Glonn ist ein Markt und staatlich anerkannter Erholungsort im oberbayerischen Landkreis Ebersberg sowie der Sitz der gleichnamigen Verwaltungsgemeinschaft.

Geographie mini|300px|Glonn, Ansicht aus Süd-West Glonn befindet sich in der Region München im Alpenvorland rund 13 km südlich von Zorneding, 11 km südwestlich von Grafing, 22 km nordwestlich von Bad Aibling, 26 km nördlich von Miesbach und 30 km von der Landeshauptstadt München entfernt. Zum Flughafen München sind es etwa 54 km.

Geographische Lage Der Erholungsort Glonn liegt idyllisch eingebettet im Glonntal, einem ehemaligen Schmelzwassertal des früheren Inngletschers und ist von bewaldeten Hügeln umgeben. Im Süden bestimmt die Kette der Bayerischen Alpen den Horizont. Die fließenden Gewässer Glonn, Kupferbach und Schrankenbach (Donisbachl) haben ihre Quellen im Glonner Gemeindegebiet. Zum Teil auf der Gemeindeflur liegen insgesamt vier Landschaftsschutzgebiete: Kupferbachtal und Umgebung, Toteiskessellandschaft Kastenseeon, Schutz des Kitzelsees und seiner Umgebung sowie Steinsee, Moosach, Doblbach, Brucker Moos und Umgebung.

Nachbargemeinden Die unmittelbar benachbarten Gemeinden Baiern, Bruck, Egmating, Moosach und Oberpframmern bilden mit Glonn eine Verwaltungsgemeinschaft.

Gemeindegliederung

Es gibt 27 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Natur Folgende Schutzgebiete berühren das Gemeindegebiet: Naturschutzgebiet Kupferbachtal bei Unterlaus (NSG-00177.01) Landschaftsschutzgebiet LSG "Steinsee, Moosach, Doblbach, Brucker Moos und Umgebung" (LSG-00406.01) Landschaftsschutzgebiet LSG "Kupferbachtal und Umgebung" im Markt Glonn und der Gemeinde Egmating (LSG-00367.01) Landschaftsschutzgebiet LSG „Toteiskessellandschaft Kastenseeon“ im Markt Glonn und der Gemeinde Egmating (LSG-00376.01) Landschaftsschutzgebiet Schutz des Kitzelsees und seiner Umgebung in der Gemeinde Moosach und der Marktgemeinde Glonn als LSG (LSG-00337.01) Fauna-Flora-Habitat-Gebiet Kupferbachtal, Glonnquellen und Gutterstätter Streuwiesen (8037-371) Fauna-Flora-Habitat-Gebiet Kastensee mit angrenzenden Kesselmooren (8036-301)

Geschichte Eine frühgeschichtliche Besiedelung ist durch eine Anzahl von Funden aus der Jungsteinzeit, u. a. einer Wohngrube sowie von Waffen und Schmuck, nachgewiesen. Der Name des Ortes leitet sich von der keltischen Bezeichnung des Flusses „Glana“ – die Klare – ab.

In Traditionsnotizen des Bischofs von Freising ist Glonn im Jahr 770 (26. September) als „(flumen) Clana“ und 774 (21. März) als „Glan“ ausgewiesen; dies wird als ältester Beleg für die Ortsgründung angesehen. Aus der Zeit um 1015 ist ein Ortsadel „de Glana“ überliefert, 1349 erscheint in der Bautenübersicht Monumenta Boica die Kirche St. Johann zu Glan.

Im 16. Jahrhundert färbte sich der Name lautlich über „Glon“ zum heutigen „Glonn“.

1632 wurde Glonn von den Schweden im Dreißigjährigen Krieg nahezu vollständig niedergebrannt. Der Wiederaufbau zog sich lange hin; erst 1823 wurde die neue Kirche fertiggestellt und geweiht.

Im Jahre 1818 entstand durch das bayerische Gemeindeedikt die Gemeinde Glonn. Seit 1901 wird Glonn als Marktgemeinde geführt. Schon seit 1908 gibt es in Glonn Elektrizität, erzeugt durch eigene Elektrizitätswerke mit Wasserkraft in ehemaligen Mühlen. 1914 war bereits etwa die Hälfte der Glonner Wohnhäuser elektrifiziert.

Der Ort Glonn wandelte sich von einem landwirtschaftlich, von wenig Handwerk geprägten Dorf in ein modernes Kleinzentrum mit Handwerk und Handel für die umliegenden Gemeinden. Die Landwirtschaft ist stark zurückgegangen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Besiedlungsstruktur Glonns von der Eingliederung der eintreffenden Heimatvertriebenen, Ausgebombten und Evakuierten bestimmt, die schließlich mehr als ein Drittel der Bevölkerung stellten. Eine umfangreiche Bautätigkeit setzte ein. 1959 war die Einführung von Straßennamen notwendig, die bisher vergebenen Hausnummern reichten nicht mehr aus.

Die Gemeinden Baiern, Bruck, Egmating, Glonn, Moosach und Oberpframmern schlossen sich 1978 im Zuge der Gebietsreform in Bayern zur Verwaltungsgemeinschaft Glonn zusammen.

Wiederholt kam es in Glonn zu Überschwemmungen. Die schwerste traf den Ort im August 2002.

Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 wuchs der Markt von 3680 auf 5276 um 1596 Einwohner bzw. um 43,4 %.

Politik mini|Marktplatz in Glonn, mit Maibaum, Rathaus und Pfarrkirche In der Gemeinde sind folgende Parteien mit einem eigenen Ortsverband aktiv: CSU SPD Bündnis 90/Die Grünen Kommunalpolitischen Arbeitskreis (KommA) Wählergruppe „Glonner für Glonn“ (GfG)

Gemeinderat und Bürgermeister Der Gemeinderat setzt sich seit der Gemeinderatswahl am 15. März 2020 folgendermaßen zusammen:Wahl des Gemeinderats 2020, Gesamtergebnis Marktgemeinde Glonn Partei / Liste Sitze Stimmenanteil Christlich-Soziale Union (CSU) 9 41,73 % Bündnis 90/Die Grünen 4 21,68 % SPD/KommA 3 16,01 % Freie Demokratische Partei (FDP) 1 3,90 % „Glonner für Glonn“ (GfG) 3 16,66 % Wahlbeteiligung: 61,66 % Erster Bürgermeister ist Josef Oswald (CSU). Bei der Kommunalwahl 2020 erhielt dieser 89,82 % der gültigen Stimmen. Er gehört ebenfalls dem Gemeinderat an und ist dessen Vorsitzender.

Wappen

Gemeindepartnerschaft : Mit der französischen Stadt Bonnefamille besteht seit 1998 eine enge Verbindung. Wechselseitige Besuche von Vereinen und Abordnungen halten den Kontakt.

Religionen mini|Kirche in Kreuz Die katholische Pfarrgemeinde St. Johannes umfasst Glonn und die sechs Filialgemeinden der Ortsteile Frauenreuth, Münster, Haslach, Schlacht, Kreuz und Adling. Der Glonner Pfarrer ist auch zuständig für die Kuratien Berganger und Antholing.

Die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Grafing – Aßling – Glonn betreut in ihrem Wirkungsgebiet etwa 3550 evangelische Christen, das entspricht rund 15 % der Gesamtbevölkerung in diesen Gemeindebereichen. Sie ist dem Dekanat Rosenheim zugeordnet.

Zudem besteht eine Freie Evangelische Gemeinde mit eigenen regelmäßigen Gottesdiensten.

Im Hauptort gibt es die katholische Pfarrkirche (St. Johannes Baptist, Rokokobau, 1823 geweiht), ergänzt durch mehrere katholische Filialkirchen, Kapellen und Gebetsräume in Einrichtungen wie dem Caritas Alten- und Pflegeheim oder der Jugendhilfe Schloss Zinneberg.

Eine evangelische Kirche (Christuskirche) wurde als moderner Rundbau mit angeschlossenem Gemeindezentrum und Pfarrwohnung 1968 errichtet. Aufgrund finanzieller Probleme der evangelischen Landeskirche bei gleichzeitigem starkem Nutzungsrückgang wurde die Kirche, die mittlerweile unter Denkmalschutz steht, profaniert. Der letzte Gottesdienst fand am 26. Oktober 2025 statt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Theater Jährlich im Herbst findet die Theaterveranstaltung des Trachtenvereins Glonn im Bürgersaal statt, die Laienschauspieler führen an mehreren Vorstellungen heimatliche Stücke in Bayrischer Mundart auf.

Museen Heimatmuseum Das mehrmals im Jahr geöffnete Heimatmuseum Glonn bietet einen Einblick in die Ortsgeschichte. Neben Artefakten aus der Vorgeschichte sind vor allem Malereien und Bücher örtlicher Kulturschaffender zu bewundern. Ein originalgetreu eingerichtetes Zimmer zeigt die Heimstatt der Schriftstellerin Lena Christ.

Technikdenkmal Das Technikdenkmal Stegmühle Glonn im Mühltal bewahrt die im Original von 1906 erhaltene, Elektrizität erzeugende Pumpmühle (Kolbenpumpen der Firma MAN) mit ihrer über hundertjährigen Technik in voll funktionsfähigem Zustand.

Bis Mitte der 1990er Jahre erzeugte diese noch Strom, der in das öffentliche Netz eingespeist wurde. Sie ist seitdem nicht mehr in Betrieb, kann aber auf Anfrage beim im Hause wohnenden Eigentümer besichtigt werden.

Bauwerke

Schloss Zinneberg mini|Michael Wening: das „Schloß Zinnenberg“ um 1700 Das Schloss Zinneberg ist am östlichen Rand des Ortes auf der vorspringenden Nase des namensgebenden Zinnebergs hinter dichtem Baumbewuchs heute nur zu erahnen. Seine Geschichte ist möglicherweise bis ins 11. Jahrhundert zurückzuverfolgen, jedoch ist die Quellenlage sehr unsicher. Erst im Jahr 1332 wird in einer Schenkungsurkunde an das Adelsgeschlecht Preysing der Ortsname „Zinnenberg“ erstmals nachweislich in dieser Schreibweise erwähnt. Im weiteren Verlauf befand sich das Schloss in Besitz von mehreren in Bayern einflussreichen Adelsfamilien.

1350 wurde Otto von Pienzenau durch Heirat Burgherr auf Zinneberg. Wiederum durch Heirat ging Zinneberg im Jahr 1596 in den Besitz der Fugger über und verblieb für die nächsten 230 Jahre auch in deren Händen. 1632, im Dreißigjährigen Krieg, wurde Schloss Zinneberg niedergebrannt. Aus dieser Zeit stammt die Legende, dass (heute noch) ein geheimer Gang zwischen Burg und dem Ort besteht, durch den sich einige Bewohner in Sicherheit bringen konnten. Schon 1640 ließ der Fuggergraf Johannes Friedrich das Schloss wieder erbauen. 1825 kaufte die verwitwete bayerische Kurfürstin Maria Leopoldine, in zweiter Ehe verheiratet mit Ludwig Graf v. Arco, das Schloss. Sie ließ es nach ihrem Geschmack umbauen, so wie es heute zum Großteil noch zu sehen ist. Von 1850 bis 1868 kam das Anwesen in den Besitz des Marquis Fabio von Pallavicini, bis dieser es an Friedrich Wilhelm Scanzoni von Lichtenfels verkaufte. 1898 wurde Adolf Freiherr von Büsing-Orville der neue Schlossherr. Er sorgte für weitere Ausbauten, die dem Schloss bis heute seinen feudalen Charakter verleihen.

Manche Straßennamen im Ort erinnern an diese Adelsgeschichte („Preysingstraße“, „Pienzenauer Straße“, „Fuggerstraße“, „Arcostraße“, „von-Scanzoni-Straße“, „Büssingstraße“).

Während der Depression gingen die Güter für 735.000 Reichsmark am 14. September 1927 in den Besitz der Schwestern vom Guten Hirten über. Das Schloss dient heute unter deren Trägerschaft als Einrichtung der Jugendhilfe für Mädchen aus schwierigen Verhältnissen und beherbergt zusätzlich einen Kindergarten.

Schon zur Zeit des Ersten Weltkrieges fungierte ein Teil des Schlosses als Lazarett mit 60 Betten. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde das Gebäude des Erziehungsheimes als Reserve-Lazarett der Wehrmacht beschlagnahmt. Im Kalten Krieg wurde eine unterirdische Bunkeranlage errichtet, die als stationäres Hilfskrankenhaus (im erweiterten Sofortprogramm) vorgesehen war.

Derzeit ist im Schloss eine Einrichtung für Kinder- und Jugendhilfe mit einem Heim für Mädchen und jungen Frauen, einer Schule zur Erziehungshilfe sowie Ausbildungsmöglichkeiten beheimatet. Ein öffentlicher Kindergarten und Hort der Gemeinde Glonn befindet sich ebenfalls im Gebäude.

mini|Pfarrkirche St. Johann Baptist

Pfarrkirche St. Johann Baptist Die Pfarrkirche St. Johann Baptist ist ein herausstechendes Bauwerk, das dem Besucher prominent in der Ortsmitte auffällt, wenn er von einem der umliegenden Hügel nach Glonn kommt.

Johannes der Täufer als Kirchenpatron deutet auf eine frühchristliche Taufkirche hin. Schon vor 1600 findet sich eine gotische Kirche mitten im Dorf, die Sakristei der heutigen Pfarrkirche ist noch ein Rest dieses Gotteshauses.

Baufällig geworden, wurde der gotische Bau 1767 abgebrochen und zwischen 1768 und 1778 die heutige Kirche erbaut, aber erst 1823 ganz fertiggestellt und geweiht. Der Baustil ist Rokoko. Die Figuren des Hochaltars sowie ein Kruzifix mit Schmerzhafter Muttergottes wurden 1777 von Joseph Götsch (Schüler von Ignaz Günther) geschaffen. Die neubarocke Stuckdekoration, die Verkündigungsgruppe am Chorbogen und die Deckenmalereien wurden 1893 geschaffen. Im Jahr 1994 wurde die Kirche umfassend renoviert.

Der Turm beherbergt ein historisch bedeutendes, wenn auch klanglich nicht besonders hervorzuhebendes Bronzegeläute in Schlagtonfolge des1 ges1 as1 b1, das zwischen 1521 und 1949 gegossen wurde.

Klosterschule