Die Lindenberg-Medaille ist eine Auszeichnung für außergewöhnliche Leistungen auf dem Gebiet der philatelistischen Forschung beziehungsweise Literatur.Lindenberg-Medaille. In: Wolfram Grallert: Lexikon der Philatelie. 2. Auflage. Phil*Creativ GmbH, Schwalmtal 2007, ISBN 978-3-932198-38-0, Seite 226 Sie ist eine der weltweit bedeutendsten Preise auf diesem Gebiet. Manchmal wird sie sogar als „Nobelpreis der Philatelisten“ bezeichnet.Horst Hille: Pioniere der Philatelie. Verlag Phil Creativ, Schwalmtal 1995, ISBN 3-928277-17-0, Seite 11
Der „Berliner Philatelisten-Klub“ benannte die Medaille nach dessen ehemaligen Vorsitzenden Carl Lindenberg und stiftete sie ab 1905 zu seinen Ehren. Den ursprünglichen Prägestempel fertigte der herzoglich-sächsischen Hofmedailleur Max von Kawaczynski an.Geschichte des Berliner Philatelisten-Klubs, abgerufen am 5. August 2010Lindenberg-Medaille. In: Grosses Lexikon der Philatelie. 1. Aufl. Albert Kürzl Verlag, München 1923, Seite 422 f Wegen des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs gaben Castle, Evans, BaconCarlrichard Brühl: Geschichte der Philatelie. Band 2, Olms, Hildesheim 1985, ISBN 3-487-07618-7, Seite 1130Wolfgang Maassen: Von ersten Alben und Katalogen zu Verlagen von Weltrang, Verlag: Phil Creativ, Schwalmtal 2010, ISBN 978-3-932198-87-8, S. 127 und auch Hanciau ihre Medaillen zurück. Zwischen 1906 und 1943 verlieh sie der Klub an 30 Philatelisten.
Revers der Medaille war der Zweck der Ehrung in Großbuchstaben angegeben: „Für Hervorragende Dienste auf dem Gebiet der Philatelie“ und als Stifter der „Berliner Philatelisten Club eV“. Rund um das abgebildete Stadtwappen Berlins, ein Bär mit heraldischer Mauerkrone, wie es von 1883 bis 1920 verwendet wurde, stand ein Ehrenkranz. Darüber befand sich das heraldische Symbol für Klugheit und Weisheit, die Eule. Sie saß auf einem aufgeschlagenen Buch (Katalog oder Album). Da Ganze war geschmückt mit Zweigen einer Eiche, wohl als Sinnbild für Beständigkeit der Briefmarken-Sammelnden. Das Datum „16.1.1888“ im Medaillenbild verwies auf die Gründung des „Berliner Philatelisten-Klub“ durch den Richter Carl Lindenberg (Avers). Unterhalb des Wortes „VERLIEHEN“ ließ der Künstler Raum für eine Ergänzung und gravierte zusätzlich am Medaillenrand seinen eigenen Vor- und Zunamen in Schreibschrift sehr klein ein.
Der Prägestempel wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört, dadurch vergab der Verein diese Ehrung für eine längere Zeit nicht mehr.
Seit 1981 wird die Auszeichnung vom „Berliner Philatelisten-Klub“ erneut verliehen. Den neuen Prägestempel ließ der Klub mit Hilfe der Originalmedaille von Dr. Emilio Diena nachmachen.
Preisträger
Jahr Preisträger Land/Zuordnung 1906 Emilio Diena Italien 1906 Jacques Legrand Frankreich 1906 Edward Denny Bacon England 1906 Theodor Haas Deutschland 1907 Louis Hanciau Belgien 1908 Edward Benjamin Evans England 1909 Hans Kropf Österreich-Ungarn 1909 Marcellus Purnell CastleCastle war vermutlich der erste, der den Preis als „Nobelpreis der Philatelisten“ bezeichnete. Vgl. Deutschlands erster Philatelist. In: Deutsche Briefmarken-Zeitung, Nr. 4/1920 vom 26. April 1920, Seite 49 bis 51. England 1910 Pierre Mahé Frankreich 1911 Franz Kalckhoff Deutschland 1912 Axel Baron de Reuterskiold Schweden/Schweiz 1913 Victor Suppantschitsch Österreich-Ungarn 1914 José Marcó del Pont Argentinien 1920 Arthur Ernst Glasewald Deutschland 1923 Paul Ohrt Deutschland 1924 Hugo Griebert Großbritannien 1925 Herbert Munk Deutschland 1926 Charles Lathrop Pack USA 1928 Hugo Krötzsch Deutschland 1930 Jean-Baptiste Robert Niederlande 1931 Walter Dorning Beckton England 1932 Carroll Chase USA 1933 Siegfried Ascher Deutschland 1934 Thomas William Hall Großbritannien 1935 Carl Schmidt Deutschland 1936 Eugen Derocco Jugoslawien 1937 Tracey Woodward Großbritannien 1938 August Dietz USA 1939 Erich Stenger Deutschland 1943 Nils Strandell Schweden 1981 John Robert Boker, Junior USA 1981 Carlrichard Brühl Deutschland 1981 León Dubus Frankreich 1981 Soichi Ichida Japan 1981 Robson Lowe Großbritannien 1981 Eduard Peschl Deutschland 1982 Herbert J. Bloch USA 1982 Hans Grobe Deutschland 1983 Ronald A. G. Lee Großbritannien 1983 Joseph Schatzkès Frankreich 1984 Enzo Diena Italien 1985 Horst Aisslinger Deutschland 1986 Hermann Branz Deutschland 1987 Bernard A. Hennig Deutschland 1988 Horst G. Dietrich Deutschland 1988 John B. Marriott Großbritannien 1988 Arthur Salm Deutschland 1993 Hans Hunziker Schweiz 1999 Wolfgang Diesner Deutschland 1999 Edgar Kuphal Deutschland 2003 Jane Moubray, abgerufen am 27. Januar 2013. Großbritannien 2003 Fritz Heimbüchler Deutschland 2003 Rolf-Dieter Jaretzky Deutschland 2007 Heinz Jaeger, abgerufen am 27. Januar 2013. Deutschland 2007 Wolfgang C. HellriglWolfgang Maaßen: Wer ist wer in der Philatelie? 3. Auflage, Band 2: E–H. Phil*Creativ, Schwalmtal 2017, ISBN 978-3-932198-96-0, S. 279. Österreich 2007 Peter Koegel Deutschland 2008 James Van der Linden, abgerufen am 30. Juni 2014. Belgien 2008 Paolo Vollmeier, abgerufen am 8. Februar 2012. Schweiz 2009 Renate und Christian Springer Deutschland 2010 Friedrich Nölke Deutschland 2011 Patrick PearsonDeutsche Briefmarken-Revue, Ausgabe Nr. 4/2013, S. 74; siehe auch . Großbritannien 2012 Wolfgang Maassen Deutschland 2013 Robert P. Odenweller USA 2013 Kees Adema Niederlande 2015 Arnim Knapp Deutschland 2016 Leo de Clercq Belgien 2017 Wolfgang Bauer Deutschland 2018 Karlfried Krauß Deutschland 2018 Karl-Albert Louis Deutschland 2019 Cheryl Ganz USA 2020 Hans-Joachim Holz Deutschland 2021 Tomas Bjäringer Schweden 2022 Andreas Hahn Deutschland 2023 Patrick Maselis Belgien
Literatur Carlrichard Brühl: Geschichte der Philatelie. Band 2, Olms, Hildesheim 1985, ISBN 3-487-07618-7, Seite 1127 ff Neue Stiftung der Lindenberg-Medaille. In: Sammlerdienst Nr. 16/1980, S. 1132 Die Lindenberg-Medaille: Werden und Vergehen der höchsten deutschen philatelistischen Auszeichnung. In: Die Lupe (Sammler-Lupe), 3. Jahrgang, Nr. 33/34, 2. Oktoberausgabe 1948
Einzelnachweise, Anmerkungen
Kategorie:Philatelistische Auszeichnung Kategorie:Erstverleihung 1906