mini|Þórður Þorláksson mit seiner Frau Guðríður Gísladóttir auf dem Gemälde eines anonymen Malers von 1697 Þórður Þorláksson (deutsch Thordur Thorlaksson) (* 14. August 1637; † 17. März 1697 in Skálholt) war ein evangelischer Bischof von Skálholt im Süden von Island.

Er versah sein Amt von 1674 bis zu seinem Todestag.

Familie und Ausbildung Þórður Þorláksson war der Sohn von Þorlákur Skúlason, Bischof von Hólar. Daher ging er zunächst auf die renommierte Schule von Hólar. Auch er fuhr wie die meisten seiner evangelischen Amtsvorgänger später nach Dänemark und vollendete seine Studien an der Hochschule von Kopenhagen.

Nach einem Intermezzo in Island verfolgte er weitere Auslandsstudien ab 1663, zunächst auf den Hochschulen von RostockSiehe dazu den Eintrag der Immatrikulation von Þórður Þorláksson im Rostocker Matrikelportal und Wittenberg. Danach hielt er sich in Paris auf, in Belgien und Holland. Im Jahre 1669 findet man ihn in Stangerland in Norwegen.

Beruflicher Werdegang Von 1660 bis 1663 war er Rektor der Schule von Hólar.

1672 wurde er zum Bischof geweiht und übernahm das Amt in Skálholt von Brynjólfur Sveinsson.

Naturwissenschaftler Bischof Þórður war ein guter Musiker, aber besonders begeisterte er sich für die Naturwissenschaften, nicht zuletzt die Geografie und Agrarwissenschaften., abgerufen am 6. August 2010.

Auch er stellte sich in die Tradition anderer Bischöfe von Skálholtsiehe Oddur Einarsson, Gísli Oddsson, eine lateinischsprachige Beschreibung von Island zu veröffentlichen. Der Titel war Dissertatio chorographico-historica de Islandia. Das Traktat wurde 1666 in Wittemberg veröffentlicht. Des Weiteren zeichnete er Landkarten von Island und Grönland.

Zudem veranlasste er Versuchszüchtungen von Weizenarten in Skálholt.

Druckerei Er verfügte die Übersiedelung der bischöflichen Druckerei von Hólar nach Skálholt und ließ als erster in Island mittelalterliche Werke drucken, u. a. die erste gedruckte Ausgabe des Landnahmebuchs (1688). Auch soll er technische Neuerungen in der Druckerei eingeführt haben.

Ehe und Familie Seine Frau war Guðríður Gísladóttir (1651–1707).

Einer seiner Söhne wurde Bauer in Hlíðarendi, Fljótshlíð, dem durch die Njálssaga bekannten Hof.

Weblinks

Website von Skálholt (isländisch)

Einzelnachweise

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