mini|hochkant|Dragan Čović (2026) Dragan Čović (* 20. August 1956 in Mostar, Jugoslawien) ist ein Politiker der Kroaten in Bosnien und Herzegowina (HDZ-BiH).
Biographie Dragan Čović wurde als Kind der Eltern Mara und Franjo geboren. In Mostar wohnt er mit seiner Frau Bernadica. Mit dieser hat er zwei Töchter, Sanja und Daniela. Er diplomierte im Jahr 1979, magistrierte 1989 an der Fakultät des Maschinenbaus in Mostar und doktorierte 1996 an der Universität Mostar.
Nach seinem Studium der Ingenieurwissenschaften an den Universitäten Mostar und Sarajevo arbeitete er beim jugoslawischen Flugzeughersteller SOKO und war von 1992 bis 1998 dessen Generaldirektor. Von 1998 bis 2001 war er Vizepremier und Finanzminister der Föderation Bosnien und Herzegowina. 2002 wurde er als kroatischer Vertreter in das Staatspräsidiums von Bosnien und Herzegowina gewählt. Dort übernahm er vom 2. bis 10. April 2003 und vom 27. Juni 2003 bis 28. Februar 2004 jeweils den Vorsitz im Staatspräsidium.
2005 wurde er erneut turnusmäßig für acht Monate als Vorsitzender des Staatspräsidiums gewählt, jedoch am 29. Mai 2005 aus dem Präsidium ausgeschlossen wegen Vorwürfen des Missbrauches seiner Position. Seit 2005 ist er Vorsitzender der Partei Kroatische Demokratische Union in Bosnien und Herzegowina, der er seit 1994 angehört. 2014 wurde er erneut als kroatisches Mitglied in das Staatspräsidium von Bosnien und Herzegowina gewählt. Vom 17. Juli 2015 bis 17. März 2016 und 17. Juli 2017 bis 17. März 2018 war er wieder turnusmäßig Vorsitzender des Staatspräsidiums. Während seiner Zeit als Vorsitzender des Staatspräsidiums hat Dragan Čović am 15. Februar 2016 den Antrag Bosnien-Herzegowinas zum Beitritt in die Europäische Union eingereicht. Anschließend hat der Rat der Europäischen Union beschlossen, das Beitrittsverfahren nach Artikel 49 des Vertrags über die Europäische Union einzuleiten.
Bei den Wahlen 2018 unterlag er seinem Rivalen Željko Komšić.
Kontroversen 2005 wurde Čović als Finanzminister der Föderation Bosnien und Herzegowina beschuldigt, Bestechungsgelder von dem Unternehmen Ivanković-Lijanović angenommen zu haben, um den Erlass von Zollabgaben in Höhe von fast 30 Millionen Konvertiblen Mark (rund 15 Millionen Euro) zu ermöglichen. 2006 beging der ehemalige Leiter einer Abteilung der Zollverwaltung Mostar, Gojko Mandić, der als Zeuge der Staatsanwaltschaft aussagen sollte, Suizid. Im November 2006 wurde Čović in erster Instanz zu fünf Jahren Haft verurteilt. Im folgenden Monat wurde eine weitere Anklage gegen ihn erhoben. Nach zwei Verfahren vor dem Obersten Gericht der Föderation wurde er 2013 von allen Anklagepunkten freigesprochen.
2010 wurde er beschuldigt, als Finanzminister 7,8 Millionen Konvertible Mark (rund 3,9 Millionen Euro) zweckwidrig verwendet zu haben. 2011 wurde er in diesem Verfahren freigesprochen.
Ebenfalls 2010 erhob das Kantonsgericht Herzegowina-Neretva Anklage gegen ihn wegen seiner Tätigkeit als Mitglied des Vorstands der Hrvatska pošta i telekom (HPT). Ihm wurde vorgeworfen, drei Unternehmen den Erwerb der Mehrheitsbeteiligung an HT Eronet, dem profitabelsten Telekommunikationsunternehmen innerhalb der HPT, ermöglicht zu haben. Das Verfahren wurde 2013 wegen Verjährung eingestellt.
Literatur
Weblinks
https://web.archive.org/web/20160625074736/http://www.hdzbih.org/predsjednik-s57 Darstellung auf der Seite des Center for Investigative Reporting - CIN (bosnisch)
Einzelnachweise
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