mini|Wolfgang Deurer am Willibrordi Dom in Wesel (2013) Wolfgang Günter Deurer (* 23. Januar 1934 in Kassel; † 4. März 2023Todesanzeige in der FAZ vom 9. März 2023) war ein deutscher Architekt und Denkmalpfleger. Er war von 1961 bis 2020 Dombaumeister am Willibrordi-Dom zu Wesel.

Leben mini|Wolfgang Deurer bei einem Vortrag am Willibrordi-Dom in Wesel Wolfgang Deurer wurde in eine Baumeisterfamilie hineingeboren. Sein Vater war der Architekt, Konservator und Dombaumeister Jakob Deurer (1898–1960).

Wolfgang Deurers Vater wurde 1941 als Leiter der Baugruppe Keibel nach Danzig entsandt; seine Familie, so auch Sohn Wolfgang, begleitete ihn. Bei Kriegsende wurde die Familie mit einem Schiff der deutschen Kriegsmarine evakuiert. Nach einem kurzen Aufenthalt in Berlin verschlug es die Familie Deurer nach Köln. Bereits 1948 wurde der Vater mit dem Wiederaufbau des Willibrordi-Doms in Wesel beauftragt. An der dortigen Dombauhütte absolvierte Wolfgang Deurer von 1951 bis 1953 eine Maurerlehre. Nach Erlangung des Gesellenbriefs begann Wolfgang Deurer ein Bauingenieurstudium an der Fachhochschule Köln und Mainz, das er 1960 abschloss. Es folgte ein zweites Studium, diesmal in der Fachrichtung Kunstgeschichte an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Später setzte er die Arbeit des Vaters in Danzig fort und promovierte 1982 an der Technischen Universität Danzig über historische und konservatorische Probleme Danziger Kirchengebäude.

Seit 1961 war er als freiberuflicher Architekt und als Dombaumeister in der Denkmalpflege tätig.Wolfgang Deurer: In: Landsmannschaft Westpreußen – Landesgruppe Berlin, 9. Dezember 2004, Vortragsankündigung. In dieser Aufgabe beriet und leitete er Sanierungsprojekte an historischen Gebäuden und hielt fachwissenschaftliche Vorträge im In- und Ausland. Im Januar 2020 trat er nach fast 60-jähriger Tätigkeit als Dombaumeister in den Ruhestand.Prof. Dr. Deurer nach 60 Jahren als Dombaumeister für den Willibrordi-Dom verabschiedet, dombauverein-wesel.de. Abgerufen am 30. März 2021.

2001 erhielt Wolfgang Deurer einen Lehrauftrag am Institut für Kunstgeschichte an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena.

Wolfgang Deurer verstarb am 4. März 2023 und wurde am 13. März 2023 in Wesel auf dem Friedhof an der Caspar-Baur-Straße beigesetzt.Frankfurter Allgemeine Lebenswege vom 9. März 2023: Traueranzeige seiner Familie, abgerufen am 11. März 2023

Ehrungen 1981: Orden des Polnischen Kulturministers „Verdienter der polnischen Kultur“ 1982: Ehrenmedaille 600 Jahre „Unserer Lieben Frau von Tschenstochau“ der Kurie der katholischen Kirche Danzig Bundesverdienstkreuz am Bande (28. Juni 1991)Auskunft des Bundespräsidialamtes 1991: Berufstitel „Professor“, verliehen durch die Landesregierung NRW 2000: St. Adalbert-Medaille der Stadt Danzig 2003: Verdienstmedaille Pommerns 2004: Eintrag in das Goldene Buch der Stadt JenaOnline-Chronik der Stadt Jena. 2010: Verleihung der Ehrendoktorwürde der Philosophischen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität in Jena

Betreute Bau- und Sanierungsprojekte (Auswahl) mini|Ordensmuseum, Kloster Kamp mini|hochkant|Evangelische Kirche Orsoy

seit 1961: Willibrordi-Dom in Wesel 1982 bis 1987: Ordensmuseum, Kloster Kamp ab 1996: Stadtkirche St. Michael in Jena ab 2006: Evangelische Kirche in OrsoyWolfgang Deurer: Gutachterlicher Aufriß der Schäden. In: Verein zur Erhaltung historischer Gebäude und Örtlichkeiten in Orsoy, 2007 (PDF; 2,1 MB). 2009 bis 2011: Historisches Rathaus WeselHistorisches Rathaus Wesel

Veröffentlichungen (Auszug)

Wolfgang Deurer ist Autor zahlreicher wissenschaftlicher Gutachten und denkmalpflegerischer Projektentwicklungen. Daneben veröffentlichte er: 1975: (zusammen mit Walter Stempel): Klever Tor und Klever-Tor-Fries in Wesel. Verlag des Willibrordi-Dombauvereins, ISBN 3-928926-04-7. 1991: Die Ziergewölbe im Willibrordi-Dom zu Wesel. Verlag des Willibrordi-Dombauvereins, ISBN 3-928926-04-7. 1990: Die Bedeutung des Stilwandels in der deutschen Architektur des 14. Jahrhunderts. Bauhütte der Wiesenkirche, Soest. 1991: Zwei Jahrhunderte begegnen sich. Erbe des 19. Jahrhunderts. Herausforderung für das 21. Jahrhundert. Abbruch oder Erhaltung der Kreuzeskirche in Essen. Gutachtliche Studie im Auftrag der Stadt Essen zur Vorbereitung der Wiederherstellung der Kreuzeskirche in Essen, Stadt Essen. 1996: Verbesserung der Arbeitsbedingungen sowie des Arbeits- und Gesundheitsschutzes für Steinmetzbetriebe am Beispiel einer Dombauhütte. Schriftenreihe der Bundesanstalt für Arbeitsschutz, Wirtschaftsverlag NW. ISBN 978-3-89429-956-9 1996a: Danzig. Die Dokumentation 52 historischer Kirchen. ISBN 3-00-000978-7. 2005: Willibrordi-Dom. Sed de suo resurgit rogo.lat.:„aber aus sich heraus entsteigt er der Asche.“ B.o.s.s. Druck und Medien, Kleve. ISBN 3-933969-51-4

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Dombaumeister Kategorie:Architekt (Deutschland) Kategorie:Denkmalpfleger (Deutschland) Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande Kategorie:Ehrendoktor der Friedrich-Schiller-Universität Jena Kategorie:Hochschullehrer (Friedrich-Schiller-Universität Jena) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1934 Kategorie:Gestorben 2023 Kategorie:Mann