mini|Das Regiment in Regensburg 1909 Das 2. Chevaulegers-Regiment „Taxis“ war ein von 1682 bis 1919 bestehender Kavallerieverband der Bayerischen Armee.

Geschichte Um das Militär zu Beginn der Regierungszeit des Kurfürsten Maximilian II. Emmanuel zu verstärken, wurde per Dekret am 29. Juni 1682 ein Kavallerieregiment aufgestellt. Dieses führte als erstes die Bezeichnung „Regiment zu Pferd Louis Marquis de Beauveau de Croan“. Dieses war das Stammregiment der 2. Chevaulegers. Mit den Regimentsinhabern wechselte das Regiment dann jeweils auch seinen Namen und wurde mehrfach umklassifiziert. Im Jahre 1691 wurde es zum Kürassierregiment, 1785 zum Reiterregiment, 1786 wieder zum Kürassierregiment, 1790 zum Dragonerregiment, am 29. April 1811 zum „2. Chevaulegers-Regiment Fürst von Thurn und Taxis“ und dann am 26. April 1848 zum „2. Chevaulegers-Regiment Taxis“.

Das Regiment wechselte in seiner Geschichte häufig die Standorte und lag so in: Dingolfing / Ried im Innkreis / Braunau am Inn / Ulm / Memmingen / Amberg / Wasserburg / Rosenheim / Neumarkt in der Oberpfalz / München / Ingolstadt / Neuötting / Landsberg am Lech / Speyer / Zweibrücken / Dillingen an der Donau / Regensburg

Regimentsinhaber war seit 1747 jeweils der regierende Fürst oder ein Prinz aus dem Hause Thurn und Taxis.

Truppenzugehörigkeit am 1. August 1914 III. Armee-Korps in Nürnberg Kommandierender General: General der Kavallerie Ludwig von Gebsattel 6. Division in Regensburg Kommandeur: Generalleutnant Maximilian von Höhn 6. Kavallerie-Brigade in Regensburg Kommandeur: Generalmajor Eduard Weigel Regimentsinhaber Albert, Fürst von Thurn und Taxis, Herzog zu Wörth und Donaustauf, Erbgeneralpostmeister, Kronoberpostmeister

Einsätze Das Regiment kämpfte in der Zeit zwischen 1683 und 1871 in insgesamt 45 Feldzügen und nahm am Ersten Weltkrieg teil.

Feldzüge gegen die Türken In der Zeit von 1683 bis 1688 war das Regiment sechsmal gegen die Türken eingesetzt.

Feldzüge gegen Frankreich Zwischen 1689 und 1696 kämpfte das Regiment gegen die Truppen von Ludwig XIV. Es stand am Rhein, im Piemont und den Niederlanden.

Spanischer Erbfolgekrieg Zwischen 1702 und 1714 kämpfte das Regiment auf französischer Seite in Süddeutschland und den Niederlanden.

Österreichischer Erbfolgekrieg Teilnahme an fünf Feldzügen gegen die Truppen der Erzherzogin Maria Theresia in der Zeit zwischen 1741 und 1748.

Napoleonische Kriege Bayern war Frankreich verpflichtet und musste diesem seine Truppen zur Verfügung stellen.

1805: Kämpfe gegen Österreich 1806/07: Kämpfe gegen Preußen und Russland 1809: gegen Österreich in Tirol 1812: gegen Russland – nach den Kämpfen bei Smolensk, Borodino und der Beresina war der Personalbestand des Regiments von 1346 auf 150 Mann gesunken.

Befreiungskriege Die Bayern kämpften in den Freiheitskriegen von 1813 bis 1815 in drei Feldzügen gegen Frankreich.

28. bis 30. Oktober 1813: Schlacht bei Hanau 5. Juli 1815: Einnahme von Châlons-sur-Marne Im November 1815 rückte das Regiment in Ansbach ein.

Deutscher Krieg Das Regiment kämpfte an der Tauber ohne größere Auswirkungen gegen preußische Truppen. Im September 1866 kehrte es in seine Garnison Ansbach zurück.

Deutsch-Französischer Krieg Das Regiment war als Divisionskavallerie im II. Armee-Korps eingesetzt. Es nahm am Vormarsch auf Weissenburg teil und stellte Patrouillen gegen Wörth ab. In der Schlacht bei Sedan war das Regiment als Bedeckung der Artillerie eingesetzt. Anschließend wurde es zum Belagerungsring um Paris kommandiert. Nach nur geringen Verlusten rückte der Verband am 5. Juli 1871 in seiner Garnison Bamberg ein.

Erster Weltkrieg Nach der Mobilmachung rückte das Regiment zum Grenzschutz nach Lothringen aus. Es nahm dann an der Schlacht in Lothringen teil und wurde danach in das Gebiet zwischen Maas und Mosel verlegt, wo es bis Mitte 1916 sowohl infanteristisch als auch kavalleristisch eingesetzt wurde. Am 17. Juli 1916 wurde der Regimentsverband aufgelöst und die Eskadronen auf die verschiedenen bayerische Divisionen aufgeteilt. Mit diesen nahmen sie an allen größeren Schlachten im Westen teil, so in der Schlacht um Verdun, der Schlacht an der Somme, der Schlacht bei Arras, der Dritten Flandernschlacht, der Großen Schlacht in Frankreich und den anschließenden schweren Abwehrkämpfen bis zum Kriegsende.

Die 1. Eskadron war vom April 1915 bis zum Juni 1916 der 11. Infanterie-Division zugeteilt und in dieser Zeit in Galizien, russisch Polen und Serbien eingesetzt.

Verbleib Nach dem Waffenstillstand von Compiègne rückte das Regiment im November 1918 in seiner Heimatgarnison ein, wurde demobilisiert und am 1. April 1919 aufgelöst. Die Tradition übernahm in der Reichswehr die 3. Eskadron des 17. (Bayerisches) Reiter-Regiments in Ansbach. In der Wehrmacht führte das Panzerregiment 25 in Bamberg die Tradition fort.

Kommandeure Bis 1872 wurde der Regimentskommandeur als Oberstkommandant bezeichnet. Dienstgrad Vorname, Name DatumJohann Wilhelm von Lüzelburg29. Juni 1682 bis 1. März 1685Karl Johann Lothar Weickel von Wackerstein1. März 1685 bis 1. November 1691Franz von Gabaleone1. November 1691 bis 15. Juni 1694Anton Kajetan von Arco15. Juni 1694 bis 15. November 1697Bartholomäus Graf von Costa15. November 1697 bis 1. Januar 1703Johann Christoph von Poth1. Januar 1703 bis 1. Januar 1707Johann Vinzenz de Bonaccorsi1. Januar 1707 bis 7. Februar 1722Jakob Kaspar Schön7. Februar 1722 bis 1. Februar 1724Bernard de Torri 1. Februar 1724 bis August 1739Ernst von Rechberg1. Oktober 1739 bis 1742Johann Anton von Weinberger1742 bis 1. August 1743Ludwig von Nyß1. August 1743 bis 6. Juli 1747Franz Xaver von Rechberg6. Juli 1747 bis 1. Juli 1754Franz August von Ingenheim1. Juli 1754 bis 1. Februar 1764Joseph Anton von Cabilliau1. Februar 1764 bis 1. Juli 1774Johann Maurus von Nyß1. Juli 1774 bis 1. Juli 1776Christian Quirin Hölzl1. Juli 1776 bis 12. Februar 1787Franz Xaver von Ingenheim12. Februar 1787 bis 1. April 1793Peter Hermann1. April 1793 bis 1. Mai 1793Vinzenz Nutius von Minucci 1. Mai 1793 bis 28. März 1800Peter Anton Zedtwitz28. März 1800 bis 4. November 1804Karl Friedrich August von Seydewitz4. November 1804 bis 28. Dezember 1808Ludwig von Bourscheidt28. Dezember 1808 bis 1. Mai 1814Maximilian von Zandt1. Mai 1814 bis 21. Februar 1816OberstKarl Theodor von Thurn und Taxis21. Februar 1816 bis 15. Juni 1830Franz von Hetzendorf15. Juni 1830 bis 30. Dezember 1836OberstKasimir von Gravenreuth30. Dezember 1836 bis 23. Dezember 1841Ludwig von Madroux 23. Dezember 1841 bis 31. März 1848Johann von Fels31. März 1848 bis 9. November 1849Alois Margreither9. November 1849 bis 30. Juni 1851Otto Vogt von Hunoltstein30. Juni 1851 bis 31. März 1855Emil von Stockum-Sternfels 31. März 1855 bis 22. Juni 1857Max von Nesselrode-Hugenpoet22. Juni 1857 bis 11. Januar 1863Oberstleutnant/OberstFriedrich Horadam 11. Januar 1865 bis 26. März 1871OberstleutnantKarl von Froberg-Montjoye27. März 1871 bis 25. Februar 1874Karl von Freyberg-Eisenberg 25. Februar 1874 bis 19. Oktober 1877Gustav von Horn19. Oktober 1877 bis 17. November 1886Alfred von Schönprunn17. November 1886 bis 23. November 1887OberstleutnantOtto von Feury auf Hilling23. November 1887 bis 25. November 1890Heinrich Sandner25. November 1890 bis 26. September 1892OberstleutnantEgon von Berchem26. September 1892 bis 30. März 1896Emil von Le Bret-Nucourt30. März 1896 bis 21. März 1900Franz Martin21. März 1900 bis 20. August 1905Wilhelm Walther von Walderstötten20. August 1905 bis 16. Oktober 1908Friedrich von Pfetten-Arnbach16. Oktober 1908 bis 26. März 1911Karl Zoeller26. März 1911 bis 22. Februar 1914MajorEduard Poschinger von Frauenau22. Februar 1914 bis 27. Januar 1915Kurt von Lepel27. Januar 1915 bis Kriegsende

Friedensuniform 1914 Waffenrock nach Art einer Ulanka aus stahlgrünem Tuch mit karmoisinrotem Stehkragen und schwedischen Aufschlägen. Die Achselklappen und Epaulettenfelder waren ebenfalls karmoisinrot. Die Knöpfe waren weißmetallen. Zur Parade konnte eine karmoisinrote Paraderabatte (eine Art Brustlatz) aufgeknöpft werden. Helm nach Art der schweren Reiter mit weißmetallenen Beschlägen. Zur Parade wurde die Spitze durch einen weißen Rosshaarbusch ersetzt. weißes Koppelzeug Stahlgrüne Reithose Stahlgrüne lange Hose mit breiten Streifen in der Abzeichenfarbe weiß-blaue Landskokarde an Helm und Mütze

Regimentsmusik Präsentiermarsch: Prinz-Eugen-Marsch von Andreas Leonhardt Parademarsch im Schritt: Taxis-Marsch von Christian Kolb (1849 dem Fürsten Karl Theodor von Thurn und Taxis gewidmet) Parademarsch im Trab: Pariser Einzugsmarsch von 1814 von Johann Heinrich Walch Parademarsch im Galopp: Galoppmarsch aus der Oper Das Nachtlager von Granada von Conradin Kreutzer

Siehe auch Liste der bayerischen Militärverbände

Literatur Konrad Krafft von Dellmensingen, Friedrichfranz Feeser: Das Bayernbuch vom Weltkriege 1914–1918. Chr. Belser AG Verlagsbuchhandlung. Stuttgart 1930. Rudolf von Kramer, Otto Freiherr von Waldenfels: Virtuti pro patria. Der königlich-bayerische Militär-Max-Joseph-Orden. Kriegstaten und Ehrenbuch. 1914–1918. Selbstverlag des Königlich-Bayerischer Militär-Max-Joseph-Orden. München 1966. Günter Wegner: Deutschlands Heere bis 1918. Ursprung und Entwicklung der einzelnen Formationen. Band 11: Bayern. Kavallerie, Artillerie, Technische Truppen. Biblio Verlag. Osnabrück 1984, ISBN 3-7648-1199-4. Bayerisches Kriegsarchiv: Erinnerungsblätter deutscher Regimenter. Bayerische Armee. Heft 26: Das k.b. 2 Chevauleger-Regiment Taxis. bearbeitet von Josef Obpacher. München 1926. Verlag Bayer. Kriegsarchiv. für den Buchhandel: Ludwig Rath. Buchhandlung Regensburg. Digitalisat der Württembergischen Landesbibliothek. Rosenbusch, Freiherr von Pöllnitz: Das Königlich Bayerische 2. Chevaulegers-Regiment „Taxis“. Max Huttler, München 1882.

Chevaulegersregiment 2 Chevaulegers 002 Kategorie:Militärischer Verband in den Koalitionskriegen Kategorie:Militärischer Verband im Deutsch-Französischen Krieg Bayern Chevaulegers #:2 Kategorie:Thurn und Taxis Kategorie:Gegründet 1682 Kategorie:Aufgelöst 1919