die Abenteuer des Grafen Bobby 1961: Bei Pichler stimmt die Kasse nicht 1961: Am Sonntag will mein Süßer mit mir segeln gehn 1962: Die Post geht ab (auch Regisseur) 1963: Und wenn der ganze Schnee verbrennt (auch Regisseur und Schauspieler) 1963: … und der Amazonas schweigt 1963: Apartment-Zauber (auch Regisseur) 1964: Wenn man baden geht auf Teneriffa (auch Regisseur) 1965: Die Banditen vom Rio Grande (auch Regisseur)
Literatur Herbert A. Frenzel, Hans Joachim Moser (Hrsg.): Kürschners biographisches Theater-Handbuch. Schauspiel, Oper, Film, Rundfunk. Deutschland, Österreich, Schweiz. De Gruyter, Berlin 1956, .
Weblinks
Nachlass Helmuth M. Backhaus (1920-1989) Der Spiegel 9/1947
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