mini|Mojave National Preserve und andere Schutzgebiete in der Mojave-Wüste mini|Eingangsschild Die Mojave National Preserve ist ein Schutzgebiet des National Park Service im Osten des San Bernardino County im Bundesstaat Kalifornien.

Lage Die Preserve liegt im Nordosten des San Bernardino County in der Mojave-Wüste. Sie wird begrenzt von den Interstates 15 (im Norden) und 40 (im Süden), der Grenze zum Bundesstaat Nevada im Osten sowie den Bristol Mountains im Südwesten. Eine Exklave befindet sich in der Nähe von Mountain Pass nördlich des Interstate 15, hier befindet sich mit dem Clark Mountain () der höchste Punkt des Parks. Südlich Baker befindet sich mit rund der niedrigste Punkt des Parkgeländes, der höchste Punkt im Südteil des Parks befindet sich in den New York Mountains und erreicht . Vom Gelände der Mojave National Preserve werden die Providence Mountains State Recreation Area, die Mitchell Caverns Natural Preserve und die Granite Mountain Natural Preserve umschlossen, die durch das California Department of Parks and Recreation verwaltet werden. Im Osten grenzt das Castle Mountains National Monument an.

Geologie Die Mojave National Preserve ist ein geologisch äußerst vielfältiges Gebiet, was bereits für Laien sichtbar wird. Die Gebirgszüge, die den Park meist in Nordost-Südwest-Richtung durchziehen, bestehen aus alten proterozoischen Metamorphiten, Kalk- und Sandstein, die sich vor rund 500 Millionen Jahren vor der damaligen amerikanischen Westküste ablagerten sowie tertiären Vulkaniten. Vor etwa 245 Millionen Jahren begann die Subduktion der Farallon-Platte unter die Nordamerikanische Platte, was einerseits zu Gebirgsbildungen und zur Hebung der Region, andererseits auch zu verstärkter vulkanischer Aktivität führte. Ein Teil der Magmen blieb in der Erdkruste stecken und erstarrte zu Plutonen, wobei der größte Teil davon vor rund 90 Millionen Jahren (Unterkreide) gebildet wurde.

Mit der Entstehung der San-Andreas-Verwerfung vor rund 28 Millionen (Oligozän) Jahren veränderte sich die tektonische Situation in der Mojave. Die Region erfuhr eine starke Krustendehnung, bei der die alten Gesteine freigelegt wurden und die charakteristischen isolierten Gebirgszüge entstanden. Mit der Krustendehnung kam es auch zu verstärktem Vulkanismus. Vor 18.5 bis ca. 10 Millionen Jahren kam es z. B. in der Region um die Wood Mountains zu teilweise explosivem Vulkanismus. In diesen Vulkaniten sind die Erosionsformen des Hole-in-the-Wall-Canyon entstanden. Die jüngsten Lavaströme im Mojave National Preserve sind nur 16.000 Jahre alt und finden sich im Cima Volcanic Field.

Das heutige Erscheinungsbild der Mojave wurde unter anderem auch durch die eiszeitlichen Schmelzwasserseen geprägt, die vor rund 23.000 Jahren ihren Höchststand erreichten. Deren langsames Austrocknen hinterließ umfangreiche Playas, wie den Soda Lake. Aus diesen wurde loses Material, der Hauptwindrichtung aus Nordwesten folgend, zu Füßen der nächstgelegenen Gebirgszüge als äolisches Sediment abgelagert, wodurch u. a. die Kelso Dunes entstanden.

Klima Bedingt durch die Lage variiert das Klima stark und ist durch extreme Unterschiede sowohl im Lauf des Tages als auch im Jahresverlauf gekennzeichnet. Im Allgemeinen ist das Klima arid und winterkalt; die Niederschläge, die hauptsächlich in Form von Sommergewittern niedergehen, variieren zwischen 86 mm pro Jahr nahe Baker und 230 mm pro Jahr in den gebirgigen Regionen.

Winter In den Gipfellagen der Gebirge ist im Winter eine dauerhafte Schneedecke nicht ungewöhnlich, die Temperaturen fallen in den Gipfellagen bis auf rund −20 °C, in Tallagen beträgt die Minimaltemperatur −7 °C. Vereinzelt bringen Tiefdruckgebiete im pazifischen Nordwesten Regen und Schneefall, der Regenschatten der Sierra Nevada führt jedoch dazu, dass meist nur Wolken und Wind bis zur Mojave National Preserve vordringen. Die Tageshöchstwerte im Winter erreichen in geschützten Tallagen 27 °C.

Frühjahr Das Klima des Frühjahrs wird zu Beginn meist weiter durch Tiefdruckgebiete im Nordwesten der Vereinigten Staaten bestimmt, erst ab April nimmt dieser Einfluss ab; die Wahrscheinlichkeit von Niederschlägen sinkt ebenfalls. Bereits im Mai beträgt die Tagestemperatur mehr als 32 °C, vereinzelt werden rund 40 °C erreicht.

Sommer Der Sommer wird durch extreme Hitze und den nordamerikanischen Monsun bestimmt. Tageshöchsttemperaturen von rund 50 °C sind nicht ungewöhnlich. Die Kombination aus hohen Temperaturen, niedriger Luftfeuchtigkeit und niedrigem Luftdruck zieht feuchte Luftmassen vom Golf von Mexiko an, die Gewitter in den Wüsten des Südwestens erzeugen. Zwischen Mitte Juni und Anfang September können auf diese Weise schwere Gewitter auftreten.

Herbst Pazifische Tiefdrucksysteme sorgen für relativ ruhiges, angenehmes Wetter, die Temperaturen liegen zwischen 20 °C und 32 °C, der Oktober ist der Monat mit den niedrigsten Niederschlägen im Jahresverlauf.

Naturraum Durch die Unterschiede sowohl in Hinblick auf die Höhenlage als auch die Niederschlagsmenge lassen sich im Gebiet des Parks folgende Biotope unterscheiden: Kiefern-Wacholder-Wald (Pinyon Juniper Woodland) Josua-Palmlilien-Wald (Joshua Tree Woodland) Kakteen-Yucca-Buschland (Cactus Yucca Scrub) Düne (Desert Dunes) Kreosot-Buschland (Creosote Bush Scrub) Trockental (Desert Wash) Salztonebene (Salt Pan) Darüber hinaus sind in den regenreicheren Gebirgsregionen isolierte Wälder aus Kalifornischen Beifuß (Artemisia californica) und Blackbrush (Coleogyne ramosissima) vorhanden, insbesondere im nördlichen Teil des Parks liegen einige vegetationsarme Lavaströme.

Kiefern-Wacholder-Wald Charakterpflanzen dieses Biotops, die sich meist an den feuchteren Nordhängen in größerer Höhe finden lassen, sind: Utah-Wacholder (Juniperus osteosperma) Einsamiger Wacholder (Juniperus monosperma) Rocky-Mountain-Wacholder (Juniperus scopulorum) Kalifornischer Wacholder (Juniperus californica) Stein-Kiefer (Pinus edulis) Einblättrige Kiefer (Pinus monophylla) Wüsten-Beifuß (Artemisia tridentata) Menzies Goldbusch (Isocoma menziesii) Mojave-Feigenkaktus (Opuntia phaeacantha) Daneben sind verschiedene Arten von Castilleja (Indian Paintbrush) für offene Bereiche dieses Gebietes typisch.

Nahe den wenigen permanenten Wasserstellen lassen sich Dickhornschafe (Ovis canadensis) beobachten.

Josua-Palmlilien-Wald Dieses Biotop wirkt wesentlich artenärmer, da die namensgebende Palmlilien-Art ausgedehnte Bestände bildet. Diese Wälder erstrecken sich größtenteils in mittleren Lagen entlang sanft geneigter Hänge. Neben der Josua-Palmlilie (Yucca brevifolia) – der weltweit größte geschlossene Bestand dieser Art erstreckt sich rund um den Teutonia Peak am Cima Dome – sind die folgenden Arten für dieses Biotop typisch: Blaue Palmlilie (Yucca baccata) Mohave-Palmlilie (Yucca schidigera) Echinocereus triglochidiatus Senecio flaccidus Insbesondere während der Blüte der beiden letztgenannten Arten ist eine umfangreiche Insektenfauna anzutreffen, typische Arten der Fauna dieses Bereiches sind die Yucca-Nachtechse (Xantusia vigilis), der Scott-Trupial (Icterus parisorum) und der Buntfalke (Falco sparverius).

Kakteen-Yucca-Buschland Diese meist in mittleren Südlagen anzutreffenden Pflanzenbestände entsprechen der üblichen Vorstellung einer Wüste am ehesten, Säulenkakteen und niedrige Palmlilien bestimmen dieses Biotop. Relativ häufig sind Mojave-Klapperschlangen (Crotalus scutulatus) anzutreffen, die offene Landschaft ermöglicht die Beobachtung von Helmwachteln (Callipepla gambelii).

Düne Die über 200 Meter hohen Dünen westlich von Kelso entstehen durch Verwehungen von Sand aus dem Soda Lake, der Senke des Mojave River und aus Devils Playground am Fuße der Granite Mountains. Weite Bereiche dieses Biotops haben keine Pflanzenbedeckung, vereinzelt finden sich – insbesondere in Senken – verschiedene Arten von Nachtkerzen (Oenothera) und Prachtscharten (Liatris) sowie Wüsten-Wegwarte (Rafinesquia neomexicana), Rosafarbene Sandverbene (Abronia umbellata) sowie Indian Ricegrass (Oryzopsis hymenoides). Die Fauna präsentiert sich mit dem Mojave-Fransenfuß (Uma scoparia), der Seitenwinder-Klapperschlange (Crotalus cerastes), verschiedenen Arten der Kängururatten (Dipodomys) sowie deren wichtigsten Jäger, dem Kitfuchs (Vulpes velox).

Kreosotbuschland Der namengebende Kreosotbusch (Larrea tridentata) dominiert die Ebenen des Schutzgebiets, vereinzelt zeigen sich hier auch Cylindropuntia, Echinocereus, Sphaeralcea incana und Encelia farinosa. Dieses Biotop ist Heimat des Wegekuckuck (Geococcyx californianus) und der stark gefährdeten Kalifornischen Gopherschildkröte (Gopherus agassizii).

Trockental Täler, die nach den wenigen Regenfällen das abfließende Wasser aufnehmen, stellen das artenreichste Gebiet der Mojave National Preserve dar. Üblich für dieses Biotop sind tiefwurzelnde Pflanzen, die Ufer werden teilweise von Chilopsis linearis und Populus fremontii beschattet. Das stellenweise dichte Unterholz bilden Acacia greggii, Hymenoclea salsola, Atriplex canescens und Senecio barbertonicus. In den Kronen der Bäume parasiert die Wüsten-Mistel (Phoradendron californicum). Von den Früchten dieser Pflanze lebt der Trauerseidenschnäpper (Phainopepla nitens), daneben wird diese Zone nach Regenfällen von zahlreichen Zugvögeln (Finken, Pirole und Tangaren) genutzt. Nur nach Regenfällen kann die Rotpunktkröte (Bufo punctatus) beobachtet werden. Die Säugetiere sind unter anderem durch den Eselhasen (Lepus californicus) und den Kojoten (Canis latrans) vertreten.

Salztonebene Salztonebenen sind eine extrem lebensfeindliche Landschaftsform, nach Regenfällen bilden sich in ihnen periodische Seen, die einen teilweise extremen Salzgehalt aufweisen und nur durch angepasste Insekten und Krebstiere genutzt werden; zu dieser Zeit sammeln sich im Uferbereich Amphibien und Vögel, denen diese Wirbellosen als Nahrung dienen. Nach dem Trockenfallen dieser Gewässer halten sich keine Tiere längere Zeit in diesen Gebieten auf. Im Bereich der Mojave National Preserve befindet sich mit dem Soda Lake ein ausgedehntes Biotop dieser Art.

Menschliche Besiedlung und Geschichte

Indianer Erste Siedlungszeugnisse auf dem Gebiet der heutigen Mojave National Preserve sind etwa 10.000 bis 7000 Jahre alt und wurden hauptsächlich im Uferbereich des damals noch vorhandenen Lake Mojave gefunden. Da das Gebiet danach durch die fortschreitende Austrocknung und die nur noch saisonal vorhandene Möglichkeit der Bereitstellung ausreichender Nahrungsmittel für die permanente Besiedlung ungeeignet war, wurde das Gebiet durch nomadisierende Jäger und Sammler durchstreift. Trotz der zunehmenden Trockenheit führte vor etwa 4000 Jahren die Einführung neuer Technologien bei der Nahrungszubereitung und Nahrungsaufbewahrung zu einem Anwachsen der Bevölkerung; sie lebte von den Früchten der Kakteen, der Kiefern und des Wacholders und der Jagd auf Dickhornschafe, Eselhasen und andere Tiere. Im heute unter Schutz gestellten Gebiet befinden sich einige Quellen, welche die Versorgung mit Trinkwasser sicherstellten.

Erst nach der Zeitenwende begann mit der Einführung von Pfeil und Bogen sowie der Technologie der Töpferei ein neues Zeitalter, ab etwa 1200 verdrängten aus Nordwesten kommende Völker der Paiute und Schoschone die bisher hier ansässigen Mojave in das Tal des Colorado River. Die aus den San Bernardino Mountains stammenden Serrano besiedelten letztlich das Gebiet des Parks.

Europäische Erkundung