Utz Werner Richter (* 23. Juni 1927 in Olbendorf, Landkreis Strehlen, Niederschlesien; † 10. September 2015Utz Werner Richter: Traueranzeige. In: sz-trauer.de, Sächsische Zeitung, 26. September 2015, abgerufen am 31. Januar 2026. in HamburgFriedhofsverwaltung Ohlsdorf: Sterbeort, Art, Datum und Ort der Bestattung) war ein deutscher Schauspieler, Hörspielsprecher und Synchronsprecher.
Leben Utz Richter war der ältere von zwei Kindern des Gutsbesitzerehepaares Alwin Ernst Richter und Waldtraut Ephigenie Richter, geb. Thomaschke. Im Alter von sieben Jahren zog die Familie nach Reichenau in der Nähe von Dresden. Dort wurde er eingeschult und legte kurz vor Kriegsende das Notabitur ab. Im Jahre 1948 ging er nach Hamburg. 1953 kam er zu Helmuth Gmelin an das Theater im Zimmer, bei dem er seine Schauspielausbildung ablegte und erste Bühnenerfahrungen sammelte. Weitere Spielorte waren unter anderem Schleswig, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Berlin und seine Wahlheimat Hamburg. Hier trat er vorwiegend am Ernst-Deutsch-Theater und an den Hamburger Kammerspielen bei Ida Ehre auf. Zu seinen Stationen in Berlin gehörten das Hebbel-Theater, das Theater am Kurfürstendamm und das Theater des Westens. Als einer seiner wichtigsten Aufführungen an diesem Theater bezeichnete er die Rolle des Herrn Schultz in dem Erfolgsmusical Cabaret, in dem er zusammen mit Helen Schneider, Hildegard Knef und Wolfgang Reichmann auftrat.
1959 trat er in Seefeld (Tirol) bei den Außenaufnahmen zum zweiten Teil des Mehrteilers Am grünen Strand der Spree erstmals vor die Kamera. In dieser Episode, die in Norwegen spielte, verkörperte er neben Wolfgang Büttner, Hans Pössenbacher und Adolf Ziegler eine der Hauptfiguren. Obwohl der Mehrteiler im Folgejahr bei seiner Erstausstrahlung ein Straßenfeger wurde, wollte seine Film- und Fernsehkarriere nicht so recht in Gang kommen. Neben verschiedenen Nebenrollen spielte er 1968 in Herr Kannt gibt sich die Ehre die Titelrolle. In den späteren Jahren trat er auch in mehreren beliebten Fernsehserien auf. Eine seiner Lieblingsrollen war hier der Rechtsanwalt Kehlhausen in Diese Drombuschs mit Witta Pohl und Günter Strack.
Außerdem spielte er in Serien wie Polizeiruf 110, Unser Charly, Großstadtrevier oder Urlaub vom Leben mit. Seit den 1980er Jahren wirkte er auch als Synchronsprecher.
In Hörspielen war er des Öfteren in Serien wie Larry Brent, Macabros, TKKG, Geisterjäger John Sinclair, Fünf Freunde oder Die drei ??? zu hören. Seine markante Stimme war auch im Bluna-Werbespot zu hören („Sind wir nicht alle ein bisschen Bluna?“).
Utz Richter lebte in Hamburg und arbeitete bis ins hohe Alter, vor allem bei der Produktion von Hörbüchern und Werbespots.
Am 10. September 2015 starb Utz Richter mit 88 Jahren in Hamburg. Die Urnenbeisetzung fand am 13. Oktober 2015 im Bereich der Kapelle 13 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt.
Filmografie 1960: Am grünen Strand der Spree; 2. Teil: Der General (als Leutnant Mitlöhner) – Regie: Fritz Umgelter 1961: Zwischen Montag und Samstag – Fernsehfilm – Regie: Konrad Swinarski 1963: Freunde wie Wölfe (als James) – Fernsehfilm – Regie: Heinz Schimmelpfennig 1968: Herr Kannt gibt sich die Ehre (als Herr Kannt) – Fernsehfilm – Regie: Frank Guthke 1969: Hals- und Beinbruch – Fernsehfilm – Regie: Ferry Olsen 1969: Zwischenmahlzeit, Unterhaltungssendung mit Gisela Schlüter (als er selbst) 1970: Der Tod des Deputierten Jean Jaurès (als Redakteur Dunois) – Regie: Frank Guthke 1973: Evarella – Regie: Werner Grassmann 1975: Eurogang; Folge: Die letzte Lieferung – Regie: Eberhard Pieper 1976: Krawatten für Olympia – Regie: Stefan Lukschy 1976: Feinde (als Jagodin) – Regie: Frank Guthke 1976: Ein Fall für Stein; Folge: Eine Nacht im Knast (als Vater) – Fernsehserie – Regie: Herbert Ballmann 1976: Das unwirkliche Ende des Siegfried Braun. Eine Detektiv-Geschichte in Rauschen des Korns (als Produzent) – Regie: Rainer Mathias Beck 1978: Die Eingeschlossenen – Fernsehfilm – Regie: Pinkas Braun 1979: St. Pauli-Landungsbrücken; Folge: Der Runner – Fernsehserie 1979: Ein Kapitel für sich – Fernseh-Mehrteiler – Regie: Eberhard Fechner 1980: Achtung Zoll!; Folge: Zwischenfall an der Grenze – Fernsehserie – Regie: Hermann Leitner 1981: Achtung Zoll!; Folge: Apoll – Regie: Hermann Leitner 1982: Wer spinnt denn da, Herr Doktor? (als Empfangschef) Regie: Stefan Lukschy 1983: Der Schnüffler (als Major Mahlke) – Regie: Ottokar Runze 1983: Keine Übung – Fernsehfilm – Regie: Trevor Peters 1985: Hallo Oma (als Pastor Remmer) – Fernsehserie – Regie: Manfred Seide 1986: Ein heikler Fall – Fernsehserie – Regie: Ottokar Runze 1989: Großstadtrevier; Folge: Ein ganz normaler Tag – Fernsehserie – Regie: Christian Görlitz 1989: Traffik (als Gerichtspräsident) – Fernseh-Mehrteiler 1990: Diese Drombuschs; Folge: Der falsche Weg (als Rechtsanwalt Kehlhausen) – Fernsehserie – Regie: Michael Meyer 1990: Das Geld liegt auf der Bank (Alfred Kühne) von Curth Flatow – Regie: Isolde Müller-Rinker (Aufzeichnung aus dem Theater am Kurfürstendamm) 1994: Nicht von schlechten Eltern; Folge: Reifeprüfung (als Erwin Schmidt) – Fernsehserie – Regie: Rainer Boldt 1995: Schlag weiter, kleines Kinderherz! (als Sebastians Vater) – Fernsehfilm – Regie: Michael Werlin 2000: Heimatgeschichten; Folge: O Tannenbaum (als Albert) – Fernsehserie – Regie: Karin Hercher 2001: Unser Charly; Folge: Bye Bye Andrea (als Herr Busche) – Fernsehserie – Regie: Karin Hercher 2001: Polizeiruf 110 – Seestück mit Mädchen (Fernsehreihe) – Regie: Helmut Förnbacher und Hans-Erich Viet 2002: Der Ermittler; Folge: Mädchenmord – Fernsehserie – Regie: Nils Willbrandt 2005: Urlaub vom Leben (als Herr Mahn) – Regie: Neele Vollmar
Nichtkommerzielle Hörspiele 1951: Jacobowsky und der Oberst (als Salomon) – Regie: Walter Knaus 1960: Simson Silverman (Stimme) – Regie: Ulrich Lauterbach 1961: Der Hofmeister (als Pätus) – Regie: Walter Knaus 1962: Die Jagd nach dem Täter (Folge: Der Dilettant) (Ein Herr, Hotelgast) – Regie: S. O. Wagner 1964: Schmutzige Hände (als Karl) – Regie: Joachim Hoene 1970: Überfall am hellichten Tag (als Kriminal-Assistent) – Regie: Heinz Dieter Köhler 1970: Auf Gedeih und Verderb (A la vie - à la mort) (als Maurice Mercey) – Regie: Rolf von Goth 1980: Zwischen den Akten (Mann) – Regie: Sylvia Molzer 1987: Unten die Stadt – Regie: Marianne Therstappen 1988: Die Maschine, die sprechen kann (als Hauptdarsteller) – 18-teiliges Hörspiel – Regie: Lothar Schluck 1990: Johannes – 15-teiliges Hörspiel – Regie: Lothar Schluck 1994: Im Zauberland (1. Marrane) – Hörspiel-Sechsteiler – Regie: Axel Fidelak, Paul Hartmann und Uta Beth 1998: Die Ahnung (als Concierge) – Regie: Irene Schuck
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Kurzbiographie und Foto
Einzelnachweise
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