Sertindol (Handelsname Serdolect) ist ein Arzneistoff, der zur Gruppe der atypischen Neuroleptika gehört. Er wird zur Behandlung der Schizophrenie eingesetzt.
Pharmakologische Eigenschaften Der Arzneistoff zeichnet sich in vitro durch eine hohe Affinität zu D2-, 5-HT2- und α1-Rezeptoren aus. Sertindol wirkt zudem als FIASMA (funktioneller Hemmer der sauren Sphingomyelinase).
Sertindol wirkt sowohl bei der Positivsymptomatik als auch bei der Negativsymptomatik der Schizophrenie. Extrapyramidal-motorische Nebenwirkungen sollen dabei nicht signifikant sein. Es kann jedoch zu QTc-Zeit-Verlängerungen im EKGTorsten Kratz, Albert Diefenbacher: Psychopharmakotherapie im Alter. Vermeidung von Arzneimittelinteraktionen und Polypharmazie. In: Deutsches Ärzteblatt, (22. Juli) 2019, Band 116, Heft 29 f., S. 508–517, S. 512. kommen.
Zulassungsstatus Sertindol wurde 1998 nur 16 Monate nach Markteinführung wegen Kardiotoxizität vom Hersteller Lundbeck zurückgezogen, aber 2006 mit Auflagen (insbesondere EKG-Kontrollen) als Medikation der 2. Wahl wieder zugelassen.
Siehe auch Liste von Antipsychotika
Literatur Andreas Ruß: Arzneimittel pocket 2008. 13. Auflage. Börm Bruckmeier Verlag, Grünwald 2007, ISBN 978-3-89862-286-8, S. 251. Otto Benkert, Hanns Hippius: Kompendium der Psychiatrischen Pharmakotherapie. 7. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Springer, Berlin u. a. 2008, ISBN 978-3-540-78470-8, (Onlineausgabe: ebenda 2009, ISBN 978-3-540-78471-5, doi:10.1007/978-3-540-78471-5). Neuroleptikum Sertindol (Serdolect) … Wiederzulassung nicht nachvollziehbar. In: Arznei-Telegramm, 8/2006 (37. Jahrgang), S. 72–73.
Weblinks Einträge. In: NIH-Studienregister. Sertindol Serdolect® (Promonta). In: Pharmazeutische Zeitung online
Einzelnachweise
Kategorie:Indol Kategorie:Chlorsubstituierter Heteroaromat Kategorie:Fluorbenzol Kategorie:Piperazin Kategorie:Imidazolidinon Kategorie:Arzneistoff Kategorie:Antipsychotikum Kategorie:Psychotroper Wirkstoff Kategorie:Synthetische psychotrope Substanz