Björn Schwentker (* 1973) ist ein deutscher Wissenschafts- und Datenjournalist, Blogger, freier Autor für Radio-, Print- und Online-Medien.

Studium und Werdegang Björn Schwentker studierte Volkswirtschaftslehre und Physik an der Universität Bonn, der University of Portsmouth und der Universität Münster, wo er das Studium mit dem Diplom in Physik abschloss. Er studierte Wissenschaftsjournalismus in einem Aufbaustudiengang an der FU Berlin., Berufsverband WPK - Die Wissenschaftsjournalisten

Zu seinem beruflichen Werdegang gehören u. a. Tätigkeiten als freier Wissenschaftsjournalist, Redakteur und Leiter des Ressorts Wissen bei der Online-Redaktion von „Die Zeit“ und Lehrbeauftragter für Wissenschaftskommunikation an der Georg-August-Universität Göttingen.

Seit Oktober 2008 ist er Freiberufler: er ist als freier Journalist tätig, u. a. seit August 2009 freier Mitarbeiter des Max-Planck-Institut für demografische Forschung.

Beiträge Schwentkers erschienen bei Online- und Print-Medien, darunter viele Artikel, Kommentare und Interviews bei „Die Zeit“ und Zeit Online, und bei Deutschlandradio, Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur,Siehe sowie Beiträge bei u. a. Der SpiegelSuchergebnisse bei spiegel.de, aufgerufen 21. Februar 2014 und der FAZ.Suchergebnisse bei faz.de, aufgerufen 21. Februar 2014 Zu seinen Arbeitsschwerpunkten gehören die Bereiche Politik und Wissenschaft, mit besonderem Schwerpunkt auf Demografie und Datenjournalismus.

Beiträge zur Debatte um die Demografie Im Oktober 2005 erregte sein Beitrag „Die Zeit“ Aufmerksamkeit, in dem er wissenschaftliche Hintergründe zu einer medienwirksam gewordenen Meldung darstelle, der zufolge in Deutschland 40 % der Akademikerinnen kinderlos blieben, welche auf einer Analyse von Mikrozensus-Daten basierte.Klaus-Jürgen Duschek, Heike Wirth: . Eine Kohortenanalyse der Mikrozensen 1987 bis 2003, in: Wirtschaft und Statistik 8/2005, S. 800–820 Schwentker erklärte die Aussage für falsch und stellte sie als eine Folge mangelnder Daten dar. Im Juni 2006 verfasste er eine weit beachtete Serie von Artikeln in „Die Zeit“ zum Thema Demografie. Schwentkers wissenschaftsjournalistische Aufbereitung stellte eine zuvor in den Medien verbreitete und politisch aufgegriffene Negativprognose zur demographischen Entwicklung Deutschlands grundlegend in Frage.Sybilla Nikolow. Review of Brunner, José, Demographie - Demokratie - Geschichte: Deutschland und Israel and Ehmer, Josef; Lausecker, Werner; Pinwinkler, Alexander, Bevölkerungskonstruktionen in Geschichte, Sozialwissenschaften und Politiken des 20. Jahrhunderts and Etzemüller, Thomas, Ein ewigwährender Untergang: Der apokalyptische Bevölkerungsdiskurs im 20. Jahrhundert. H-Soz-u-Kult, H-Net Reviews, Oktober 2008 - online Die Erhebungsmethode des Mikrozensus wurde später geändert, um präzisere Aussagen zur tatsächlichen Kohortenkinderlosigkeit treffen zu können.Ende einer Diskriminierung. Der Streit um die wahre Zahl kinderloser Akademikerinnen steht vor dem Aus - denn endlich soll sie korrekt erhoben werden: Der Bundestag hat am Donnerstag zwei Statistikgesetze geändert. Das könnte sogar die Bevölkerungsprognosen ändern., Zeit Online, 6. Juli 2007 (Version vom 11. Juli 2007) - online

Auch in anderen Beiträgen identifizierte Schwentker anhand eigener Datenanalysen bestimmte Interpretationen demografischer Daten und darauf beruhende Schlüsse als falsch. So erklärte er 2011, es „übertreffen sich die Medien darin, unhinterfragt die Falschmeldung zu verbreiten, die Lebenserwartung von Geringverdienern sei seit 2001 gesunken“, und fügte Analysen weiterer Daten der Deutschen Rentenversicherung als Unterfütterung seiner Aussage an. Immer wieder unterstreicht er die Bedeutung eines professionellen Datenjournalismus für die politische Debatte. Speziell auf die Demografie bezogen wendet er sich gegen eine „Demografisierung“ im Sinne einer Instrumentalisierung des demografischen Wandels zur Durchsetzung von Interessen. Den demografischen Wandel und vor allem die längere Lebenserwartung begreift Schwentker dabei vor allem als eine Chance für die Gesellschaft.

Seit 2013 begleitet er für Spiegel online das Thema des Widerstands (vor allem der Gemeinden) gegen die Volkszählung 2011 (Zensus 2011).

Auszeichnungen Schwentker erhielt im Juni 2008 den ersten Peter Hans Hofschneider Recherchepreis für Wissenschafts- und Medizinjournalismus für seine Beiträge über Demografie und für eine Rechercheskizze zur zivilen Sicherheitsforschung. Die Jury berücksichtigte dabei, dass Schwentker in seinen Beiträgen gezeigt habe, „dass viele verbreitete Informationen zur demografischen Entwicklung fragwürdig oder gar falsch“ seien.

Weblinks Demografie-Blog von Björn Schwentker Björn Schwentker bei Freischreiber (Berufsverband für Journalistinnen und Journalisten)

Einzelnachweise allgemein

Beiträge Björn Schwentkers in der Serie zur Demografie in vier Folgen, „Die Zeit“: Deutschland ohne Kinder?Der Ernährer hat ausgedient. In Deutschland werden traditionelle Familienbilder gehätschelt und Frauen noch immer diskriminiert. Wo aber keine Gleichberechtigung der Geschlechter herrscht, kommen auch weniger Kinder zur Welt, Zeit Online, 29. Juni 2006 (Versionsdatum 9. Juni 2008) - online Jede hat einen guten Grund. Ökonomen und Soziologen untersuchen, warum sich Frauen in Deutschland nicht öfter fürs Kinderkriegen entscheiden, Zeit Online, 22. Juni 2006 (Version 9. Juni 2008) - online Pokerspiele an der Wiege. Akademikerinnen sind im Gebärstreik? Nein. Die Statistik ist fehlerhaft. Und der Bundesrat verhindert exakte Erhebungen, Zeit Online, 14. Juni 2006 (Version 9. Juni 2008) - online Aussterben abgesagt. Deutschland hat die Demografie entdeckt – und mit ihr die demografische Katastrophe. Viele Forscher sehen gar keinen Grund zur Aufregung, Zeit Online, 8. Juni 2006 (Version 9. Juni 2008) - online

Weitere Beiträge Björn Schwentkers zur DemografieDie Ökonomie des Familienglücks, Der Freitag, 11. November 2010 - online Formeln für den Wandel. Axel Börsch-Supan rechnet vor, warum die alternde Gesellschaft ökonomisch nicht zusammenbrechen muss, Die Zeit, 12. März 2009 Nr. 12 (Zeit Online-Version 28. September 2009) - online Republik der Untoten. Durch Karteileichen und Doppeltzählungen liegt die deutsche Bevölkerungsstatistik um Millionen daneben. Das führt zu gefährlichen Fehlschlüssen, Zeit Online, November 2008 (Version 14. November 2008) - online Schluss mit dem Drama! Medienwirksam stellt das Berlin-Institut eine plakative Datensammlung zur Entwicklung Europas vor. Seriöse Politikberatung ist das nicht. Ein Kommentar, Zeit Online, August 2008 (Version 28. September 2009) - online Und sie bewegt sich doch. Die Zahl der Kinder pro Frau steigt, so verheißen es die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Kommt jetzt der neue Babyboom?, Zeit Online, 20. August 2008 (Version 28. September 2009) - online Demografie der Armut. Die Weltbevölkerung wird trotz sinkender Geburtenraten weiter wachsen, so eine neue UN-Prognose. Dies hat auch zur Folge, dass es immer mehr Arme geben wird, Zeit Online, März 2007 (Version 28. September 2009) - online “Rentenalter abschaffen!” Die Gewerkschaften protestieren gegen die Rente mit 67. Ist das der richtige Weg, der Alterung der Gesellschaft zu begegnen? Der Forscher James Vaupel hat weit radikalere Vorschläge. Ein Gespräch, Zeit Online, 1. März 2007 - online Schwarzmalen nach Zahlen. Deutschland entvölkert sich, sagen die Statistiker. Doch unter leicht veränderten Annahmen kommt man zu ganz anderen Ergebnissen. Ein Kommentar, Zeit Online, 7. November 2006 (Version 5. Juli 2007) - online 40 Prozent kinderlose Akademikerinnen? Michaela Kreyenfeld im Interview mit Björn Schwentker, Zeit Online, 13./15. Juni 2006, online (audio) Überschätzung der Kinderlosigkeit. Mit dem neuen Mikrozensus präsentiert das Statistische Bundesamt keine aktuellen Zahlen zur Kinderlosigkeit. Dafür aber eine neunseitige Erklärung, warum solche Daten eigentlich nicht zu gebrauchen sind. Ein Kommentar, Zeit Online, 6. Juni 2006 (Version 7. Juni 2006) - online Von wegen 40 Prozent. Obwohl es der Mikrozensus so weismachen will: Akademikerinnen sind mitnichten schuld am deutschen Babyschwund, Zeit Online, 9. Oktober 2005 (Version 29. Juli 2008) - online Mythos Babyboom. Zeugten die Deutschen im Fußballglück der WM mehr Kinder? Auch wenn die Medien das gerne hätten: Es ist völliger Unsinn, Zeit Online, 23. Mai 2007 (Version 24. Mai 2007) - online

Kategorie:Journalist (Deutschland) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1973 Kategorie:Mann