Oskar Arthur Lützner (* 29. Juni 1871 in Schloßchemnitz, Königreich Sachsen; † 2. Juli 1943 in Dresden) war ein deutscher Architekt und Baubeamter.

Leben und Werk mini|Eibenstocker Rathaus (Foto 2020) mini|Bühlhaus bei Eibenstock-Brück (Postkarte von 1937) Lützner stammte aus der damals noch eigenständigen Gemeinde Schloßchemnitz. Er absolvierte eine Ausbildung zum Maurer und besuchte anschließend die Königliche Baugewerkenschule in Chemnitz. Der Jahresbericht der Schule für das Jahr 1890 verzeichnet ihn als Schüler im „III. Curs“.Jahresbericht der Technischen Staatslehranstalten zu Chemnitz, Ostern 1890, S. 79 (Digitalisat) Zu Ostern 1895 erhielten Lützner und sein Mitschüler Oswald Bieber aus Pockau aufgrund ihrer besonderen Leistungen vom Königlichen Ministerium des Innern bronzene Preismedaillen; zugleich schloss Lützner seine Ausbildung an der Baugewerkenschule erfolgreich ab.Jahresbericht der Technischen Staatslehranstalten zu Chemnitz für die Zeit von Ostern 1895 bis Ostern 1896, S. 69 (Digitalisat).

In der Folgezeit war Lützner in Glauchau tätig und leitete dort ab 1897 als Nachfolger des verstorbenen Baurats Stange als Stadtbaumeister das gesamte Bauwesen in der Stadt.Der sächsische Erzähler, Nr. 116 vom 3. Oktober 1910, S. 9. Nach seinen Plänen wurde 1898 in Glauchau mit dem Bau eines neuen „Bürgerheims“ (Bürgerhospitals) begonnen. Ab 1900 entstand nach seinen Entwürfen der Neubau der Pestalozzischule in Glauchau.Dresdner Nachrichten, Nr. 12 vom 14. Januar 1900, S. 9 (Digitalisat)

Im Oktober 1903 berichteten verschiedene Zeitungen, Lützner sei unter 216 Bewerbern einstimmig als Stadtbaumeister für Eibenstock und Schönheide gewählt worden. Dieses Amt hatte er 25 Jahre lang bis 1928 inne.Eibenstocker Tageblatt, Nr. 155 vom 6. Juli 1943, S. 3 (Digitalisat). In Eibenstock entstanden in seiner Zuständigkeit mehrere bedeutende Bauwerke, darunter das neue Rathaus (1906/1907) und das Bühlhaus in Eibenstock-Brück (1909). Seine Bauten entstanden überwiegend im Stil des Historismus, aber auch im erzgebirgischen Baudenstil. Lützner beendete seine berufliche Laufbahn als Baurat und Oberstadtbaumeister.

In den 1930er Jahren lebte er in Radebeul. Das dortige Adressbuch verzeichnet ihn 1936 als „Stadtbauamtsvorsteher i. R.“ unter der Adresse Augustusweg 1.„Lützner, O. Arthur, Architekt“. In: Adreßbuch für die Stadt Radebeul, 1936, S. 32. Dort wohnte er mindestens bis September 1938, als seine Ehefrau starb. Seine letzte bekannte Wohnadresse war Iglauer Straße 10 in Dresden-Laubegast.„Lützner, Osk. Arthur, Baurat, OStadtbaumstr. a. D.“ In: Adreßbuch der Landeshauptstadt Dresden, 1941, S. 521.

Arthur Lützner starb am 2. Juli 1943 im Alter von 72 Jahren in Dresden-Laubegast. Sein Leichnam wurde eingeäschert; die Beisetzung erfolgte am 8. Juli 1943 auf dem Johannisfriedhof.Stadt Dresden, Einäscherungsregister 1943, Eintrag Nr. 88091 für Oskar Arthur Lützner. Eine Todesanzeige erschien auf Wunsch des Verstorbenen erst am 10. Juli 1943 im Eibenstocker Tageblatt.Eibenstocker Tageblatt Nr. 159 vom 10./11 Juli 1943, S. 4 (Digitalisat)

Familie Am 3. Februar 1898 heiratete Arthur Lützner in Waldheim, dem Geburtsort seiner Braut, Marie Martha Wilsdorf (1875–1938).Standesamt Dresden 3, Sterberegister-Eintrag Nr. 4070 vom 1. April 1951 (Erneuerung Eintrag 2287/1938) für Marie Martha Lützner. Aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor. Seine Frau starb im September 1938 im Alter von 63 Jahren in Dresden und wurde auf dem Johannisfriedhof bestattet.Sterbeanzeige von Martha Lützner, Eibenstocker Tageblatt Nr. 208 vom 6. September 1938 (Digitalisat).

Literatur Rathaus, Eibenstock o. J. (Flyer)

Weblinks

Arthur Lützner in der Architektur-Datenbank Archtek

Einzelnachweise

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