Johnsbach ist ein Ortsteil der sächsischen Stadt Glashütte im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.

Geografie Johnsbach liegt etwa fünf Kilometer südwestlich von Glashütte im Osterzgebirge. Im Osten liegt das Müglitztal, das von dem namensgebenden Fluss, der Müglitz durchflossen wird. Auf der Flur von Johnsbach befindet sich die Wüstung Kleinhain.

Nachbarorte

Geschichte Das Waldhufendorf Johnsbach soll um 1200 gegründet worden sein und hatte einen östlich gelegenen Ortsteil Bärenhecke. Johnsbach war 1406 zur Pflege Dohna und seit 1548 zum Amt Pirna gehörig. Die Grundherrschaft übten die Rittergüter Naundorf, Bärenstein, Polenz und Schmiedeberg aus. Von 1856 bis 1875 gehörte Johnsbach dem Gerichtsamt Lauenstein an, danach der Amtshauptmannschaft Dippoldiswalde. Der Ort hatte eine eigene Pfarrkirche. Im Jahr 1900 betrug die Fläche der Gemarkung 1092 Hektar. Die Bevölkerung Johnsbachs teilte sich 1925 in 751 evangelisch-lutherische Einwohner und sieben Katholiken auf.

U. a. 1927 wurde der Ort von einer Hochwasserkatastrophe heimgesucht.

1952 wurde Johnsbach Teil des Kreises Dippoldiswalde, der 1994 in den Weißeritzkreis überging. Im selben Jahr wurden Johnsbach und sein Ortsteil Bärenhecke nach Glashütte eingemeindet. Johnsbach wurde im August 2008 Teil des aus Landkreis Sächsische Schweiz und Weißeritzkreis gebildeten Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.

Entwicklung der Einwohnerzahl Jahr Einwohnerzahl1551 47 besessene Mann, 4 Häusler, 50 Inwohner1764 53 besessene Mann, 5 Gärtner, 21 Häusler1834 5921871 729 Jahr Einwohnerzahl1890 7051910 8651925 7601939 769 Jahr Einwohnerzahl1964 10731950 11421964 8361990 689 Jahr Einwohnerzahl2011 4262020 387

Kultur und Sehenswürdigkeiten Das kulturelle Leben des Dorfes wird vorrangig durch die örtlichen Vereine mit deren Veranstaltungen geprägt. Hierzu zählen der Johnsbacher Heimatverein e.V. sowie der Männergesangsverein Sängerlust Johnsbach e.V. Weiterhin bereichert die Freiwillige Feuerwehr mit Veranstaltungen, wie dem Ostergrillen oder Höhenfeuer das Dorfleben.

Die denkmalgeschützte Turnhalle des Ortes wurde zum Vereinshaus mit Saal, Bühne und Teeküche umgebaut. Die Räumlichkeiten stehen auch Privatpersonen für Veranstaltungen zur Verfügung. Im Keller des Gebäudes ist der Jugendclub Johnsbach ansässig.

Wirtschaft und Infrastruktur Ansässige Unternehmen Agrargenossenschaft Johnsbach e.G. Bretthäusl - Gaststätte und Pension Ferienhof Herm Metallbau Kummer

Verkehr Johnsbach ist an die Regionalbuslinie 369 des Regionalverkehr RVSOE angebunden. Weiterhin besteht im ehemaligen Johnsbacher Ortsteil Bärenhecke ein gemeinsamer Bedarfshalt "Bärenhecke-Johnsbach" der Müglitztalbahn.

Kirche mini|Dorfkirche, Innenansicht Die Kirche Johnsbach ist ein leicht gestrecktes, achteckiges Bauwerk mit Zentralbaucharakter, das der Dorfkirche Pretzschendorf ähnelt; sie wurde in den Jahren 1749/50 von Andreas Hünigen unter Verwendung älterer Teile erbaut. Im Jahr 1972 wurde sie durch Brand zerstört, in den Jahren 1976–1984 erfolgte der Wiederaufbau mit völlig veränderter Innenausstattung. Vom spätgotischen Vorgängerbauwerk blieben das Untergeschoss des Turms (die ehemalige Sakristei) und ein Teil des südlichen Anbaus erhalten.

Der Turm an der Ostseite ist mit achteckigem Glockengeschoss, Welscher Haube und Laterne sowie mit einem auf 1672 datierten Korbbogenportal versehen. Der Anbau ist zweigeschossig ausgebildet, die Eingangsvorhalle mit Korbbogenportal und Treppenhaus versehen.

Im Innern ist ein spätgotischer Sakramentsschrein mit Vorhangbogennische erhalten, der im Jahr 1749 aus der alten Sakristei hierher versetzt wurde. Große Rundbogenfenster mit kleineren querrechteckigen darunter erhellen den Raum.

Von der Ausstattung ist ein Altar aus dem Jahr 1688 erhalten, der laut Inschrift vom Peter Hoffmann aus Schmiedeberg gefertigt wurde; er ist mit Gemälden von Christian Männigen aus Dresden versehen und zeigt im Hauptfeld die Kreuzigung, in der Predella das Abendmahl. Die hölzerne Taufe ist mit der Jahreszahl 1735 versehen, die Taufschale mit 1627.Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen I. Regierungsbezirk Dresden. Deutscher Kunstverlag, München 1996, ISBN 3-422-03043-3, S. 462.

Literatur

Weblinks

Freiwillige Feuerwehr Johnsbach auf feuerwehr-glashuette.de Fotos aus Johnsbach im Bildindex der Kunst und Architektur

Johnsbach auf glashuette-sachs.de Vereinswebseite von Heimat- und Männergesangsverein

Einzelnachweise

Kategorie:Geographie (Glashütte, Sachsen) Kategorie:Ort im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) Kategorie:Gemeindeauflösung 1994 Kategorie:Ort im Erzgebirge Kategorie:Waldhufendorf