mini|Eddie Polo (etwa 1928) Eddie Polo (* 1. Februar 1875 in Los Angeles Andere Quellen geben San Francisco und Wien als mögliche Geburtsorte an.; † 14. Juni 1961 in Hollywood; eigentlich Edward W. Wyman) war ein US-amerikanischer Schauspieler, Regisseur und ein Star des amerikanischen und deutschen Sensationsfilms und Stummfilmwesterns.

Leben Eddie Polo hatte seit seiner Jugendzeit als Zirkusartist (Teil einer Luftakrobatennummer) gearbeitet. Im Jahr 1913 verpflichtete ihn eine Filmgesellschaft als Stuntman für ihre Western, zwei Jahre darauf begann er reguläre Rollen zu übernehmen. Der athletische Polo entwickelte sich in kürzester Zeit zum Star des billig hergestellten, aber (für damalige Zeiten effektvollen) Serienwestern. Mit dem Titelhelden in der Cyclone-Smith-Filmreihe konnte er sich in den frühen Jahren nach Ende des Ersten Weltkriegs endgültig durchsetzen. Sein Beiname „Herkules der Leinwand“ wurde zum Programm. Polo erledigte all seine Stunts selbst; 1915 war er der erste Mann, der mit einem Fallschirm vom Eiffelturm sprang.

1922 kam Polo für seinen ersten deutschsprachigen Film nach Österreich, 1926 ließ er sich die kommenden sechs Jahre in Deutschland nieder. Als „Eddy Polo“ konnte er, trotz seines mittlerweile fortgeschrittenen Alters, beachtliche Erfolge im Sensationsfilmgenre verzeichnen. Er spielte aber auch weiterhin Hauptrollen in ganz auf seine Person zugeschnittenen Western. Nach einem späten Tonfilm-Einstieg – Polo erhielt in dem Sensationsfilm seines italienischen Konkurrenten Luciano Albertini Es geht um alles nur noch eine Nebenrolle – kehrte Polo in die USA zurück. Dort fand er beim Kino zunächst keine Arbeit mehr und musste sich die gesamte Dauer des Zweiten Weltkriegs mit zum Teil winzigen Chargenauftritten begnügen.

Eddie Polos Tochter Malvina Polo (1903–2000) trat in den frühen 1920er Jahren gleichfalls vor die Kamera, sein Bruder Sam Polo (1872–1966) war ebenfalls Stummfilmschauspieler und überdies (in späteren Jahren) ein gefragter Maskenbildner.

Filmografie (Auswahl) 1913: The Light Woman 1915: The Palace of Dust 1915: The Broken Coin 1915: Graft 1916: Heritage of Hate 1916: Liberty – A Daughter of the U.S.A. 1917: A Kentucky Cinderella 1917: The Bronze Bride 1917: The Gray Ghost 1917: Money Madness 1918: Bull’s Eye 1918: Lure of the Circus 1919: Cyclone Smith Plays Trumpet 1919: Cyclone Smith’s Partner 1919: Cyclone Smith’s Vow 1920: The Vanishing Dagger 1920: King of the Circus 1921: The Secret Four 1921: Do or Die 1921: The Terror Streak 1922: Captain Kidd 1922: With Stanley in Africa 1922: Der Fluch der Habgier 1923: Dangerous Hour 1923: Prepared to Die 1924: Circus Lure 1926: Die Eule (auch Regie) 1927: Der Geheimtresor (auch Regie) 1928: Eddy Polo mit Pferd und Lasso (auch Regie) 1928: Eddy Polo im Wespennest 1928: Hände hoch, hier Eddy Polo 1928: Der gefesselte Polo 1928: Ist Eddy Polo schuldig? 1929: Rache für Eddy 1929: Der Teufelsreporter 1929: Auf der Reeperbahn nachts um halb eins 1929: Geheimpolizisten 1929: Auf Leben und Tod 1930: Zeugen gesucht 1932: Es geht um alles 1939: It’s a Date 1940: Son of Roaring Dan 1940: Spring Parade 1941: Der Wolfsmensch (The Wolf Man) 1942: The Secret Code 1942: Deep in the Heart of Texas 1943: Honeymoon Lodge 1943: Crazy House 1944: The Climax 1945: Erfüllte Träume (Two Sisters From Boston)

Siehe auch Liste bekannter österreichischer USA-Emigranten

Literatur Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 6: N – R. Mary Nolan – Meg Ryan. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 290.

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