Der Nesselbach ist ein Bach im nordöstlichen Baden-Württemberg von etwa sechs Kilometer Länge, der zwischen Bühlertann und Obersontheim von rechts in die mittlere Bühler mündet.

Geographie Quelle und Verlauf Der Nesselbach entspringt im östlichen Teil des Waldgebietes Hahnenberg, rund 1 km nordöstlich von Markertshofen und etwa ebensoweit westlich von Brunzenberg, beide Weiler der Gemeinde Frankenhardt. Seinen ersten knappen Kilometer fließt der Bach in einer sich stetig eintiefenden Waldschlucht in südsüdwestlicher Richtung bis zu einer Talspinne, ab der er dauerhaft in freier Flur verläuft. Hier nimmt er einige Hangbäche von dem sich in einem nördlichen Bogen um die Talspinne legenden Hahnenberg auf und kehrt sich nach Süden. Nach einem starken halben Kilometer erreicht er so die Mitte des Weilers Markertshofen, wo ihn in einer weiteren Talspinne die L 1066 quert. miniatur|links|Mündung des Schenkenbachs, auf dem Bild von rechts Noch einen Kilometer weiter im Süden erreicht ihn von links sein hier fast ebenso langer Zufluss Schenkenbach, der zwischen dem Birkhof und Vorderuhlberg (beide ebenfalls zu Frankenhardt) entsteht und in westlicher Richtung zustößt. Der vereinte Bach fließt dann in westsüdwestlicher Richtung weiter und nimmt schon einen Viertelkilometer talabwärts von links den Mailandbach auf. Dieser eilt in westnordwestlicher Richtung durch ein schmales Tal vom Ortsrand Frankenhardt-Hinteruhlbergs her. Nachdem die Bergwaldgebiete von Dörnich im Süden und Ebersberg im Norden die Nesselbachaue kurz auf nur etwa 300 m Breite eingeengt haben, tritt danach der Wald rechts des Bachlaufs etwa 1,5 km zurück vom Bachlauf, links etwas über 0,5 km bis zum Hangfuß des Buchenschnabs, miniatur|links|Feuchtgebiet am Bach aus dem oberen Lindich Aus der noch vor diesem gelegenen Flur Lindich fließt dem Bach ab hier nacheinander eine Reihe kürzerer Gewässer zu. Von rechts gegenüber erreicht ihn währenddessen der Birkelbach, sein mit 2,8 km längster Nebenbach, im Bereich der feuchten Niederung Schwarze Lache. In einer weiten Mulde und in seit zumindest dem Zufluss des Schenkenbachs begradigtem Kurs läuft er nun zwischen einem auf seinem flachen Talhang stehenden Aussiedlerhof erst rechts und dann links durch und erreicht dann die Feldwegbrücke des Tiefen Weges, ab wo sich sein Gepräge völlig ändert. Hier beginnt nämlich ein Abschnitt mit kleinteilig geschlungenen Wiesenmäandern. Und hat ihn bisher auf dem begradigten Abschnitt am Ufer nur recht junges und niedriges Gesträuch begleitet, so säumen nun alte Erlen sein Ufer, deren Wurzelstöcke seinen gewundenen Lauf sichtlich mit verursachen. Ab vielleicht zweihundert Meter vor der Mündung läuft er als natürlicher Dammfluss rechts etwas oberhalb des Muldentiefsten, durch das bei Hochstand die das Bachbett verlassenden Wässer auf kürzerem Weg der Bühler zueilen. Gegenüber einem aufgeforsteten Prallhang mündet er schließlich etwa 6,0 km unterhalb seiner Quelle von rechts und fast senkrecht in die Bühler.

Einzugsgebiet Der Nesselbach hat ein Einzugsgebiet von 12,5 km² Größe. Es hat ungefähr die Gestalt eines Dreiecks, dessen längste Seite seine Mündung an der Südwestecke mit der Südostecke nahe bei einem Kreisstraßendreieck bei Vorderuhlberg verbindet. Die dritte Ecke liegt im Norden im Bereich der Hochebene des Geschäufelten Sumpfes beim Frankenhardter Ort Spaichbühl.

An seine Nordostseite zwischen Spaichbühl im Norden und Vorderuhlberg im Südosten grenzt das Einzugsgebiet der Speltach und ihrer Nebengewässer an, auf einem kleinen Abschnitt danach auf der Hochebene zwischen Vorder- und Hinteruhlberg konkurriert im Süden die Blinde Rot, überall sonst entwässern jenseits der Wasserscheide Bühlerzuflüsse oder die Bühler selbst. Gleich westlich der Hochebene bei Hinteruhlberg verläuft die Grenze lange zum Einzugsgebiet des Bühlertanner Bühlerzuflusses Dammbach am Nordrand eines Höhenrückens, der sich von den Vetterhöfen bis nach Bühlertann zieht, und knickt dann vor dessen Westabfall zur Mündung ab. Von dort klettert die Grenze nordöstlich den Bühlerhang hoch, führt dann östlich um den Tagebau am ehemaligen Obersontheimer Heerberg herum und folgt danach in weniger als 0,3 km Abstand im Westen bergwärts dem Birkelbach. In diesem Abschnitt entwässern jenseits der Wasserscheide die kurzen Gewässer Speckbach und dann Hambach zur Bühler. Auf dem Reststück der Grenze, die sich nach Queren der Hochebene des Hahnenberges auf dem Geschäufelten Sumpf schließt, fließen die Niederschläge jenseits der Wasserscheide im Nordwesten über deren Nebenfluss Lanzenbach der Bühler zu.

Zuflüsse und Seen Liste der Zuflüsse und 10px Seen von der Quelle zur Mündung.

Ursprung des Nesselbachs auf etwa ca. 1 km nordöstlich der Markertshofener Ortsmitte, am Übergang des Hahnenbergwaldes in den östlich davon gelegenen Kammerforst.

(Nördlicher Quellarm), von rechts, ca. 0,2 km. Etwa gleich lang wie der offizielle Oberlauf. Sauklingenbach, von rechts wenig östlich der Flurgrenze, ca. 0,4 km. Aus einer Klinge östlich der Forsthütte mit Winterfutterwiese auf dem Hahnenberg. Hahnenbach, von rechts auf in der Talspinne nördlich von Markertshofen, 0,8 km. Entspringt wenig nordnordöstlich der Hahnenberg-Forsthütte in einer übermannshohen Lehmrinne und durchläuft am oberen Hang einen kleinen Klingenweiher. Früher gab es am Hang der Lehmrinne ein Quellrohr, an dem die Forstleute Trinkwasser fassten. (Wiesengerinne), von links kurz vor der Mündung, ca. 0,1 km. Häfnerbach, von rechts wenige Schritte nach dem Hahnenbach, 0,8 km. Entsteht im Westen am Südostabhang des Hahnenberges. (Bach aus der Hundsklinge), von rechts im nördlichen Markertshofen, ca. 0,7 km. Im Ortsbereich verdolt. Rötelsbach, von links nahe der Ortsmitte von Markertshofen, 1,7 km. Entsteht am Nordwestrand einer Waldwiese an der Straße nach Frankenhardt-Gründelhardt. Fließt im beginnenden Wald westlich der Wiese durch einen durchstochenen Seedamm, speist halben Wegs nach Austritt aus dem Wald Fischteiche, im Ortsbereich verdolt. (Nördlicher Quellast), von rechts, ca. 0,2 km. Entsteht nahe dem Waldweg zwischen der Waldwiese und dem Kammerforst. Klingenteichbach, von links kurz vor der Mündung, ca. 0,7 km. Entsteht in der Klinge östlich von Markertshofen, durch welche die Talsteige der L 1066 aus Gründelhardt in den Weiler zieht, nahe einem alten Schilfsandsteinbruch im wenig aufwärts einsetzenden Wald Mörder. Fließt in der Klinge, in welcher Auffüllungen erkennbar sind, teilweise schon unterirdisch. In Markertshofen verdolt. miniatur|rechts|Am hinteren Schenkensee liegt auf einer Halbinsel der Burgstall bei den Schenkenseen miniatur|rechts|Renaturierter Wiesenlauf des Schenkenbachs vor seiner Mündung Schenkenbach, von links und Osten auf kurz vor der Markertshofener Kläranlage, 2,7 km und 2,3 km². Ursprung auf etwa wenig westlich der Steige der K 2637 von Birkhof nach Vorderuhlberg hinauf. (Klingenbach vom westlichen Höllberg herab), von links und Südosten auf etwa , ca. 0,2 km und ca. 0,4 km². Entsteht auf etwa am westlichen Höllberg. class=noviewer|10px Durchfließt auf etwa den Hinteren Schenkensee, 0,5 ha. (Klingenbach vom Mörder herab), von rechts und Nordnordosten auf etwa gleich nach dem vorigen, ca. 0,3 km und unter 0,1 km². Entsteht auf etwa am Mittelhang des Mörders. Durchläuft den durchstochenen Seedamm eines früheren mittleren Schenkensees. class=noviewer|10px Durchfließt auf etwa den Vorderen Schenkensee, über 0,2 ha. (Klingenbach von den Hochwiesen herab), von links und Südosten auf etwa gleich nach dem vorigen, ca. 0,5 km und über 0,1 km². Entsteht auf etwa am westlichen Höllberg. (Hangbach vom Schmiedberg herab), von links und Westsüdwesten auf etwa , ca. 0,1 km und deutlich unter 0,1 km². Entsteht auf etwa am Hang des Schmiedbergs. Mailandbach, von links auf etwa kurz nach der Markertshofener Kläranlage, 1,7 km und 0,8 km². Ursprung auf etwa am Beginn einer bald steilen Klinge, die nahe der Filialkirche zur Unbefleckten Empfängnis von Hinteruhlberg einsetzt; im unteren Teil der Klinge verläuft am Rand einer langen und schmalen Wiesenzunge der Forstweg Bühlertann-Vetterhöfe–Markertshofen. Himmelreichbach, von links gegenüber dem Ebersberg, ca. 1,0 km. Entsteht beim Einzelhof Himmelreich am Hang unter den Vetterhöfen. (Bach aus dem Oberen Lindich), von links, ca. 0,5 km. (Bach aus dem Unteren Lindich), von links, ca. 0,4 km. Birkelbach, von rechts auf an der Schwarzen Lache, 2,8 km. Entsteht nahe einem Restbestand von Wellingtonien an einem rechten Abzweig des Höhenwaldwegs durchs Gewann Häfnersteige, der neben seiner bald steilen Klinge westwärts zu Tale läuft. Bach und Weg kehren sich dann nach weniger als einem Kilometer abrupt in südöstliche Richtung. miniatur|rechts|Das Feuchtgebiet Buchenschnäue liegt in einer Gipskeuper-Mulde Bräunlinsbach, von rechts auf wenig südöstlich eines Obersontheimer Aussiedlerhofes im Hürleswasen, ca. 0,9 km und ca. 0,4 km². Entsteht in den feuchten Wiesen der Obersontheimer Gemarkung BräunlinshausenName einer Wüstung neben der L 1066 und passiert am Aussiedlerhof eine kleine Brunnenanlage für Wanderer. (Bach aus der Gehrenklinge), von links wenig nordöstlich des Neuhofs, ca. 0,5 km. Entwässert u. a. das oberflächlich abflusslose Feuchtgebiet Buchenschnäue zu Füßen des Hangwaldes Buchenschnab (vor Ort üblicher Name, auf der Karte Buchenschnäue), eine krautige kleine Mulde in einer Gipskeupersenke, die unter Schutz steht. Neuhofbach, von links beim Neuhof, 0,4 km. Entsteht am Fuß der Steige in die Buchenschnäue. (Wiesenrinne), von links wenig unterhalb der Nesselbachbrücke des Tiefen Weges vom Neuhof nach Obersontheim, ca. 0,3 km lang. Entsteht nahe dem Westrand des Waldes Buchenschnab am nordwestlichen Hangfuß des Bühlertanner Weinbergs in Fortsetzung einer meist trockenen Lehmrinne am oberen Hangknick und einer Wiesenmulde darunter. (Entwässerungsgraben zu Füßen des Grübig), von rechts kurz vor der Nesselbachmündung nach Parallellauf, ca. 0,2 km.In der Natur angetroffen, aber in keiner der Quellen.

Mündung des Nesselbachs auf wenig unter von rechts und zuletzt Osten zwischen deren Taldörfern Bühlertann und Obersontheim in die Bühler. Der Nesselbach ist 6,0 km lang, hat ein mittleres Sohlgefälle von etwa 20 ‰ und ein Einzugsgebiet von 12,5 km².

Ortschaften Der Weiler Markertshofen ist die einzige Ortschaft, die am Ufer des Nesselbachs oder eines seiner Zuflüsse liegt. Der ebenfalls Frankenhardter Ort Hinteruhlberg liegt im Süden gerade noch im Einzugsgebiet, von diesen abgesehen beschränkt sich dessen Besiedlung auf das Bühlertanner Einzelhaus Himmelreich und zwei Obersontheimer Aussiedlerhöfe. Vom Bachlauf wie vom Einzugsgebiet liegt der größte Teil auf dem Gebiet der Gemeinde Frankenhardt, ein kleinerer gehört zu Obersontheim, die Grenze verläuft im Norden am oder auf dem Berg- und Hügelrücken, der oberes Nesselbach- und Birkelbachtal trennt, und im Süden längs der östlichen oberen Hangkante des Mailandbachtals. Ein deutlich kleinerer Teil des Einzugsgebietes gehört zu Bühlertann, er liegt am Südrand und reicht auf weniger als einem Kilometer Länge vor der Mündung von links bis an den Unterlauf.

Geologie miniatur|rechts|Alter Schilfsandsteinbruch in der Mörderklinge (oberer Schenkenbach) miniatur|rechts|Die beackerte Ebene westlich über Markertshofen liegt auf der Corbula-Bank des Gipskeupers, die sich zum Ostrand hin absenkende Schicht bricht an einer Terrassierung ab